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Wirtschaft Swiss – Goldesel im Lufthansa-Konzern

In der Flugindustrie tobt ein Verdrängungskampf. Billig-Airlines drücken die Ticketpreise nach unten. Darunter leidet auch der Lufthansa-Konzern. Doch er kann auf die Tochtergesellschaft Swiss zählen: Diese schreibt fast jährlich dreistellige Millionengewinne.

Legende:
Betriebsgewinne Swiss und Lufthansa seit 2008 In Millionen Euro. Die Angaben zur Swiss beinhalten auch die Gewinne der Airline Edelweiss. Lufthansa

Die Swiss ist seit Jahren der Goldesel im Lufthansa-Konzern. Die deutsche Fluggesellschaft übernahm im Frühling 2005 die Swiss International Airlines. Damals schreibt die Schweizer Airline rote Zahlen. Doch bereits 2006 vermeldet die Swiss einen Gewinn von 231 Millionen Franken, zum ersten Mal seit der Gründung im April 2002.

Legende: Video Swiss beschert Lufthansa grossen Gewinn abspielen. Laufzeit 2:41 Minuten.
Aus Tagesschau vom 30.07.2015.

Seit der Übernahme durch den deutschen Luftfahrtskonzern hat Swiss insgesamt rund 2,4 Milliarden Euro Gewinne erzielt, wie eine Berechnung der «Tagesschau» ergibt. Die Betriebsgewinn (Reingewinne weist das Unternehmen nicht mehr aus) bewegen sich meist in einem dreistelligen Millionen Bereich.

So auch die neusten Zahlen: Allein im ersten Halbjahr 2014 beträgt der Betriebsgewinn der Swiss (inkl. dem Schwester-Unternehmen Edelweiss) 211 Millionen Euro. In der gleichen Zeit macht die Lufthansa (inkl. Germanwings und Eurowings) nur 89 Millionen Euro Gewinn, obwohl diese viel grösser ist und rund viermal mehr Umsatz erwirtschaftet. Austrian Airlines, die auch zum Lufthansa-Konzern gehört, schreibt gar einen Verlust von 17 Millionen Euro.

«Die Lufthansa war zu träge»

Die Swiss habe eben frühzeitig reagiert und Massnahmen ergriffen, sagt Swiss-Kommunikationschef Daniel Bärlocher. Beispielsweise schaue die Swiss immer, wie man Treibstoff einsparen könne. Zudem werde nun ein Teil der Flugzeugwartung intern durchgeführt. «Auch der sehr niedrige Ölpreis hat der Swiss geholfen», sagt Bärlocher.

«Die Lufthansa war viel zu lange zu träge», meint auch Aviatik-Experte und Journalist Patrick Huber. «Man sagt ja, dass ein Swiss-Mitarbeiter die Arbeit von drei Lufthansa-Mitarbeitern macht. Was wahrscheinlich nicht ganz stimmt, aber doch eine Tendenz aufzeigt.»

Ein grosses Problem sind auch die Piloten der Lufthansa, die immer wieder streiken, obwohl sie mehr verdienen als jene der Swiss. Die Swiss dagegen hat die Probleme mit den Gewerkschaften gelöst und ist auch sonst gut aufgestellt. Die Swiss ist zuversichtlich, dass auch in der Zukunft weiterhin Millionengewinne sprudeln werden.

Gewinn fast verdoppelt

Die Fluggesellschaft Swiss meldet für das erste Halbjahr einen Gewinn von 214 Millionen Franken – trotz des starken Frankens. Das ist fast doppelt so viel wie vor einem Jahr. Lesen Sie hier mehr dazu.

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16 Kommentare

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  • Kommentar von Lena Meier, Aargau
    Die Swissair verfolgte mit Alcatraz die falsche Strategie und scheiterte deshalb. Aber das scheint schon lange aus den Köpfen der selbsternannten Aviatikexperten verflogen zu sein.
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  • Kommentar von Roth Adrian, Steffisburg
    Einfach mal am Rande: Kann mir jemand erklären warum die Lufthansa die Gewinne in Deutschland abrechnen soll wenn durch einfache Optimierung der Gewinn in der steueroptimierten Tochter anfallen kann? Denkt ihr wirklich, dass die Swiss jetzt besser rentiert also vorher? Wir schauen auf die Kerosin Preise?! Super, alle andern in dieser Branche wohl nicht. Die Swiss ist aus Sicht der Lufthansa einfach off-shore. Natürlich wird die Swiss weiter Gewinne machen.
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  • Kommentar von Bernd Kulawik, Einsiedeln
    Naja, um mal etwas Kritisches zur Airline anzumerken: Die Swiss – bei der ich meine Flüge gebucht hatte! – und ihre "Star Alliance" Partner haben es in diesem Frühjahr geschafft, mir innerhalb von 8 Tagen 30 Stunden Lebenszeit zu stehlen, weil durch langfristig bekannte Verspätungen Anschlüsse verpasst wurden. Mit ein paar Minuten Flexibilität – die von den Passagieren ja ständig erwartet wird – wäre das alles leicht zu managen gewesen. Und diese paar Minute spielen bei 10h-Flügen keine Rolle!
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