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Wirtschaft Solaranlagen: Wachstum auf bescheidenem Niveau

Die von Fotovoltaikanlagen bebaute Fläche in der Schweiz hat im vergangenen Jahr um rund zwei Millionen Quadratmeter zugenommen. Das ist die gute Nachricht. Doch die Solaranlagen deckten im sonnigen 2015 nur rund zwei Prozent des Strombedarfs ab. So ist die Energiewende wohl kaum zu schaffen.

Legende: Video Trotz Spitzensommer kein Boom bei Solaranlagen abspielen. Laufzeit 1:31 Minuten.
Aus Tagesschau vom 12.01.2016.

Die Energie der Sonne soll stärker genutzt werden, um den Strombedarf in der Schweiz besser abdecken zu können. Das sieht die Energiestrategie des Bundes vor. Doch der Ausbau der Solaranlagen kommt laut dem Branchenverband Swisssolar nur langsam voran.

Zwar ist die Fläche im Jahr 2015 um rund 280 Fussballfelder erweitert worden. Das reicht David Steickelberger von Swissolar nicht. Die Schweiz müsse mehr tun für die Sonnenenergie. Es brauche eine Verdoppelung des Zubaus und eine rasche Verabschiedung der Energiestrategie 2050.

Das Jahr 2015 war das drittsonnigste seit 1981 gewesen, dennoch konnten nur zwei Prozent des Strombedarfs mit Solarenergie abgedeckt werden. Damit liegt die Schweiz klar hinter Italien und Deutschland.

Zu wenige Anreize

Laut dem Verband ist die Solarindustriebranche noch immer mit zu hohen Hürden konfrontiert. Für grosse Anlagen fehle der Anreiz durch die Kostendeckende Einspeisevergütung (KEV), da angesichts knapper Mittel nur kleine Jahreskontingente freigegeben werden könnten. Daher bestehe eine Warteliste von über 35'000 Gesuchen.

Immer wichtiger werde deshalb der Markt der Kleinanlagen, die von der Einmalvergütung profitieren könnten. Besonders interessant sei diese in Kombination mit dem Eigenverbrauch des selbst produzierten Stroms. Dies werde jedoch von vielen Elektrizitätswerken durch administrative und finanzielle Hürden unattraktiv gemacht.

Legende:
Stromproduktion in der Schweiz 2014 in Prozent Gesamtenergiestatistik BFE

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22 Kommentare

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  • Kommentar von Beat Reuteler (br)
    Der Fortschritt bei der PhotoVoltaik ist besser als im Artikel beschrieben. Die Steigerung von 2014 auf 2015 ist zwar nicht umwerfend, es ist aber doch beinahe eine Verdoppelung. Auch wenn das Tempo des Ausbaus gleich bleibt erreichen wir bis 2020 noch eine Steigerung des Anteils um 3% am Kuchen (4x0.8%). Es ist aber anzunehmen dass das Tempo deutlich steigen wird, wie bis jetzt jedes Jahr. Da diese Tempoverschärfung ohne gesteigerte Subventionen zustande kam stimmt mich das sehr optimistisch.
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  • Kommentar von Ursula Schüpbach (Artio)
    Europa hat es mitunter auch schwerer, als z.B. manche tropischen Gebiete. Im Winter kann es kalt werden. In Südostasien und etwas tropisch braucht keiner eine Heizung im Winter, weil es da nämlich gar keinen Winter gibt.
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    1. Antwort von Beat Reuteler (br)
      Naja, Sie haben schon recht. Nur dass dieser Umstand hier beim Thema wenig Einfluss hat weil die Heizungen immer noch dominant von fossilen Energieträgern zehren, weniger von Elektrischer Energie.
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  • Kommentar von W. Pip (W. Pip)
    Man darf es durchaus klarer ausdrücken: Der Status der Photovoltaik in diesem Land ist ERBÄRMLICH! So wird das mit alternativen Energien nie was. Hier dürfte man sich ausnahmsweise mal an Deutschland orientieren. Die zeigen, wie es geht! Man darf sich in diesem Zusammenhang ebenfalls fragen, ob die Rechnung von immer mehr lokalen Energieversorgern, welche ach-so-viel Ökostrom verkaufen, wirklich noch seriös aufgeht…
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    1. Antwort von Benedikt Jorns (Benedikt Jorns)
      Deutschland kann Strom im Sommerhalbjahr brauchen. Wir haben im Sommerhalbjahr Stromüberschuss und müssen zeitweise sogar Wasserlaufkraftwerke ausser Betrieb setzen. Staudämme für den kurzfristigen Ausgleich haben wir auch mehr als genug. Neue Staudämme wären für die einmalige Winterabspeicherung und wären deshalb unbezahlbar teuer. Photovoltaik bringt uns erst parallel zum Aufkommen von Elektromobilen für den direkten Gebrauch einen Nutzen. Heute bringt PV in den Alpenländern nichts.
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    2. Antwort von Beat Reuteler (br)
      Beides falsch. (Pip/Jorns) Die Angaben im Artikel beweisen es, PV bringt bereits ca. 2% an elektrischer Energie, laufend wachsend. Bis 2020 können wir die Lieferung des AKW Mühleberg so ersetzen. Eine leichte Temposteigerung vorausgesetzt können wir ab da jedes 2-te oder 3-te Jahr ein AKW der Beznau - Klasse ohne Stromlücke abschalten. Es bringt weder nichts noch ist es erbärmlich, es ist ganz einfach auf dem Vormarsch.
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