SBB-Chef Meyer: «Die Rekurse sind ärgerlich»

Andreas Meyer, der CEO der SBB spricht im SRF-Interview über die 29 neuen Gotthardzüge, den Rekurs von Alstom und Talgo und die leidige Diskussion über den Dichtestress.

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Interview mit SBB-Chef Andreas Meyer

8:31 min, vom 5.6.2014

Die SBB wollen mindestens 29 neue Gotthardzüge für den Nord-Süd-Verkehr kaufen. Das Rennen machte einmal mehr die einheimische Firma Stadler Rail von alt SVP-Nationalrat Peter Spuhler.

Rekurs von Alstom und Talgo

In letzter Minute reichten die unterlegenen Konkurrenten Alstom und Talgo Beschwerde ein. Das Milliarden-Projekt verliert an Fahrt, bevor es auf Touren gekommen ist.

Das ärgert SBB-Chef Meyer. «Wir mussten mit dem Rekurs rechnen. Aber das bedeutet einen Mehraufwand und kostet Zeit.» Jetzt gelte es, in den kommenden Monaten die Entscheide des Bundesverwaltungsgerichtes abzuwarten.

«Entscheidend ist, ob die Beschwerden eine aufschiebende Wirkung haben oder nicht», sagt Meyer. «Wenn eine aufschiebende Wirkung gegeben wäre und es zu jahrelangen Verzögerungen käme, dann wäre das für uns schwierig.»

Die SBB will die neuen Züge ab Ende 2019 auf der Nord-Südachse durch den neuen Ceneri-Basistunnel einsetzen.

Wie ist Kapazitätsauslastung?

«Im Fernverkehr ist die SBB-Auslastung über 30 %, im Regionalverkehr ein wenig geringer», sagt Meyer. «Wir müssen aufhören mit dem Dichtestress. Die Unternehmen und die öffentlichen Einrichtungen müssen die Gelegenheit wahrnehmen, die Pendlerströme zu entflechten.» Schweizer empfänden einen Zug ab 20 % Auslastung schon als voll.