«Schweizer Franken ist nicht in Gefahr»

Die EZB senkt ihre Zinsen auf Rekordtiefs. Was bedeutet das für die Schweiz? Zwei Wirtschaftsexperten nehmen Stellung.

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Experte Sturm zum Schweizer Franken

4:33 min, vom 5.6.2014

Wenn die Zinsen gesenkt werden, ist das eigentlich ein schlechtes Zeichen für die Wirtschaft. Das Ziel der Massnahme ist, die Wirtschaft anzukurbeln. «Die Wirtschaft in Europa stottert halt doch noch mehr, als wir noch vor einigen Monaten gedacht haben», analysiert Jan-Egbert Sturm von der KOF Konjunkturforschungsstelle bei SRF.

Sturm glaubt jedoch nicht, dass die neuerliche Zinsänderung einen grossen Einfluss auf die internationalen Banken haben wird und sie ihr Geld vermehrt in die Unternehmen pumpen werden.

Ins gleiche Horn bläst Wirtschaftsprofessor Clemens Fuest: «Wir haben in Südeuropa das Problem, dass die Banken den Unternehmen keine Kredite geben, weil sie nicht überzeugt sind, dass sie das Geld zurückbekommen. Daran kann der niedrigere Zins nichts ändern.»

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Professor Fuest sorgt sich um Immobilienpreise

5:09 min, vom 5.6.2014

«Keine gesunde Entwicklung»

Keine Sorgen macht sich Sturm nach dem Zinsentscheid um den Schweizer Franken. «Die Glaubwürdigkeit der jetzigen Politik mit 1.20 Fr. ist so stark, dass die Finanzmärkte nicht versuchen werden, die SNB zu testen.»

Fuest sorgt sich indessen um die hiesigen Immobilienpreise. «Ich befürchte, dass die niedrigen Zinsen nur die Aktienkurse in die Höhe treiben und die Immobilienpreise in Nordeuropa anheben.» Das sei keine gesunde Entwicklung.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Die EZB senkt den Zinssatz im Euroraum auf 0.15 Prozent. Kommt das billige Geld nun endlich der serbelnden Wirtschaft zugut?

    EZB zwingt Geschäftsbanken zu Kreditvergaben

    Aus Echo der Zeit vom 5.6.2014

    Banken müssen künftig einen Strafzins bezahlen, wenn sie Geld bei der EZB zwischenlagern, anstatt damit die Wirtschaft zu fördern. Zudem senkt die Europäische Zentralbank den Leitzins auf ein Rekordtief, von 0.25 auf 0.15 Prozent.

    Gespräch mit Volkswirtschaftsprofessor Gunther Schnabl von der Uni Leipzig.

    Jan Baumann und Ursula Hürzeler