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Streckenunterbruch bei Rastatt Bahnpanne sorgte für 10'000 LKW mehr auf Schweizer Strassen

Legende: Audio LKW-Verkehr in Alpen nimmt zu abspielen. Laufzeit 01:10 Minuten.
01:10 min, aus HeuteMorgen vom 07.11.2017.

Das Wichtigste in Kürze

  • In den Monaten August und September haben deutlich mehr Lastwagen die Schweizer Alpen gequert als im Jahr zuvor, wie Zahlen des Bundes zeigen.
  • Der Gleisunterbruch im deutschen Rastatt hat zu dieser Zunahme geführt.
  • Die Betroffenen sind sich uneinig, ob die Bahn auch langfristig Anteile an die Strasse und die Flussschifffahrt verliert.

Fast 165'000 Lastwagen sind in den beiden Monaten August und September über oder durch die Alpen gefahren. Das sind 10'000 Fahrzeuge oder 7 Prozent mehr als im gleichen Vorjahres-Zeitraum, heisst es beim Bundesamt für Verkehr.

Es ist eine Entwicklung, die gegen den Trend verläuft. Denn in den letzten Jahren hat der alpenquerende Lastwagen-Verkehr stetig leicht abgenommen – zugunsten des Schienenverkehrs.

Schlimmeres Szenario wurde befürchtet

Es seien mehr Lastwagen unterwegs gewesen, weil die Bahnstrecke im deutschen Rastatt unterbrochen war, bestätigt der Sprecher vom Bundesamt für Verkehr BAV, Andreas Windlinger.

Die kurzfristige Verlagerung von der Schiene auf die Strasse ist aber weniger stark ausgefallen als angenommen, weil die Transport-Branche laut Windlinger schnell und gut auf die Krise reagiert hat.

Das System blieb trotz Unterbruch relativ stabil
Autor: Andreas WindlingerBAV-Sprecher

Es seien Alternativwege gesucht worden, sagt der BAV-Sprecher. Mit der Rheinschifffahrt sei es gelungen, einen Teil der Güter bis in den Raum Basel zu bringen und dort auf die Bahn umzuladen. «Deshalb blieb das System trotz des Streckenunterbruchs relativ stabil», sagt Windlinger.

Die Furcht der Alpenschützer

Tatsächlich profitierte vor allem die Rheinschiffahrt von der Panne bei Rastatt. Sie transportierte in dieser Zeit fast 30 Prozent mehr Güter als im Vorjahr, unter anderem Benzin und Kerosin.

Ob die Bahn-Unternehmen auch langfristig Kunden an die Schifffahrt und die Lastwagen-Unternehmen verlieren, darüber sind sich die Betroffenen uneinig.

Der Bund und ein Teil der Transport-Branche glauben nicht an grössere Verschiebungen. Alpenschützer und Bahnunternehmen dagegen befürchten, dass der Transport auf der Strasse wieder zunimmt.

Legende:
Alpenquerender Lastwagen-Güterverkehr: Anzahl Sattelzüge (Sattelschlepper mit Auflieger), Lastwagen und Lastenzüge (mit Anhänger) am Gotthard und am San Bernardino im Jahresvergleich. Quelle: Astras und BAV ASTRA und BAV

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Jean-Philippe Ducrey (Jean-Philippe Ducrey)
    "Bahnpanne" ist zu verharmlosend formuliert. Wegen mangelndem Fachwissen, Schlamperei und der Unfähigkeit, eine Alternative zu organisieren oder ein Provisorium zu erstellen. Das wäre der wahre Ansatz. Warum nennt SRF das Kind nicht beim Namen?
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  • Kommentar von Hans Wuhrmann (Granddad)
    Sind nicht auch einige Brücken an unseren Transitstrassen etwas marode? So etwa, dass nur noch 28-Tönner, und schon gar keine Sattelzüge mehr durchkommen? Das wäre eine grosse Hilfe für den Alpenschutz.
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  • Kommentar von Tom Duran (Tom Duran)
    So viel mehr sind das nun auch wieder nicht. Führen alle LKW's noch mit Wasserstoff Hybrid Motoren, könnten die sogar umweltfreundlicher und sauber ihre Waren transportieren. Die SBB hätte dann keine Chance mehr, auch wegen ihren völlig weltfremden Transportkosten.
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