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Wirtschaft Spitalkosten steigen trotz Fallpauschalen weiter

Seit 2012 finanzieren sich die Krankenhäuser in der Schweiz über ein neues Tarifsystem. Jeder Spitalaufenthalt wird mit einer Fallpauschale vergütet. Über deren Höhe streiten die Akteure im Gesundheitswesen noch immer. Und das Fazit nach einem Jahr: Die Spital-Kosten sind weiter gestiegen.

Arzt mit Stethoskop
Legende: Fallpauschalen Viele Schweizer Spitäler sind sich mit den Versicherern noch nicht einig geworden. Colourbox

Anfang 2012 mussten Schweizer Spitäler auf ein neues Tarifsystem umstellen. Die Folge: Seit einem Jahr streiten Spitäler, Krankenversicherer und Kantone noch immer um die Ausgestaltung der so genannten Fallpauschalen. Wie teuer eine Blinddarm-Entfernung oder eine Bypass-Operation künftig tatsächlich sein werden, ist vielfach noch nicht entschieden.

Ernüchternd ist zudem: Die Spitalkosten sind gestiegen. Im Schnitt sind stationäre Behandlungen letztes Jahr um 2,3 Prozent teurer geworden.

Ziel war die Kostenneutralität

Tarifsuisse hatte sich das anders vorgestellt. Der Verband vertritt mehr als zwei Drittel aller Krankenversicherer und handelt mit den Spitälern die Tarife aus. Direktorin Verena Nold sagt gegenüber «ECO»: «Das Ziel ist gewesen, die neue Spitalfinanzierung kostenneutral einzuführen.»

In 18 Kantonen sind die Kosten für stationäre Spitalbehandlungen in der Grundversicherung gestiegen (siehe Tabelle). Diese Zahl kann sich sogar noch erhöhen. Denn einige Kantone haben Rechnungen in zweistelliger Millionenhöhe noch nicht mit den Krankenversicherern abgerechnet, darunter Waadt, Freiburg und Neuenburg.

Kostenentwicklung Spital stationär 2011-12

KantonVeränderung Spitalkosten
Aargau5.3%
Appenzell Innerrhoden-7.9%
Appenzell Ausserrhoden14.6%
Bern-4.8%
Basel-Landschaft7.8%
Basel-Stadt3.0%
Freiburg-17.7%
Genf1.7%
Glarus14.4%
Graubünden0.9%
Jura-17.4%
Luzern10.8%
Neuenburg-4.2%
Nidwalden42.5%
Obwalden20.1%
St. Gallen19.3%
Schaffhausen11.8%
Solothurn0.0%
Schwyz19.6%
Tessin-18.2%
Thurgau-8.7%
Uri20.6%
Waadt-1.2%
Wallis15.5%
Zug8.7%
Zürich9.5%
Durchschnitt2.3%
Quelle: tarifsuisse

Fallpauschalen sollen die Kosten der Spitäler vergleichbar machen sowie Anreize für zu lange Spital-Aufenthalte mindern. Das neue Abrechnungssystem hatte Anfang 2012 die bisherigen Tagespauschalen abgelöst.

«ECO»-Schwerpunkt

Der Bericht im Wirtschaftsmagazin «ECO» und das Studiogespräch mit Pascal Strupler, Direktor Bundesamt für Gesundheit.

01.10.12: Streit um Fallpauschalen

20.09.10: Milliardenlöcher bei Schweizer Spitälern

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23 Kommentare

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  • Kommentar von Zihlmann Ueli, Luzern
    Wird hier bewusst Desinformiert zu den Gesundheitskosten. Es geht doch nicht um prozentuale Veränderungen - weshalb wird die Basis der Berechnung zu den Prozenten nicht angegeben? Bei unterschiedlichen pro Kopf Kosten in der Grundversichrung von 2'700 (LU) zu 3'900 (VD) ist die absolute Veränderung irgendwie relevant. Ablenkung vom Kernproplem - unsere Gesundheitspolitik hat kein übergreifendes Konzept. Leider wieder einmal nicht objektiv berichtet.
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  • Kommentar von f. mathis, zürich
    So lange jedes Haus Leute einstellt um zu schauen wie man die Tarife und Verträge am besten ausnützen kann, wird dieses System nie funktionieren und das mit dem nicht zu früh nach Hause schicken ist ein Witz. So lange Radiologien die stationären zu erst nach Hause schicken und am nächsten Tag ambulant wieder aufbieten für einen Kontrollultraschall kann das nie funktionieren und man sieht, es wird getrixt wo man nur kann.
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  • Kommentar von S. Sugano, Therwil
    Es wird immer teurer, ganz egal wie man es macht. Es ist wie bei der Bahn, den Krankenkassen, und sonst ueberall. Oft hat es nicht mit Real erhoehungen zu tun, sondern einfach nur mit neuen Definationen was wieviel kostet. Beispiel Autoreparatur: Heute kann man genau erfahren, was wieviel kostet, und wieviel Zeit es benoetigt, durch vor Definierte Arbeiten, es ist schon lange nicht mehr dass der effektive Aufwand verrechnet wird, nur noch Pauschal, etc. Doch irgend wann wird das System fallen
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