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Handelsbeziehungen mit Indien Stadler Rail will nach Indien

Legende: Video Eisenbahn-Megadeal winkt in Indien abspielen. Laufzeit 3:56 Minuten.
Aus 10vor10 vom 01.09.2017.
  • Derzeit besucht Doris Leuthard Indien. Bei diesem zweitägigen Staatsbesuch steht die wirtschaftliche Zusammenarbeit der beiden Länder im Vordergrund.
  • Begleitet wird die Bundespräsidentin von einer grossen Delegation namhafter Schweizer Unternehmen. Mit dabei ist auch Peter Spuhler, der CEO des Thurgauer Schienenfahrzeugherstellers Stadler Rail.
  • Spuhler buhlt um einen grossen Milliardenauftrag der indischen Staatsbahnen und nutzt den Besuch in Delhi, um auf allerhöchster Ebene für sein Projekt zu werben.

Indien verfügt über rund 63'000 Kilometer Schienen. Mehr als 11 Millionen Menschen sind jeden Tag mit dem Zug unterwegs. Die Bahninfrastruktur ist aber komplett veraltet. Diesem Problem will der indische Staat entgegenwirken, indem er das Eisenbahnnetz aufrüsten und modernisieren möchte.

«Bislang machten wir einen Bogen um Asien. Jetzt sehen wir Chancen.»
Autor: Peter SpuhlerCEO Stadler Rail

Neuer Marktzugang

Dazu hat das indische Eisenbahnministerium eine gigantische Ausschreibung gemacht. 5000 neue Triebzüge für den Nah- und Regionalverkehr sollen her. Auftragsvolumen: Fast 8 Milliarden Schweizer Franken.

Im Rennen mit dabei ist das Schweizer Unternehmen Stadler Rail von Peter Spuhler. Für ihn wäre das der grösste Auftrag den er je hatte und der Einstieg in einen absolut neuen Markt.

Peter Spuhler meint dazu: «Bis anhin machten wir einen Bogen um Asien. Jetzt sehen wir Chancen.» Stadler Rail steht im Wettbewerb mit seinen grössten Rivalen, nämlich dem internationalen Schienenfahrzeughersteller Siemens mit Bombardier sowie Alstom und CRRC. Auch sie kämpfen um den Mega-Deal.

Trotzdem ist Spuhler voller Hoffnung: «Wir konnten in den letzten Jahren einige Grossprojekte, schwierige Projekte im Ausland gewinnen und wir sind zuversichtlich, dass wir auch hier gewinnen können.»

Ich glaube generell, die Schweiz steht für höchste Qualität, das wissen die.
Autor: Doris LeuthardBundespräsidentin

Eine Preisfrage

Spuhler ist seinen Konkurrenten einen Schritt voraus, indem er als Mitglied der bundesrätlichen Delegation dem Chef der indischen Staatsbahnen und dem Ministerpräsidenten Narendra Modi sein Projekt persönlich vorstellen konnte.

Doris Leuthard unterstützt dieses Vorhaben: «Ich denke, es ist für die Unternehmen wichtig, dass man sich präsentieren und sein Anliegen auf höchster Ebene anbringen kann. Ich glaube generell, die Schweiz steht für höchste Qualität, das wissen die.»

Sehr oft sei es auch eine Preisfrage. Aber man könne mindestens den Support geben für Schweizer Unternehmen, so dass diese in den Auswahlverfahren korrekt behandelt würden und hoffentlich überzeugen mit ihren Produkten. «Das erreicht man schon mit diesen Besuchen», sagt die Bundespräsidentin in der Sendung «10vor10».

Neue Fabrik und 3000 Arbeiter

Wenn Spuhler den Zuschlag für den 8-Milliarden-Deal erhält, wird er in der Nähe von Kalkutta eine Fabrik zum Bau der Triebzüge errichten. So will es der indische Auftraggeber. 3000 Mitarbeiter würden in der neuen Fabrik beschäftigt werden. Die weltweite Zahl der Arbeiter von Stadler Rail würde damit auf einen Schlag von heute rund 7000 auf mehr als 10'000 anwachsen.

Ob sich die Reise von Peter Spuhler gelohnt hat, wird sich Anfang nächsten Jahres zeigen, denn dann steht fest, ob Stadler Rail für Indien 5000 neue Züge bauen darf oder nicht.

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11 Kommentare

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  • Kommentar von Peter Christener (Peter Christener)
    Stadler hat Chancen die enge Beziehung zwischen Indian Railways und unser Industrie fortzusetzen. Die ersten E-Loks von BBC fuhren 1930, darunter die weltweit schnellsten ihrer Zeit. Dann folgte eine Reisezugwagen-Fabrik von Schlieren, die bis heute 50.000 Wagen baute. 1995 kamen die E-Loks aus der Schweiz. Bis heute 1300 Stück gebaut. Ab 2015 neue Triebzügen für Bombay mit Elektrik aus Zürich.
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  • Kommentar von Hans Haller (panasawan)
    Die Schweiz tut gut daran sich als Ersatz zu Deutschland nach einer brauchbaren und akzeptabel Alternative umzusehen. Indien ist da sehr wohl gut geeignet. Unser Problem ist die Deutschlandabhaengigkeit, diese muss zwingend relativiert werden, je schneller desto besser fuer die Schweiz. Fuer die Schweiz gilt mehr den je, "es muss auch ohne die Deutschen" gehen.
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  • Kommentar von Christian Szabo (C. Szabo)
    Es ist eine Chance für Stadler Rail. Aus meinem persönlichen Umfeld ist mir jedoch bekannt, wie viel Aufwand und Support es braucht, bis in Fabriken in Asien Schweizer Qualität und Konstanz erreicht wird. Es braucht vor allem für die Praktiker einen langen Atem. Auf den Papieren sieht vieles gut aus. Trotzdem lohnt sich so ein Versuch, wenn man sich der Konsequenzen bewusst ist. Der Nachholbedarf in Indien ist riesig.
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