Starticket und Ticketcorner wollen fusionieren

Gibt es in der Schweiz künftig nur noch einen grossen Ticket-Vermarkter? Ringier, Tamedia und CTS Eventim wollen ihre Aktivitäten zusammenlegen. Der Konsumentenschutz kritisiert die Fusionspläne. Nun liegt der Ball bei der Weko.

Robbie Williams-Ticket wird angerissen.

Bildlegende: Sara Stalder vom Konsumentenschutz kritisiert die geplante Fusion. Es habe bis jetzt auch nur zwei Player gegeben. Keystone

Starticket und Ticketcorner wollen sich zusammenschliessen. Die Medienhäuser Tamedia, Ringier und CTS Eventim haben einen entsprechenden Fusionsvertrag unterzeichnet. Die Zusammenführung soll unter Vorbehalt der Zustimmung der Eidgenössischen Wettbewerbskommission im ersten Halbjahr 2017 erfolgen, teilten die drei Unternehmen mit.

Weiteres Vorgehen erst nach Weko-Entscheid

Noch nicht entschieden ist, unter welchem Namen das neue Unternehmen auftreten wird, wie Tamedia-Sprecher Christoph Zimmer sagte. Es sei auch möglich, dass gegenüber den Kunden beide Namen – Ticketcorner und Starticket – weitergeführt werden.

«Wir warten erst den Entscheid der Weko ab, bevor wir das weitere Vorgehen genau planen», sagte er. Geführt würde die neue Ticketing-Gruppe von Andreas Angehrn, dem heutigen Chef von Ticketcorner.

Am neuen Ticketing-Unternehmen soll Tamedia, heute Besitzerin von Starticket, mit 25 Prozent beteiligt sein. Den Hauptteil mit 75 Prozent soll die Ticketcorner Holding AG besitzen, die heute je zur Hälfte dem Medienhaus Ringier und der CTS Eventim Gruppe gehört. Wie viel die Partner in das gemeinsame Unternehmen einbringen und ob allenfalls Geld fliesst, geben die Partner nicht bekannt.

Konsumentenschutz lehnt Fusion ab

Noch vor einem Entscheid der Weko hat die Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) der Fusion eine Absage erteilt. «Ein solcher Zusammenschluss ist sehr schädlich für den Wettbewerb in diesem Bereich», sagte SKS-Geschäftsleiterin Sara Stalder gegenüber Radio 1.

Bereits vorher habe es nur zwei Player auf dem Markt gegeben. «Von daher sehen wir es gar nicht, dass sich diese beiden zusammenschliessen könnten», sagte Stalder.