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Wirtschaft SNB verringert Milliardenverlust

Die Schweizerische Nationalbank weist für die ersten drei Quartale 2015 einen Verlust von 33,9 Milliarden Franken aus. Im dritten Quartal konnten die Verluste aber reduziert werden.

Thomas Jordan
Legende: Aufhebung des Mindestkurses macht weiterhin zu schaffen: Thomas Jordan, Präsident der Schweizer Nationalbank. Keystone

Es sieht besser aus als vor drei Monaten, aber der Verlust ist unter dem Strich immer noch hoch: Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat im dritten Quartal einen Gewinn von 16,2 Milliarden Franken geschrieben. Trotzdem bleibt das Institut in den ersten neun Monaten des Jahres 2015 mit 33,9 Milliarden Franken im Minus. Im ersten halben Jahr hatte die Nationalbank noch einen Rekordverlust von 50 Milliarden Franken verbucht.

Seit der Aufhebung des Euro-Mindestkurses im Januar und der darauffolgenden Aufwertung des Frankens nehmen bei der SNB die Verluste auf Fremdwährungen zu. Dieser Trend konnte im dritten Quartal allerdings gestoppt werden. Es resultierte sogar ein grosses Plus.

Fremdwährungen belasten Bilanz weiter

Aus den Fremdwährungspositionen ergibt sich für die SNB nach neun Monaten immer noch ein Verlust von 31,3 Milliarden Franken. Einziger Lichtblick: das dritte Quartal. Die Währungshüter verbuchten zwischen Juli und September einen Gewinn von 16,2 Milliarden Franken auf den Fremdwährungen.

Den Gewinn auf den Frankenpositionen weist die SNB nach neun Monaten mit insgesamt 931 Millionen Franken aus. Dieses Plus sei im Wesentlichen auf die seit 22. Januar erhobenen Negativzinsen auf Girokontoguthaben zurückzuführen. Einen Einfluss haben auch Kursgewinne und Zinserträge auf Wertschriften in Franken.

Der Rekordverlust zur Jahresmitte hatte Befürchtungen genährt, es könnte für die SNB schwer werden, bei Bedarf am Devisenmarkt einzugreifen. Mit solchen Interventionen stemmt sich die Notenbank neben den bestehenden Negativzinsen gegen die Aufwertung des Franken.

Gold belastet Bilanz ebenfalls

Der Goldbestand erzielte dagegen weiterhin einen Bewertungsverlust. Ende September wurde Gold zu einem Kilopreis von 34'942 Franken gehandelt, noch Ende 2014 waren es 38'105 Franken gewesen.

Einen positiven Beitrag leisteten derweil die Zinserträge und die Dividendenerträge. Auf Zinspapieren und -instrumenten resultierte dagegen ein Verlust und im negativen Börsenumfeld kam es bei den Beteiligungspapieren und -instrumenten ebenfalls zu einem Minus.

Einschätzung von SRF-Wirtschaftsredaktorin Susanne Giger

rBund und Kantone können auf Geld der Nationalbank hoffen
Im Vergleich zum Rekordverlust im ersten halben Jahr von 50 Milliarden sind die 34 Milliarden Franken Verlust der SNB nach drei Quartalen schon fast eine Erholung. Der Grund dafür, dass es wieder etwas besser lief, sind die Wechselkurse. Der Euro kostet nicht mehr 1.05 Franken, sondern 1.08 oder gar 1.09 Franken. So sind die vielen Devisen, die die SNB in den letzten Jahren angehäuft hat, wieder mehr wert in den Büchern. Auch haben die Zins- und Dividendenerträge positiv zum Ergebnis beigetragen. Die Chance, dass Bund und Kantone nun doch noch einen Zuschuss erhalten, ist damit wieder etwas grösser. Denn eigentlich ist der Ausschüttungstopf recht gut gefüllt, so dass auch bei einem leichten Verlust eine Auszahlung möglich wäre. Letztlich ist das jedoch abhängig von den letzten drei Monaten des Jahres, und davon, wie sich die Märkte in dieser Zeit entwickeln.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von m. mitulla (m.mitulla)
    Liebes SRF. Was ist denn das für ein Titel: "SNB verringert Milliardenverlust"? Es gab noch nie einen so hohen Verust. Ein Verust von über 30 Milliarden in der ersten 3 Quartalen ist eine Katastrophe für die Kantone, die die Hauplast der Sozialkosten zu tragen haben: Gesundheits- und Bildungswesen sowie Sozialhilfe und Altershilfe. Die arbeitende Bevölkerung ist beim Schliessen dieser Lücke überproportional betroffen - die Wirtschaft ist, einmal mehr, fein raus.
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    1. Antwort von marlene Zelger (Marlene Zelger)
      Ja, seien Sie beruhigt, der Verlust wurde ja auf 33 Milliarden reduziert. Es sieht also besser aus. Schauen wir optimistisch in die Zukunft, wenn der Verlust im nächsten Jahr eventuell nochmal um ein paar Milliarden zurückgeht. Wir müssen den armen CEO auch verstehen. Der bewegt sich im obersten Segment. Und dort sind Milliardenverluste etwa vergleichbar mit ein paar Millionchen für Otto Normalbürger.
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    2. Antwort von Daniele Röthenmund (gerard.d@windowslive.com)
      Das eine Medizin die man zu sich nehmen muss weil man Krank ist sollte auch Ihnen Bekannt sein. Und Sie können nicht die Wählen die solche Politik unterstützen und dann Jammern. Wir müssen auch Akzeptieren das wir über unsere Verhältnisse gelebt haben, und nun Erhalten wir die Quittung!
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  • Kommentar von Alex Bauert (A. Bauert)
    Die Nationalbank sitzt auf gigantischen Mengen Euros. Soll endlich einkaufen gehen im Ausland wie viele SchweizerInnen, nicht bei Lidl in Deutschland, sondern an den Aktienmärkten im Euroraum. Damit liesse sich längerfristig massiv Geld verdienen. China tut das Gleiche ...
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    1. Antwort von Bruno Vogt (b.vogt)
      Hr Bauert ich empfehle ihnen sehr sich mit dem Thema Nationalbank und deren Tätigkeit zu befassen. Dann werden sie nämlich interessante Dinge erfahren, wie das die Euros auf denen die Nationalbank 'sitzt' bereits jetzt im Euroraum investiertes Geld ist. Dann werden sie aber auch erfahren das die Aufgabe der Nationalbank nicht der eines Hedge-fonds entspricht auch wenn in den letzten Jahren der Unterschied abnahm. Die Schweiz hat so 90% ihres BIPs auf Gedeih und Verderb im Ausland investiert!
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