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Legende: Video Milliardenschwere Sonderkosten für Boeing abspielen. Laufzeit 01:50 Minuten.
Aus SRF Börse vom 19.07.2019.
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Steigende Aktienkurse Boeing ist nicht vom Markt wegzudenken

Boeing steckt in der grössten Krise ihrer Firmengeschichte. Die beiden Flugzeugabstürze mit Maschinen des Typs Boeing 737 Max bedeuten ein Image-Problem, Schadenersatz-Forderungen der Airlines und Klagen der Hinterbliebenen.

Trotzdem steigt die Aktie seit Anfang Jahr um 14 Prozent. Wieso? Anleger hassen nichts mehr als Unsicherheit. Seit gestern wissen sie, wie viel Boeing für Schadenersatzzahlungen an die Airlines in der Bilanz zurückstellen muss.

Steigender Kurs dank Klarheit

Die Fluggesellschaften leiden darunter, dass für die Boeing 737 Max derzeit ein Flugverbot herrscht. Die Rückstellung von 4,9 Milliarden Dollar ist eine stolze Summe und bedeutet, dass Boeing im zweiten Quartal Verluste macht.

Gleichzeitig herrscht für die Anleger nun aber Klarheit – zumindest was die Airline-Entschädigungen betrifft. Darum steigt der Aktienkurs heute.

«Too big to fail»

Weiterhin unklar ist, welche Kosten sonst noch auf Boeing zukommen. Da sind zum einen mögliche Sammelklagen der Hinterbliebenen. Zum anderen gerät die Produktion neuer Flugzeuge arg ins Stocken.

Nicht nur bei den fehlerhaften Modellen, sondern auch bei anderen. Diese Schäden können die Anleger nicht abschätzen. Dass die Aktie seit Anfang Jahr trotzdem 14 Prozent zulegt, hat einen einfachen Grund: Boeing ist «too big to fail», zu gross, als dass die Amerikaner sie scheitern lassen können.

Markt für Flugzeuge wächst weltweit

Weltweit wird der Markt für kommerzielle Flugzeuge von den beiden Platzhirschen Boeing und Airbus dominiert. Der Wegfall von Boeing würde ein Quasi-Monopol für Airbus bedeuten. Das will niemand, weder die USA, noch die Airline-Branche.

Denn damit würde die Macht von Airbus ins Unermessliche steigen. Die Anleger können sicher sein, dass Boeing nicht vom Markt verschwindet. Ein Markt, der notabene laufend wächst. Weil weltweit immer mehr geflogen wird, braucht es immer mehr Flugzeuge.

Airbus-Aktie startet durch

Boeing erleidet einen heftigen Rückschlag, dürfte sich in ein paar Jahren aber wieder erholen. Darauf spekulieren die Anleger. Sie bleiben der Aktie treu, auch in der Krisenzeit.

Ganz ohne Schaden kommt das Wertpapier aber nicht davon. Im Vergleich zur Airbus-Aktie hat sie für einmal das Nachsehen. Diese hat seit Anfang Jahr fast 60 Prozent zugelegt.

Andi Lüscher

Andi Lüscher

Wirtschaftsredaktor, SRF

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Andi Lüscher arbeitet seit 2011 für Schweizer Radio und Fernsehen SRF. Er ist Wirtschaftsjournalist und Moderator der Sendung «SRF Börse». Er publiziert insbesondere zu den Themen Börse, Finanz- und Arbeitsmarkt.

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9 Kommentare

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  • Kommentar von Urs Imboden  (Uimboden)
    Einige Fakten: Am 10. März stürzte die 2. 737Max ab. Seit da verlor die Boeing Aktie bis zum Freitagabend 10.7%. Und ja, das Eigenkapital von Boeing beträgt nur noch 125 Mio bei einer Bilanzsumme von 120 Mia. Es ist aber auch so, dass Boeing im 1. Q. 2019 für 2.3 Mia eigene Aktien zurückkaufte, im 4. Q. 2018 für 3.0 Mia. Auch zahlte Boeing in den beiden Q. jeweils 1.1 resp. 1.0 Mia Dividende. Bankrott ist die Firma also sicher nicht. Die Airbus hat seit dem Absturz 17.8% an Wert zugelegt.
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  • Kommentar von Hansruedi Elsener  (Haru)
    Wenn man die Schulden zum bescheidenen zum Eigenkapital dazu zählt, hätte Hr. Ducrey recht.
    Da würde sich noch die Frage stellen, wieviel Boeing für die Forderungen der Geschädigten rückstellt? Wie in den USA üblich, sollten die Hinterbliebenen, je, in 3-stelliger Millionenhöhe klagen
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  • Kommentar von Jean-Philippe Ducrey  (Jean-Philippe Ducrey)
    Boeing ist massiv besser kapitalisiert als der Staatsbetrieb Airbus.
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    1. Antwort von Karl Kirchhoff  (Charly)
      @ducrey. Sie wiederholen sich und es ist auch allgemein bekannt, das Boeing finanziell besser dasteht und auch grösser ist als Airbus. Trotzdem sollten sie einfach akzeptieren, dass sie mit ihrer Deutschland- und Europafeindlichkeit hier in Europa keine grosse Zustimmung finden. Soviel USA-Fans gibt es hier eben nicht. Seit Trump noch weniger!
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    2. Antwort von Roger Fasnacht  (FCB Forever)
      @Ducrey: Da täuschen Sie sich aber gewaltig. Boing hat gerade noch mickrige 125 Millionen Eigenkapital und dies ein einer Bilanzsumme von über 100 Millarden US Dollar. Sogar Lehmann Brothers kurz vor dem Kollaps hatte eine bessere Eigenkapitalquote... Mit der 5 Millarden Rückstellung ist Boing sogar technisch überschuldet...
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    3. Antwort von Jürg Brauchli  (Rondra)
      @Kirchhoff: Es geht nicht darum EU-Fans zu gewinnen. Airbus ist ein massiv subventionierter Staatsbetrieb, das ist nun mal so. Und dies vor dem Hintergrund, dass die EU der CH Subvention verbieten und damit massiv in unser Staatsgefüge eingreifen will.
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    4. Antwort von Jürg Brauchli  (Rondra)
      @Fasnacht: Erstens stimmen Ihre Zahlen nicht. Weiss nicht woraus Sie die geschüttelt haben. Und zweitens gibts eine "technische Überschuldung" gar nicht!
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