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Wirtschaft Sorgenkind Schweizer Franken: Anstatt schwächer wird er stärker

Die Schweizer Wirtschaft hofft, dass sich der Franken zum Euro endlich abschwächt. Doch in den letzten Tagen ist er immer stärker geworden. Schuld ist die Europäische Zentralbank, wie Experten sagen.

Eine Waage mit Euro in der einen und Franken in der anderen Schale.
Legende: Statt der erhofften 1,10 kostet ein Euro derzeit 1,03 Franken. Keystone

Der Franken ist nicht wie gehofft auf mindestens 1,10 pro Euro geklettert. Im Gegenteil: Er rutschte in den letzten Tagen in Richtung Parität ab. So ist ein Euro momentan im Devisenhandel bereits für gut 1,03 Franken zu haben. Das dürfte vor allem den Schweizer Export-Unternehmern, Hoteliers und Tourismusdirektoren Sorgen bereiten.

Der Grund für die Frankenstärke ist verschiedenen Experten zufolge allerdings vor allem jenseits der Grenze zu suchen. Der Euro ist schwach, nicht nur gegenüber dem Franken, sondern auch gegenüber andern wichtigen Währungen. Schuld daran ist die Europäische Zentralbank (EZB), die Tag für Tag mehrere Milliarden frische Euro in die Wirtschaft schleust.

Sähe sich die Schweizerische Nationalbank gezwungen, den Franken für in- und ausländische Anleger unattraktiver zu machen und ihn damit zu schwächen, stünden wohl zwei Massnahmen im Vordergrund. Einerseits könnte sie Fremdwährungen wie etwa Euro aufkaufen und Franken verkaufen. Andererseits könnte sie auch die verhängten Negativzinsen auf bundesnahe Betriebe ausweiten.

59 Kommentare

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  • Kommentar von Martin Lopez, Zürich
    Geld war ursprünglich einmal als Tauschmittler und somit als Wertmassstab gedacht. Ein Meter ist ein Meter und ein Kilo ist ein Kilo. Unsere Währungen sind der einzige Massstab bei welchem wir es akzeptieren, dass der Massstab entgegen unseren Interessen manipuliert wird. Es ist kein Zufall, dass die amerikanischen Präsidenten sich so lange gegen die Zentralbank gewehrt haben. Erst der naive Wilson (Lehrer), verhalf der FED zum Durchbruch. Und nun sind alle einem kranken Dogma verfallen.
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  • Kommentar von Hans Knecht, Torny
    Die Europäische Zentralbank (EZB) schleust die Tag für Tag mehrere Milliarden frische Euro in die Wirtschaft. Warum tut sie dies und warum erhebt sie nicht z.B. einfach eine Importsteuer auf Billigimporte? Dass manche Billigimporte wie z.B. Kinderspielzeuge gesundheitsgefährdend sind ist bekannt, und dennoch wird da praktisch nichts unternommen. Warum? Wer genügend Geld hat kann sich wohl Europa demnächst als Privateigentum Stück für Stück erwerben.
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  • Kommentar von M.Müller, Zürich
    PKs könnten ja auch in die Energiewende investieren und so die Minuszinsen sinnvoll umgehen. Dazu müsste meines Wissens die Politik die Rahmenbedingungen anpassen. Vielleicht kann das jemand bestätigen. Die Energiewende ist ein nachhaltiges Zukunftsprojekt welches über einen langen Zeitraum Investitionsbedarf und Ertragsmöglichkeiten bietet. Sie wird die Schweiz zusätzlich stärken und unabhängiger von immer teurer werdende Energie-Rohstoffen machen. Wege gibt es, man muss sie nur gehen wollen.
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