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Wirtschaft Staatsausgaben und Exporte treiben Wachstum an

Die Schweizer Wirtschaft wächst: langsam, aber stetig. Konkret: Um ein halbes Prozent legte sie zwischen Juli und September zu. Das zeigen die neusten Zahlen des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco). Die Gründe für das Wachstum haben sich im Vergleich zum Vorquartal allerdings verschoben.

Bauarbeiter
Legende: Stärkere Wachstumsraten waren bei den Konsumausgaben des Staates zu verzeichnen. Keystone/symbolbild

In den vergangenen Quartalen hatte in erster Linie der private Konsum die Wirtschaft angetrieben. Neu sind es vor allem zwei Faktoren, die das Wachstum befeuern.

Wachstumsmotor Nummer eins: die Staatsausgaben. Der Bund gibt mehr Geld aus für das Gesundheitswesen und die Sozialversicherungen. Hier sind die Ausgaben von Juli bis September gegenüber dem Vorquartal um über 1 Prozent gestiegen.

Wachstumsmotor Nummer zwei: die Exporte. Nach drei negativen Quartalen haben die Ausfuhren ohne Wertsachen mit plus 3,7 Prozent kräftig zugelegt. Verantwortlich sind dafür vor allem die Pharma- und die Chemiebranche. Aber auch die Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie (Swissmem) verzeichnet ein Plus – und ist zuversichtlich: Der Bestellungseingang hat im letzten Quartal um über 10 Prozent zugenommen.

Ebenfalls positiv zu Buche schlägt der Tourismus. Es kommen wieder mehr ausländische Touristen in die Schweiz und geben auch Geld aus.

Korrektur in Richtung normaler Trend

Nicht mehr ganz so stark hingegen ist der Konsum der privaten Haushalte: Der bisherige Wachstumstreiber hat mit 0,2 Prozent nur noch leicht zugelegt. Das liege insbesondere daran, dass sich die Ausgaben im Gesundheitsbereich weniger ausgeprägt entwickelt hätten, erklärt Eric Scheidegger, Ökonom beim Seco.

In dem Bereich habe in den Quartalen davor allerdings immer wieder eine starke Zunahme dieser Ausgaben stattgefunden, relativiert Scheidegger gegenüber SRF: «Ich sehe das nun eher als eine Korrektur in die Richtung eines normalen Trends.»

BIP von 2,3 Prozent erwartet

Die Zahlen stimmen optimistisch. «Eine Schwalbe macht noch keinen Frühling, aber wir sind zuversichtlich», sagt der Ökonom. Das Seco habe entsprechende Indikatoren. «Diese zeigen, dass die weltwirtschaftlichen Impulse der Schweizer Exportwirtschaft in den nächsten Quartalen helfen können.» Ausserdem geht Scheidegger davon aus, dass das Wirtschaftswachstum im nächsten Jahr etwas breiter abgestützt sein wird.

Das Seco prognostiziert für das Jahr 2014 ein Wachstum von 2,3 Prozent: «Das wird auch von der jüngsten Prognose der OECD bestätigt», fügt der Leiter der Direktion für Wirtschaftspolitik an. Die OECD rechne sogar damit, dass das BIP-Wachstum im 2015 noch einmal einen Zacken zulegen wird – «immer vorausgesetzt, dass sich das weltwirtschaftliche Umfeld in etwa so entwickelt, wie wir heute erwarten dürfen».

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1 Kommentar

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  • Kommentar von H. Bernoulli, Zürich
    Würde also viel weniger für das Gesundheitswesen ausgegeben, weil es günstigere Therapiemöglichkeiten gibt und die Menschen gesünder sind, würde das BSP deswegen zurückgehen. Das BSP ist wahrlich kein Indikator für Wohlstand! Nur dafür, wie gross der zu verteilende Kuchen ist, d.h. wieviel insgesamt verdient werden kann - koste es Mensch und Umwelt was es wolle..."Geld frisst Welt" oder Hauptsache, der Rubel rollt.
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