Zum Inhalt springen

Wirtschaft Streik-Krimi bei der Lufthansa geht weiter

Der verschärfte Streik der Flugbegleiter bei der Lufthansa trifft heute fast 100’000 Passagiere. Am fünften Tag des längsten Streiks in der Unternehmensgeschichte strich die Airline mehr als 900 Flüge in Frankfurt, München und Düsseldorf. Noch ist unklar, wie es weitergehen soll.

Lufthansa-Flugzeuge stehen am Flughafen München
Legende: Der Streik dauert bereits fünf Tage an: Lufthansa-Flieger am 9. November in München am Boden. Reuters

In der Nacht war der Konzern vor dem Arbeitsgericht Darmstadt mit einem Antrag auf einstweilige Verfügung gescheitert, den Streik in Frankfurt und München verbieten zu lassen. Die Gewerkschaft der Flugbegleiter, Ufo, habe das Streikziel hinreichend bestimmt, so die Richter.

In Düsseldorf hingegen wurde der dortige Streik vom Arbeitsgericht für rechtswidrig erklärt. Die Entscheidung bezog sich aber nur auf den Dienstag und auf den Standort Düsseldorf. Daraufhin legte Lufthansa einen weiteren Antrag auf eine einstweilige Verfügung nach, der die Streikdrohung bis und mit Freitag ins Visier nimmt. Am Nachmittag wird darüber verhandelt.

Spitzengespräch nur unter Bedingungen

Wie es für die Kunden morgen Donnerstag weitergehe, werde im Laufe des Tages entschieden, sagte ein Lufthansa-Sprecher. Man versuche, den Kunden «möglichst frühzeitig zu sagen, was sie zu erwarten haben». Es sei aber noch nicht abzusehen, wie sich die Lage entwickelt.

Während der Streit vorläufig vor den Richtern ausgetragen wird, lehnt der Chef der Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo Gespräche mit der Lufthansa weiterhin ab. «Solange die Forderung der Lufthansa nach einem Streikende als Bedingung für Gespräche besteht, wird es keine Gespräche mit der Lufthansa geben», sagte Nicoley Baublies.
Auch Lufthansa-Chef Carsten Spohr will im Tarifstreit mit den Flugbegleitern nicht klein beigeben. «Wir müssen das durchstehen, um unsere Position zu sichern», sagt er. «Der Widerstand gegen Veränderungen im Unternehmen ist gross, insbesondere bei bestimmten Beschäftigtengruppen.» Der Konzern habe aber keine Wahl als sich zu ändern.