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Wirtschaft Sunrise geht an die Börse - Fusion mit Orange kein Thema

Das zweitgrösste Telekom-Unternehmen der Schweiz will noch im ersten Halbjahr an die Schweizer Börse gehen. Erwartet werde damit ein Erlös von 1,35 Milliarden Franken.

Legende: Video «Sunrise kündigt Börsengang an» abspielen. Laufzeit 0:35 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 14.01.2015.

Die Einnahmen aus dem Börsengang soll die Bilanz von Sunrise stärken und die Schuldenlast verringern, hiess es in einer Mitteilung. Ausserdem habe sich Besitzerin CVC bereit erklärt, Aktien für eine Mehrzuteilungsoption (sog. «Greenshoe») bereitzustellen. Damit würde die Grösse des Börsengangs um 15 Prozent erhöht.

Das ist der erste Börsengang in der Schweizer Telekombranche seit 1998, als die Swisscom teilweise privatisiert wurde. Die Kabelnetzbetreiberin UPC Cablecom hatte im Herbst 2005 einen bereits angekündigten Börsengang in letzter Minute abgeblasen, weil das Unternehmen über Nacht für 2,825 Milliarden Franken an den US-Kabelnetzgiganten Liberty Global verkauft wurde.

Fusion mit Orange kein Thema

Eine Fusion mit Konkurrent Orange, die 2010 am Verbot der Wettbewerbskommission scheiterte, ist derzeit kein Thema, wie CEO Libor Voncina gegenüber SRF erklärt.

Legende: Video «Sunrise-CEO Voncina: Derzeit keine Fusion mit Orange» abspielen. Laufzeit 0:18 Minuten.
Vom 14.01.2015.

Seit damals habe Sunrise viel investiert und sich darauf konzentriert, ein starkes, alleinstehendes Unternehmen zu sein. Allerdings, so Libor Voncina, kooperiere man weiterhin im Mobilfunknetz mit Orange.

Hoffnung auf Wachstumschancen

Dank der geringeren Schuldenlast und der Rückkehr der Investitionen auf ein «normales Niveau» könne Sunrise nach dem Börsengang eine attraktive Ausschüttungspolitik für die Aktionäre bieten.

«Für 2015 hat sich Sunrise zu einer absoluten Dividende von 135 Millionen Franken verpflichtet, die 2016 ausgeschüttet wird.» Mit dem Erlös aus dem Börsengang könne das Unternehmen neben der Schuldenreduktion auch künftige Wachstumsmöglichkeiten ausschöpfen.

«Wir freuen uns über unsere Wachstumsaussichten und sind überzeugt, dass wir unsere Aktionäre in Zukunft dank unseres starken Cashflow-Profils mit einer attraktiven Ausschüttungspolitik belohnen können», so Sunrise-Chef Libor Voncina.

Die Nummer zwei hinter Swisscom

Sunrise ist mit 3,3 Millionen Kunden hinter der Swisscom das zweitgrösste Schweizer Telekommunkationsunternehmen in der Schweiz. Seit Oktober 2010 gehört die Firma mit Sitz in Zürich der britischen Beteiligungsgesellschaft CVC Capital Partners. Entstanden ist Sunrise 2001 aus der Fusion von Diax und der damaligen Sunrise. 2013 erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von 2 Mrd. Franken und wies einen Bestand von 1680 Vollzeitstellen auf.

1 Kommentar

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  • Kommentar von F.Riedo, Bern
    Hoffentlich bleiben bei einem Börsengang nicht die Kunden auf der Strecke liegen. Zu oft in der Vergangenheit haben Unternehmen nur noch auf ihre Aktionäre geachtet, Maximalrenditen für Anleger, Manager und Vorstände erwirtschaftet auf Kosten von Angestellten, Kunden, Dienstleistungen etc. Meine Aussage daher: "Wer einen Franken verdient, verliert irgend wer in der Wertschöpfungskette einen Franken; Geld vermehrt sich .nämlich nicht". Gewinne aus Aktien gehören endlich wie Lohn besteuert.
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