Post-Chefin wehrt sich: «Kritik verunsichert mich nicht»

Die Post befindet sich im Umbruch. Die Briefpost nimmt ständig ab – der Druck auf Post-Chefin Susanne Ruoff hingegen ständig zu. Im Interview am SEF nimmt sie zu kritischen Punkten Stellung.

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Ruoff: «Steuerzahler sollen nicht die Post subventionieren»

7:46 min, vom 6.6.2014

«Postfiliale wird zum nervigen Kiosk», «Erfolge nur beim Briefmonopol», «Jobangst bei Angestellten», «keine Akzente der Postchefin»: Die Kritik an Post-Chefin Susanne Ruoff war in den vergangenen Monaten teils vernichtend.

«Kritik verunsichert mich überhaupt nicht»

Doch Ruoff lässt sich von der Kritik nicht beirren. «Kritik an meiner Person verunsichert mich überhaupt nicht. Denn ich habe eine Strategie. Wir sind erfolgreich.» Als Beispiel nennt sie das Beispiel von E-Commerce, welches für KMU ein gutes Tool sei. «Ich will Veränderungen», sagt sie im Interview am SEF in Interlaken.

«Die Briefpost nimmt ab, wir passen uns den Kunden an», so Ruoff. Die Paketpost hingegen ist ein Erfolgsgeschäft und nimmt in der Schweiz noch immer drei bis vier Prozent jährlich zu. Doch die Konkurrenz und der Margendruck ist laut Ruoff gross. «Wir sind aber zuversichtlich, dass wir den Anteil an der Paketpost von 70 Prozent halten oder leicht steigern können.»

Halbe Million Umsatz mit «Krimskrams»

Laut Ruoff sind die verschiedenen Angebote wie Handys und Kaugummis in den Postfilialen eine Erfolgsgeschichte. «Wir haben eine halbe Milliarde Umsatz mit diesen Produkten. Es hilft uns, das Defizit von fast 100 Millionen zu decken. Ich will nicht, dass die Steuerzahler die Post subventionieren.»

Filialen werden laut Ruoff nicht geschlossen. «Wir haben nie Filialen geschlossen, sondern umgewandelt. Es ist kein Abbau, sondern ein Umbau.»