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Wirtschaft Starker Gewinnrückgang bei Zurich

Im ersten Quartal ging der Reingewinn der Zurich um fast 30 Prozent zurück. Auch der Umsatz sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich. Der Versicherungskonzern schnitt damit dennoch leicht besser ab als von Analysten erwartet.

Schild mit der Aufschrift «Zurich compagnie d'assurances»
Legende: Erstmals Quartalsergebnisse der Versicherungsgruppe unter der Führung von Mario Greco publiziert. Reuters

Mario Greco, erst seit wenigen Wochen als Chef des Versicherungskonzerns Zurich im Amt, hat für das erste Quartal 2016 keine guten Nachrichten zu verkünden. Der Reingewinn ist um 28 Prozent auf 875 Millionen Dollar zurückgegangen. Der Betriebsgewinn ging um 16 Prozent auf 1,1 Milliarden Dollar zurück. Und auch der Gesamtumsatz sank um 16 Prozent auf 17,6 Milliarden Dollar.

Grösstes Minus bei Sachversicherungen

In der grössten Sparte, der Sachversicherungsdivision, verschlechterte sich der sogenannte Schaden-Kosten-Satz, ein Gradmesser der Profitabilität einer Versicherungsgesellschaft. Für das erste Quartal 2016 weist Zurich 97,7 Prozent aus. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres betrug der Wert 96,7 Prozent und hat sich somit um 1 Prozentpunkt verschlechtert, was sowohl auf einen höheren Schaden- wie auch Kostensatz zurückzuführen war, wie Zurich in einer Mitteilung schreibt.

Die Prämien im Segment Sachversicherungen sanken um 10 Prozent. In Lokalwährungen ging es um 5 Prozent nach unten. Als einer der Gründe dafür nannte Zurich, dass sie sich von unrentablen Versicherungsportfolios getrennt habe. In der Lebensversicherungssparte lief es dagegen besser. Sowohl der Betriebsgewinn als auch die Einnahmen blieben im Vorjahresvergleich nahezu unverändert.

Stolz auf starke Kapitalbasis

Das Nettoergebnis aus Kapitalanlagen betrug im ersten Quartal 1,7 Milliarden Dollar, nach 2,1 Milliarden Dollar in der Vorjahresperiode. Dies entspricht einer Nettorendite von etwa 0,9 Prozent, nach rund 1,0 Prozent im ersten Quartal des Vorjahres. Dies entspricht laut Unternehmensangaben einem Rückgang von 0,2 Prozentpunkten.

Europas fünftgrösster Versicherer weist in seiner Medienmitteilung allerdings auf seine starke Kapitalbasis hin. So betrug etwa die Solvenz nach dem Schweizer Solvenztest Anfang Jahr passable 189 Prozent.

Zufriedene Gesichter bei Analysten

Finanzchef George Quinn zeigt sich mit dem Ergebnis des ersten Quartals zufrieden: «Obwohl wir noch am Anfang des Prozesses stehen, zeigen diese Ergebnisse, dass die Massnahmen zur Verbesserung der Performance in unserem Schadenversicherungsgeschäft zu greifen beginnen.»

Quinn geht davon aus, dass sich dieser Trend im Jahresverlauf fortsetzen wird. Das Schadenversicherungsgeschäft verbesserte sich planmässig und weitere Fortschritte im Jahresverlauf seien zu erwarten.

«Es ist deutlich mehr Gewinn als erwartet», sagt SRF-Wirtschaftsredaktorin Susanne Giger. Die Analysten hätten mit weniger Gewinn gerechnet. 875 Millionen Dollar seien zwar schon einiges weniger als vor einem Jahr. «Doch das Vorjahresquartal bestand aus ausserordentlich guten Monaten. Deshalb war es auch schwierig, dieses Ergebnis wieder zu erreichen.» Analysten hatten durchschnittlich mit 707 Millionen Dollar Überschuss gerechnet.

Greco: Ruf ist das Wichtigste

Für Mario Greco hat der Ruf des Versicherungskonzerns oberste Priorität. «Vorrangig ist die Reputation, die Glaubwürdigkeit des Unternehmens, die durch den Vorfall im Jahr 2015 angegriffen ist», sagte Mario Greco. «Am wichtigsten ist es, diese wiederherzustellen.» Greco steht seit März an der Spitze von Europas fünftgrösstem Versicherungskonzern.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von W. Pip (W. Pip)
    Wenn in der heutigen Zeit Sesselfurzer, Erbsenzähler, Prozesswahn und verunglückende JeKaMi-Projekte den Gewinn grosser Konzerne wie Schnee an der Sonne schmelzen lassen, jubeln Analysten jeweils. Warum, ist mir ein Rätsel… Aber sie tun es ja auch, wenn diese Firmen im Falle von harten Verlusten nichts besseres wissen, als Mitarbeiter auf die Strasse zu stellen, statt die krebsartigen Strukturen auszumerzen…
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  • Kommentar von Daniele Röthenmund (gerard.d@windowslive.com)
    Wie krank ist das den? Da macht ein Betrieb in 3 Monaten ca. 800 Millionen Franken Reingewinn und das wird einem fast wie eine Katastrophe verkauft. Wir sind im grössten Mass Krank! Wir haben wirklich langsam jedes Mass an die Wirklichkeit verloren. Und wenn man denkt das man für das Resultat viele Menschen auf die Strasse gestellt hat, solche Betriebe sollen auch noch mit Steuergeschenke unterstützt werden? Aber auf den Flüchtlingen herumreiten und die wahren Verbrecher frei rumlaufen lassen.
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