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Wirtschaft Spuhler rechtfertigt Deal mit Diktator

600 Arbeitsplätze in einer 60 Millionen teuren Fabrik. Ende November hat alt SVP-Nationalrat Peter Spuhler in Diktator Lukaschenkos Weissrussland das erste Stadler-Werk eröffnet. Gegenüber der «Rundschau» rechtfertigt sich Spuhler: «Wir liefern die Züge nicht für den Präsidenten, sondern fürs Volk.»

Legende: Video Spuhlers Geschäfte mit Weissrussland abspielen. Laufzeit 01:37 Minuten.
Aus Tagesschau vom 03.12.2014.

Mit Fanfaren und dem Besuch des Staatspräsidenten Alexander Lukaschenko weihte Peter Spuhler die neueste Fabrik im weissrussischen Minsk ein. Hier werden modernste Doppelstock-Züge für die S-Bahn Moskau von Stadler Rail gebaut – ein Auftrag von über 440 Millionen Franken. Weitere Aufträge für Weissrussland sollen folgen.

Lukaschenko: «Spuhler, ein Mann der Tat»

Alexander Lukaschenko regiert Weissrussland seit 20 Jahren mit eiserner Hand. Im Interview mit der «Rundschau» lobt der Diktator seine neuen Schweizer Geschäftspartner: «Ich schätze Peter Spuhler sehr. Er kam hierhin, sprach und handelte. Der Weg ist vorgespurt für weitere Investoren aus Europa.»

Der autoritäre Staatspräsident erhofft sich, dass nach dem Schweizer Zugsbauer weitere westeuropäische Firmen in Weissrussland investieren. Lukaschenko zur «Rundschau»: «Wir tun alles, damit diese Fabrik von Stadler Rail zum Blühen kommt.»

Spuhler: «50 Prozent Arbeitsplätze für die Schweiz»

Für Spuhlers Stadler Rail mit weltweit über 6000 Angestellten ist Weissrussland das Eintrittsbillett in den riesigen, russischen Eisenbahnmarkt. Die neuen Aufträge aus dem Osten sollen helfen, Spuhlers Fabriken in der Schweiz voll auszulasten.

Der alt-Nationalrat und Firmenchef rechtfertigt den Deal mit Diktator Lukaschenko. «Die Hälfte der Arbeit für die russischen Züge fällt in unseren Schweizer Fabriken etwa in Winterthur an. Wenn wir nicht in solche Länder gehen, die in grossem Stil in die Eisenbahn investieren, dann sind diese Aufträge weg.»

Spuhler weiter: «Wir liefern die Züge ja nicht für den Präsidenten, sondern fürs Volk, das damit zur täglichen Arbeit fährt.»

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43 Kommentare

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  • Kommentar von Paul Beaumont, Pfaeffikon
    Der Herr Prinz hat ein eigenartiges Verstaendnis von Wirtschaft und Politik. Wir sollen unsere Uhren und Pharma Produkte auf der ganzen Welt verkaufen. Nestle soll auf der ganzen Welt Nahrungsmittel produzieren und vermarkten und die Gewinne in der Schweiz ausweisen. Dutzende von Technologie Firmen der Schweiz sollen exportieren. Schweizer Politker (z.B. Burkhalter) sollen im Osten verhandeln aber Herr Spuhler duerfte nach Herrn Prinz im Osten nicht taetig sein. Und der schweiz. Lebensstandard??
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  • Kommentar von Alfred Reist, Winterthur
    Hut ab vor solchen Unternehmern wie Peter Spuhler ! Als die ganze Schweiz nichts mehr von der Bahn wissen wollte (Niedergang SLM, ABB-Verkehrstechnik, usw.) hat er sein, damals kleines, Unternehmen mit Beharrlichkeit und guten Produkten zum weltweiten Erfolg geführt. Daher also: Weiter so !
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  • Kommentar von Christopher Prinz, Obfelden
    Wie traurig ein Tag beginnen kann. Gerade habe ich mich noch darüber gefreut, dass wenigstens bei den jüngeren Leuten eine selbstkritische Haltung da ist, als ich die slampoetry, des Wort des Jahres hörte. Eigentlich sollte ich mich freuen über den regen Austausch, aber irgendwie bleibt dieses flaue Gefühl in der Magengegend und das riesige Fragezeichen im Kopf. Hat die Schweiz noch ein Gesicht? Haben die Schweizer noch eins? Tja ein Gesicht hat jeder, aber schön ist dass nicht mehr.
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