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Steigende Preise in der Schweiz: Trend hält auch im Mai an
Aus Rendez-vous vom 07.06.2021.
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Stetig steigende Teuerung Steigende Inflation ist noch kein Grund zur Sorge

Für Konsumentinnen und Konsumenten ist das Leben in der Schweiz erneut etwas teurer geworden: Das zeigt der neuste Konsumentenpreisindex des Bundesamtes für Statistik. Demnach kostete ein fiktiver Warenkorb von Herr und Frau Schweizer im Mai 0,3% mehr als noch im April oder 0,6% mehr als noch vor einem Jahr.

Ärgerlich, aber nicht gefährlich

Steigende Preise führen dazu, dass Konsumentinnen und Konsumenten mit ihrem Geld weniger kaufen können. Und es wird gefährlich, wenn die Teuerung aus dem Ruder läuft. Entsprechend wachsam sind derzeit die Notenbanken, die ein solches Ausufern verhindern wollen. Doch: Obwohl die Konsumentenpreise monatlich stetig steigen, sieht es nicht nach einem gefährlichen Inflationsschub aus.

Die aktuelle Inflation dürfte vielmehr vorübergehender Natur sein. Das hat mit dem zu tun, was vor über einem Jahr passierte. Damals, als die Pandemie begann und diese die Wirtschaft teilweise lahmlegte, brach der Preis von Öl und anderen Gütern massiv ein. Jetzt normalisieren sich viele Preise wieder, allen voran der Ölpreis: Sie klettern rascher und früher als erwartet auf ihr ‘normales’ Niveau zurück – und treiben damit vorübergehend die Inflationsindizes an.

Inflation dürfte sich in ein paar Monaten legen

Gefährlich würde es, wenn eine so genannte Lohn-Preis-Spirale in Gang käme: Wenn Arbeitskräfte knapp werden, müssen Unternehmen die Löhne erhöhen, um genügend Angestellte zu rekrutieren. Die Lohnkosten wälzen sie auf ihre Produkte um, indem sie die Preise erhöhen. Daraufhin fordern die Angestellten erneut Lohnerhöhungen zur Kompensation der gestiegenen Preise und weiteres.

Eine solche Lohn-Preis-Spirale, bei der die Inflation ausser Kontrolle geraten könnte, ist derzeit nicht in Sicht. Die meisten Ökonominnen und Ökonomen sind der Ansicht, dass sich die Preise bald wieder einpendeln werden.

Inflation ist in der Schweiz seit rund 30 Jahren kein Thema mehr. Das ist vor allem auf die Globalisierung zurückzuführen: Der internationale Wettbewerb drückt auf Preise und Löhne. Geht es nach den Konjunkturfachleuten, dürfte sich das auch nicht so rasch ändern – trotz derzeit monatlich steigender Preise.

Eveline Kobler

Eveline Kobler

Wirtschaftsredaktorin, SRF

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Eveline Kobler ist seit 2007 bei Radio SRF und leitet seit Dezember 2016 die Wirtschaftsredaktion von Radio SRF.

Rendez-vous, 07.06.2021; 12:30

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24 Kommentare

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  • Kommentar von Norbert Zeiner  (ZeN)
    Wenn's nur diese Inflation wäre. Deutlich über 50% der Ausgaben gehen an dieser offziellen Inflation vorbei: Wohnkosten, alle Steuern und Wildwuchs an Abgaben, Versicherung von Krankenkasse bis zu Autoversicherung, Altersvorsorge, all diese Posten stiegen und steigen weit über herbeigereichneter Inflation. Zusammen mit Negativzinsen und unterverzinsten Pensionsgeldern zeichnet sich ein weitaus düstereres Bild an Wertvernichtung als es diese Inflationsrechnung weismachen will.
  • Kommentar von Martin Stäheli  (Marsus)
    die Inflation könnte zum längerfristigen Problem werden. Es gibt in vielen Branchen Fachkräftemangel was Druck zu höheren Löhnen aufbaut. Die Geldmenge wurde weltweit stark erhöht und es wird viel Geld an die weltweite Bevölkerung verteilt ohne produktive Leistung. Mehr Nachfrage und weniger Produkte=höhere Preise. In CH kommt event. noch eine Co2 Abgabe welche die Energiekosten und damit alle Produkte und Dienstleistungen verteuert. Inflation ist im Anmarsch!
  • Kommentar von Andi Raschle  (aras)
    Sorry aber ich empfinde die Aussagen zur steigenden Inflation schon etwas merkwürdig. Mir macht das durchaus Sorgen. Das bedeut im Endeffekt nichts anderes, als das die Reallöhne sukzessive entwertet werden. Damit geht es den Schlechtverdienenden nur noch schlechter (kaufkraftbereinigt). Hinzukommt das Lohnerhöhungen seit geraumer Zeit stagnieren. Ich weiss wirklich nicht, wie SRF dazu kommt die Inflation asl "Ärgerlich, aber nicht gefährlich" einzustufen?!
    1. Antwort von Andre Inderkum  (Andij)
      Jahrezehnte lang hat man mit niedriger Inflation gelebt, das konnte im Schnitt stets mit Lohnerhöhungen wettgemacht werden und war nie ein Problem. Panikmache nun wegen Inflation knapp über 0% ist nun wirklich nicht angebracht, im Gegenteil.
      Gefährlich wird es wenn die Inflation sprunghaft und stetig ansteigt, sprich ausser Kontrolle gerät, wovon wir zur Zeit noch ein gutes Stück weg sind.