Spaniens Schulden klettern auf Rekordhöhe

Die Verschuldung des spanischen Staats hat ein neues Rekordniveau erreicht - Tendenz weiter steigend. Im ersten Quartal 2014 betrug sie 96,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Schon 2015 soll sie die 100-Prozent-Marke übersteigen.

Die spanische Flagge weht über der Zentralbank in Madrid

Bildlegende: Die spanische Flagge weht über der Zentralbank in Madrid: Spaniens Schulden sind bald so hoch wie das Bruttoinlandpro... Reuters

Nach Schätzungen der Regierung in Madrid wird die Staatsverschuldung Spaniens bis Ende Jahr bei 99,5 Prozent des BIP liegen und im Laufe des nächsten Jahres die symbolische Marke von 100 Prozent übersteigen. Dies teilte die spanische Zentralbank mit.

Die Staatsverschuldung des Krisenlandes liegt damit deutlich über dem EU-Grenzwert von 60 Prozent des BIP. Dabei war die viertgrösste Volkswirtschaft der Eurozone vor der Finanzkrise mit einer Verschuldung von 36,3 Prozent des BIP im Jahr 2007 geradezu vorbildlich.

Die Nachricht von der Rekordverschuldung kommt zu einem Zeitpunkt, da sich die spanische Wirtschaft langsam wieder erholt. Daher muss Spanien derzeit an den Finanzmärkten nur sehr niedrige Zinsen zahlen.

Ein Zeichen der Erholung ist auch der Rückgang der Schulden spanischer Banken bei der Europäischen Zentralbank. Sie gingen im Mai um 27,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat zurück.