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Wirtschaft Spuhler: «Staat kann der Exportindustrie nicht helfen»

Peter Spuhler, Chef des Bahnunternehmens Stadler Rail, gab sein SVP-Nationalratsmandat auf, um für seine Firma und gegen die Folgen des starken Frankens zu kämpfen. Am Industrietag der Unia sagte Spuhler: Die Schweizer Industrie ist in Gefahr. Hilfe von der Politik will er jedoch keine.

Peter Spuhler am Rednerpult.
Legende: Peter Spuhler kämpft mit seiner Firma gegen die Folgen des starken Frankens. Keystone/Archiv

Der Schweizer Werkplatz liege ihm am Herzen, sagt Peter Spuhler. Und man glaubt es dem Ostschweizer Unternehmer aufs Wort. Doch der Stadler Rail-Patron ist ganz schön gefordert, will er weiterhin rund die Hälfte seiner 6'000 Angestellten in der Schweiz behalten.

Denn seine Züge sind für seine ausländischen Kunden nach der Aufhebung des Euro-Mindestkurses am 15. Januar schlagartig teurer geworden: Spuhler musste damals – wie unzählige andere Unternehmer – umgehend über die Bücher: «Man muss sich immer fragen, wo man Kosten einsparen und wo kann man gewisse Prozesse effizienter organisieren oder verschlanken kann. Auch das Einkaufsvolumen von der Schweiz in den Euroraum zu verlagern, ist sicher eine Möglichkeit.»

Doch genau damit wird Spuhler quasi zum «Mit-Täter»: Verschmäht er Schweizer Zulieferer-Betriebe und kauft stattdessen sein Material bei günstigeren Lieferanten im Euro-Raum ein, schwächt er damit den Werkplatz Schweiz gleich selber: «Das ist absolut richtig, aber wenn sie gar keine Aufträge mehr kriegen, hat niemand mehr etwas davon. Also muss man versuchen, das Leiden ein bisschen zu verteilen und partiell gewisse Komponenten im Ausland einkaufen.»

Die Wirkung von staatlicher Hilfe verpufft spätestens an der Landesgrenze

Unterstützung, um den Werkplatz Schweiz möglichst zu erhalten, will er keine – schon gar nicht von der Politik. Da ist Spuhler wieder ganz der ehemalige SVP-Nationalrat, wenn er betont, dass staatlich geschnürte Konjunkturpakete oder Investitionsfonds nichts brächten: «Ich glaube einfach nicht, dass der Staat die Instrumente hat, der Exportindustrie zu helfen. Die Wirkung verpufft spätestens an der Landesgrenze.»

Das Schicksal in die eigene Hand nehmen

Denkbar wäre für ihn allenfalls, die Leistungen der Schweizerischen Exportrisikoversicherung auszubauen. Konkreter wird er nicht, sondern meint lediglich, sie würden in den Wirtschaftsverbänden, in denen er sich engagiert, derzeit verschiedene Möglichkeiten ausloten. Derweil rät Spuhler den Industrie-Bossen, ihr Schicksal in die eigenen Hände zu nehmen und innovativ zu sein.

Stadler Rail sei es so gelungen, in neue Bereiche vorzustossen und beispielsweise einen U-Bahn-Auftrag in Berlin zu ergattern. Allerdings fehlt wohl vielen Unternehmen momentan das Geld für Innovationsprojekte. Laut einer Umfrage des Industriebranchenverbandes Swissmem rechnet jeder dritte Betrieb dieses Jahr mit einem Verlust.

Ständiges Schielen auf den Euro-Franken-Kurs

Spuhler übt sich dennoch in Optimismus: «Betrachtet man die Maschinen- und Elektroindustrie, sieht man, dass wir in den letzten zehn bis 15 Jahren mehr oder weniger die Anzahl Mitarbeiter halten konnten. Ich hoffe, dass dies auch für die Zukunft gelingt: Wir sprechen hier von 320‘000 bis 340'000 Mitarbeitern.»

Derweil schielt aber auch Spuhler regelmässig auf den Euro-Franken-Kurs: Der ist vor Kurzem erstmals wieder auf über 1,10 geklettert. Mit einem noch höheren Kurs – sprich einem noch schwächeren Franken – wäre allen Export-Betrieben am meisten geholfen.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    Spuhler ist ein Turbo + jeder Schweizer der sein Land liebt sollte eigentlich gegen ihn sein. Spuhler gehört eigentlich in die FDP, denn er vernichtet Bauern. Er ist einer der mit Vollgas das Wirtschaftswachstum ankurbelt. Im Wettkampf um "Geld + Gier" ist das sicher ein Erfolg. Aber mit Hinsicht auf die Erde und die Natur, eine Katastrophe. Jedes Wachstum, ob Wirtschaft oder Bevölkerung, hat irgendwo eine Verdrängung oder Vernichtung zur Folge. Es sollte Wettbewerb zu Gunsten der Natur geben.
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  • Kommentar von Rolf Bolliger (robo)
    Peter Spuhler hat erkennen müssen, dass man als wichtiger Konzern CEO nicht auch noch Politiker mit dermassen vielen Kommissions-Sitzungen, Parteiveranstaltungen und Nationalrats-Sessionen leben kann! Er hat sich für sein Werk (und für die 330'000 (!) Mitarbeiter(innen) bei "Stadler Rail" entschlossen! Das gibt nun aber gewissen SVP-Phobien-Kranken bereits Gelegenheit, sich als Oberheuchler ihrer sonst dermassen verhassten wählerstärksten Partei gegenüber, zu outen! Bald kommt der 18. Oktober !
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  • Kommentar von Niklaus Bächler (parteilos!!)
    Peter Spuhler ist ein Vollblutunternehmer und er war neben This jenny das beste Pferd im Stall der SVP! Nun zeigt Spuhler, dass er auch charakterlich den heutigen Hardlinern seiner ehemaligen Partei weit überlegen ist. Und, Peter Spuhler hat rechtzeitig gemerkt, dass ihm der Kurs dieser rechtspopulistischen Rufer-Partei nun schaden kann und hat seinen Hut genommen. Ich vermisse Peter Spuhler als Politiker, weil er gradlinig und kein «Luftheuler» wie die anderen war/ist! Good luck,Peter Spuhler!
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    1. Antwort von M. Roe (M. Roe)
      Bächler: Das scheint mir doch ein bisschen viel Heuchelei zu sein.
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    2. Antwort von Dölf Meier (Meier Dölf)
      Nach unserem Tod werden wir nicht nach unserem Vermögen beurteilt. Massgebend wird das gesamte Leben sein. Da Gott gerecht ist, wird vielleicht der arme Schlucker der Grösste sein.
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    3. Antwort von robert mathis (veritas)
      N.Bächler,Sie als Gutmensch sollten sich etwas mässigen,oder lässt Sie der SVP Hass einfach durchstarten und Sie merken nicht einmal mehr wenn Sie beleidigen und diffamieren.Ich erhoffte mir vom neuen Forum bessere Zensur " Netiquette "
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    4. Antwort von Niklaus Bächler (parteilos!!)
      Robert Mathis, da kann ich ihnen nur antworten, dass Realitäten manchmal schmerzlich zu akzeptieren sind! Oder sehen sie etwasSVP-Politiker mit dem Format eines Peter Spuhler? Ich kann dies beim besten Willen nicht erkennen!
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