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Wirtschaft Süditalien wird zu einer «menschlichen Wüste»

Zum ersten Mal seit dem ersten Weltkrieg sind in Süditalien mehr Menschen gestorben als geboren wurden. Der Geburtenrückgang 2013 wird begleitet von Arbeitslosigkeit, Armut und Kriminalität.

Ein alter Mann sitzt auf einer Treppe vor einem heruntergekommenen Haus.
Legende: Die Bevölkerung Süditaliens ist überaltert. Nicht nur fehlt der Nachwuchs – im letzten Jahr wanderten über 100'000 ab. Reuters

Die Zahlen der Organisation für industrielle Entwicklung in Süditalien SVIMEZ sind erschreckend: Seit Ausbruch der Finanzkrise sind dort 583‘000 Arbeitsplätze verloren gegangen.Besonders schlimm sei die Arbeitslosigkeit bei den Frauen, sagt SRF-Korrespondent Massimo Agostinis. Nur gerade eine von fünf Frauen sei noch arbeitstätig, die Jobs seien meist schlecht bezahlt. Die einzige Institution, die noch über finanzielle Mittel verfüge und Arbeitsplätze schaffe, sei die Mafia.

Reicher Norden, armer Süden

Konsum und Investitionen sind in den letzten fünf Jahren um 13, beziehungsweise über 50 Prozent eingebrochen, heisst es im Bericht der süditalienischen Statistikstelle. , Link öffnet in einem neuen FensterMassiv zugenommen hat die Armut: 2013 hat die Zahl der Familien unterhalb der Armutsgrenze gegenüber dem Vorjahr um 40 Prozent zugenommen und liegt nun bei über einer Million. Eine «monströse Zahl», schreibt die SVIMEZ.

Das Nord-Süd-Gefälle innerhalb Italiens ist enorm. Während das Wirtschaftswachstum in Mittel- und Norditalien stagniert, hat es im Süden mit -1,5 Prozent zum siebten Mal in Folge abgenommen. Die Region Kalabrien ist dabei die ärmste Gegend. Während dort das Durchschnittseinkommen bei knapp 16‘000 Euro pro Jahr liegt, ist es im Norden mit rund 29‘000 Euro fast doppelt so hoch.

Demonstranten auf der Strasse mit Fahnen und Transparenten
Legende: Demonstrationen gegen die Sparpolitik der Regierung Anfang Oktober in Neapel: Das Geld fehlt vor allem in Süditalien. Reuters

Süditalien stirbt aus

Am alarmierendsten sei laut der SVIMEZ aber die demografische Entwicklung. Süditalien werde zu einer «menschlichen Wüste»: In den nächsten 50 Jahren verliere die Region 4,2 Millionen Einwohner. Die Zahl der Geburten lag 2013 zum ersten Mal unter der Zahl der Todesfälle – zum ersten Mal seit dem Ende des ersten Weltkriegs 1918. Das soziale Gefüge breche zusammen, sagt Korrespondent Agostinis.

Diese Entwicklung sei eine logische Konsequenz der Verarmung Süditaliens in den letzten Jahren, schreibt die Statistikstelle. Wer wolle schon neues Leben in eine Welt von Depression, Armut und organisierte Kriminalität setzen?

15 Kommentare

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  • Kommentar von Alberto Da Vinci, Pratteln
    Wo hat die Mafia ihren Hauptsitz in Rom oder Brüssel? Die Italienische Regierung und die Europäische Union tragen ihre Hauptschuld für dieses Desaster.
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  • Kommentar von Franz NANNI, Nelspruit SA
    Na so koennen sich doch die Betuchten mal so ein kleines Haeuschen erwerben und ausbauen.. bringt Arbeit und Brot nach Sueditalien... oder wie im Osten Deutschlands wo ganze Doerfer leerstehen.. bringt dort Eure Bootsfluechtlinge unter wie auch von B. Christen empfohlen
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  • Kommentar von Björn Christen, Bern
    Also hätte Italien eigentlich viel Platz für die ganzen Araber und Afrikaner (unter islamischer Herrschaft war Süditalien ja schon einmal vor ca. 1000 Jahren), die sie jeden Tag im Mittelmeer auffischen und dann unregistriert in den Norden schicken. Die sollen diese Leute lieber unter EU-Aufsicht in Süditalien unterbringen, anstatt sie in die Schweiz zu schicken, die aus allen Nähten platzt und wo dieser ganze Asylindustrie-Wahnsinn ca. das 100-fache kostet, was er in Italien kosten würde.
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    1. Antwort von andreas furrer, prilly
      @ björn christen: stimmt (unter den sarazenen - die waren ja damals auch im wallis und im bündnerland), und es war nicht mal die schlechteste zeit für die gegend.
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    2. Antwort von Björn Christen, Bern
      Yep, bis Disentis schafften es die Sarazenen (das Kloster haben sie damals in typischer Jihad-Manier gleich abgefackelt); genau deshalb gab es 2010 an dem Ort eine vom IZRS organisierte Islamistenkonferenz, inklusive dem deutschen Salafisten-Hassprediger Pierre Vogel. Damit wollte man quasi sein Territorium markieren - "wir sind wieder da!" - Die Disentiser hatten natürlich keinen blassen Schimmer, welche historische Bedeutung dieser Treffpunkt für die Islamisten 1070 Jahre später hatte.
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    3. Antwort von andreas furrer, prilly
      @ björn christen: wie auch? im bundesbrief steht schliesslich das datum 1291, dass da vorher schon etwas war (ausser wald und höhlenbären), haben diese neuzuzüger glatt vergessen.
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