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Wirtschaft Stadler Rail baut die neuen Gotthard-Züge

Die SBB vergibt einen 980-Millionen-Auftrag an die Stadler Rail von alt Nationalrat Peter Spuhler. 2019 sollen die 29 neuen Neat-Züge auf der Nord-Süd-Achse zum Einsatz kommen.

Im Juni 2016 nimmt die SBB den Gotthardbasistunnel in Betrieb, mit 57 Kilometern der längste Eisenbahntunnel der Welt. Insgesamt 29 neue Triebzüge sollen ab Ende 2019 schrittweise auf der ausgebauten Nord-Süd-Achse in Betrieb genommen werden. Ausgeschrieben hatte die SBB den Auftrag vor zwei Jahren. Volumen: 980 Millionen Franken.

Den Zuschlag bekommen hat jetzt die Stadler Rail aus der Schweiz. Das schreibt das Unternehmen von alt Nationalrat Peter Spuhler (SVP) in einer Medienmitteilung.

Der neu entwickelte EC250 ist ein 200 Meter langer, elfteiliger Gliederzug mit einer Spitzengeschwindigkeit von 250 km/h. Die weltweit ersten einstöckigen Niederflur-Hochgeschwindigkeitszüge werden im Werk von Stadler Rail in Bussnang (TG) konstruiert.

Gemäss SBB fiel der Entscheid klar aus: «Stadler Rail hat die Vergabekriterien mit deutlichem Vorsprung am besten erfüllt und uns einen sehr kundenfreundlichen Zug offeriert», sagt CEO Andreas Meyer.

Die Rollmaterialhersteller Alstom und Talgo, die ebenfalls eine Offerte für den Grossauftrag eingereicht hatten, gehen leer aus.

Auftragseinbruch im 2012

«Wir sind sehr stolz, dass wir die hohen Anforderungen der SBB erfüllen konnten», sagt Peter Spuhler, der 2012 aus dem Nationalrat zurückgetreten ist, um sich ganz seinem Unternehmen zu widmen. Im gleichen Jahr brach der Auftragseingang gemäss Mitteilung vom mehrjährigen Durchschnitt von rund zwei Milliarden Franken auf nur noch 720 Millionen ein.

Stadler Rail reagierte auf die Krise mit einer Anpassung der Strategie: Neue Märkte, neue Segmente. Vor zwei Jahren gewann Stadler Rail den ersten U-Bahn Auftrag für Berlin und nun den ersten Auftrag im Fernverkehr bis 250 km/h. Peter Spuhler: «Wir sind überzeugt, dass wir diesen Zug mit gewissen Anpassungen auch erfolgreich in anderen Märkten verkaufen können.»

Der Auftrag der SBB trage positiv zur besseren Auslastung des grössten Stadler-Werkes in Bussnang ab Mitte 2015 bei, heisst es in der Mitteilung. Die Drehgestelle kommen aus dem Stadler-Werk in Winterthur. Zahlreiche Schweizer Zulieferer werden wichtige Komponenten liefern.

Legende: Video Animation: Der neue Zug auf der Nord-Süd-Achse abspielen. Laufzeit 00:23 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 09.05.2014.

Stadler Rail

Stadler Rail
Legende: Keystone

Stadler Rail beschäftigt weltweit 6000 Mitarbeitende, 3000 an Schweizer Standorten. Das Unternehmen ist spezialisiert auf den Schienenfahrzeugbau. CEO und Inhaber ist alt Nationalrat Peter Spuhler (SVP). Bereits 2008 vergab die SBB einen Auftrag über fast 1 Milliarde Franken zum Bau neuer Zürcher S-Bahnen an die Stadler Rail.

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31 Kommentare

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  • Kommentar von Urs Rösli, Zürich
    Ich finde diese Bestellung super und ich freue mich für Stadler Rail. Es scheint mir doch wichtig, wenn wir einen Zugbauer in der Schweiz haben, dass der von den SBB auch berücksichtig wird. Denn wieviel ist schon schief gelaufen!!! Und jetzt kann die Schweizer Industrie zeigen, dass sie besser ist als die ausländische Konkurrenz, was auch Nachfolgeaufträge nach sich ziehen wird.
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  • Kommentar von Willy Boller, Selevac
    Wenn ich die ganzen Beiträge durchlese ist der Tenor doch so: Bravo, alles super, gut gemacht usw.! Die neuen Züge werden durch ein Schweizer Unternehmen produziert. Damit bin ich völlig gleicher Meinung, obschon der neue Zug doch erst auf dem Papier existiert. Und nun sei mir die Frage erlaubt: warum soll das gleiche nicht auch bei den Flugzeugen Gültigkeit haben?
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  • Kommentar von Hans-Peter Hulliger, Bäretswil
    Eine sehr gute Bestellung. Nun ist die NEAT bald bereit und auch moderne Züge sind bestellt. Unbedingt müssen die Anschlussstrecken in Deutschland und Italien ausgebaut werden, damit die NEAT voll genutzt werden kann. Unser Bundesrat muss diese Forderung an unsere Nachbarn selbstbewusst stellen. Wobei nicht der Schweizer Steuerzahler sondern die EU Nachbarn diese Strecken gem Abkommen finanzieren müssen.
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