Zum Inhalt springen

Wirtschaft Spielzeuge nicht mehr «Made in Switzerland»

Noch bis am Sonntag läuft in Bern die Suisse Toy, die grösste Spielzeugmesse der Schweiz. Dabei stellen über 200 Händler und Hersteller ihre Spielsachen aus – inländischen Spielzeugproduzenten sind jedoch kaum mehr vorhanden. Und auch die Übriggebliebenen kämpfen um ihre Zukunft.

Legende: Video Immer weniger Schweizer Spielzeughersteller abspielen. Laufzeit 1:33 Minuten.
Aus Tagesschau vom 02.10.2015.

Matthias Etter ist Erfinder von Cuboro. Das Spezielle am erfolgreichen Murmelspiel aus Holz ist, dass es in der Schweiz produziert wird. «Und wir leiden darunter», erklärt Etter. Als er das Spiel vor knapp 30 Jahren erfunden hat, war ihm die perfekte Umsetzung wichtig. Deshalb suchte er nach geeigneten Produzenten für die Produktion in der Schweiz und fand diesen in der Schreinerei Nyffeler im bernischen Gondiswil.

Im Verlauf der Jahre wurde Cuboro der Hauptauftraggeber und die Schreinerei hat ihr Mobiliar auch auf die Produktion des Spiels ausgerichtet. Doch Cuboro steck in einer schwierigen Lage: Drei Viertel der Lieferungen gehen ins Ausland, vor allem nach Deutschland. Wegen der Frankenstärke hat Etter bereits merkliche Umsatzeinbussen erlitten.

Spielzeugmarkt «nicht konjunkturabhängig»

«Es gab schon Überlegungen im Ausland zu produzieren, aber die Herstellung ist zu anspruchsvoll.» Deswegen sei Auslagern keine Option mehr. Für Etter ist klar, dass er exportieren muss. Alleine für die Schweiz zu produzieren würde sich nicht lohnen: «Es braucht für die Produktion und Vermarktung eine gewisse Grösse und deswegen ist das Ausland sehr wichtig für uns.»

Sandro Küng vom Spielwaren Verband Schweiz (SVS) erklärt, dass es «in der Schweiz, gemessen am Gesamtmarkt, schon immer wenig Produzenten gab.» Allerdings brachen die Exportzahlen in den letzten Jahren regelrecht ein. Ausländische Hersteller verkaufen dagegen weiterhin viele Spielzeuge in der Schweiz. Dies praktisch in jedem Jahr, da der Spielzeugmarkt «nicht konjunkturabhängig ist», wie Küng erklärt. Bei den Kindern spart man zuletzt.

2 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von marlene Zelger (Marlene Zelger)
    Überhaupt verschwindet immer mehr "Swiss made". Traurig!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    Selten finde ich in der Schweiz etwas in der Schweiz hergestelltes und kaufe dann lieber nichts, als dass ich dann ein in Deutschland, Frankreich oder Fernost hergestelltes Produkt kaufe. Wenn die riesigen Konzerne aus der Schweiz abwandern würden und wir viele kleine Produktionsbetriebe aufbauen würden, müssten wir die Schweiz nicht künstlich mit "Ausländern" füllen und hätten wieder einen florierenden, ehrlichen Handel in der Schweiz. Die Bauern als unsere Lebensgrundlage darin inbegriffen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen