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Wirtschaft SNB mit mehr als 6 Milliarden Verlust

Bisher ist es nicht das Jahr der Schweizer Nationalbank. Für die ersten neun Monate dieses Jahres schreibt sie tiefrote Zahlen.

Nach den ersten neun Monaten beträgt der Verlust der Schweizerischen Nationalbank (SNB) 6,4 Milliarden Franken. Dank der leichten Erholung des Goldpreises resultierte zwar im dritten Quartal ein Gewinn von 854 Millionen, doch damit konnte das Minus von 7,3 Milliarden des ersten Semesters bei Weitem nicht wettgemacht werden.

Der Grund ist der Bewertungsverlust von 10,7 Milliarden Franken auf dem Goldbestand. Bei den Fremdwährungspositionen hingegen läuft alles wie geschmiert: Von Januar bis September resultierte da ein Gewinn von 4 Milliarden Franken.

Schwankungen an Märkten beeinflussen Ergebnis

Doch beide Positionen fielen weniger extrem aus als noch im ersten Halbjahr. Die Nationalbank müsste in den nächsten drei Monaten also mächtig zulegen, wenn sie das Jahr noch in den schwarzen Zahlen schliessen möchte.

Legende: Video SNB-Verlust: «Nationalbank ist Märkten ausgeliefert» abspielen. Laufzeit 1:37 Minuten.
Vom 31.10.2013.

Aber Engagement allein wird vermutlich nicht reichen, sagte Martin Stucki von der SRF-Wirtschaftsredaktion in der «Tagesschau». «Es müsste schon sehr gut laufen, an den Finanz- und Edelmetallmärkten, wenn die Nationalbank das noch aufholen möchte.» Einfach werde es aber auf jeden Fall nicht, denn sie sei auf Gedeih und Verderb der Preisentwicklung auf diesen Märkten ausgeliefert.

In die gleiche Kerbe hatte zuvor auch die SNB geschlagen. Sie betonte in einer Mitteilung, dass ihr Ergebnis überwiegend von der Entwicklung der Gold-, Devisen- und Kapitalmärkte abhängig sei. Starke Schwankungen seien deshalb die Regel. Rückschlüsse auf das Jahresergebnis, das als Basis für die Ausschüttung an Bund und Kantone dient, seien deshalb auch nur bedingt möglich.

SNB-Darlehen an UBS getilgt

Der Stabilisierungsfonds für die UBS hat am 15. August das von der SNB gewährte Darlehen vollständig getilgt. Die Nationalbank erwartet daher, dass die Grossbank noch in diesem Jahr die Kaufoption zur Übernahme des Stabilisierungsfonds ausüben wird.

Für die ersten neun Monate 2013 weist der Stabilisierungsfonds einen Gewinn von 981 Millionen Dollar aus. Damit steuerte er 492 Millionen Franken zum Gewinn der SNB bei.

Legende:
Quartalszahlen der SNB 2011-2013 Angaben in Milliarden Franken pro Quartal, Stand: 30. September 2013 SNB

5 Kommentare

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  • Kommentar von kari huber, surin
    Was sind schon 9 Milliarden Buchverlust für eine SNB? Der Wirtschaftsmotor läuft auf Volltouren. Danke SNB!
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    1. Antwort von Marcel Chauvet, Weißenstadt
      Danke dem Euro, der enorm an Wert gestiegen ist . Für den den Goldpreisverfall kann die EU nichts, aber die Gewinne auf Devistenbestände sind auf den Euro zurückzuführen. Dass hier allerdings mal einer feststellt, bzw. eine Anerkennung der EU gegenüber ausspricht, da bricht man sich hierzulande lieber die Zunge ab. Staatsdoktrin scheint zu sein gegen die EU möglichst viel zu hetzen. Ein doppelt dreichfaches Pfui bei einem solchen fiesen Land!
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  • Kommentar von Harald Girschweiler, 9500 Wil SG
    Vor einigen Jahren ist die SNB von einem sehr tief fixierten Goldpreis abgewichen und bewertet nun die Goldreserven zu aktuellen Marktpreisen. Diese Massnahme erlaubte es der SNB die Geldmenge problemlos auszuweiten und trotzdem darauf hinzuweisen, dass die Golddeckung de-facto noch besteht, was natürlich heute schon längst nicht mehr stimmt. Andererseits kommt das grosse Wehklagen der Kantone, wenn die Nationalbank nicht jedes Jahr seine Ausschüttungen, wie Manna, über unser Land vornimmt.
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  • Kommentar von Franz NANNI, Nelspruit SA
    OK das Gold hat weniger Wert.. das sind ja nur momentane Zahlen, und verglichen mit Hochwert-Zeiten, als es gekrieselt hat.. aber das Gold als Solches ist noch da und es wird wieder raufgehen beim naechsetn Wirtschaftsgewitter.. Es ist wie beim Brot, wenn man satt ist ist das puure Brot nicht gefragt, aber wenn der Hunger kommt, darf es sogar alt und trocken sein!
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