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Ende der Festnetztelefonie Swisscom hofft auf einen Befreiungsschlag

Legende: Audio Kunden profitieren nicht von Einsparungen abspielen. Laufzeit 02:54 Minuten.
02:54 min, aus Rendez-vous vom 03.05.2017.
  • Mit dem Festnetz ist kein Geld mehr zu verdienen. Auch in der Schweiz telefonieren viele nur noch mit dem Handy.
  • Das zeigt sich auch in den Zahlen der Swisscom: Von Januar bis März nahm sie mit der Festnetztelefonie 20 Mio. Franken weniger ein als im gleichen Quartal des Vorjahres.
  • Die Befreiung vom defizitären Geschäftsfeld hatte die Telekomfirma schon vor drei Jahren aufgegleist. Ende 2017 ist es nun soweit: Sie stellt komplett auf Internettelefonie um und schaltet das Festnetz ab.
  • Mit dem Schritt kann sie sich elegant aus der Misere befreien.

Von der Umstellung auf die Internettelefonie erhofft sich die Swisscom einen Befreiungsschlag, denn so kann sie die Infrastrukturkosten drastisch senken.

Aus zwei Leitungen wird eine

«Bisher musste die Swisscom in den Haushalten zwei Leitungen unterhalten: Eine analoge und eine digitale. Das macht keinen Sinn, weil die digitale Leitung viele Vorteile hat», sagt Peter Buchmann von der SRF-Digitalredaktion. Er nennt drei Beispiele:

  • Bessere Sprachqualität
  • Höhere Datenraten
  • Auch für andere Zwecke verwendbar

Massive Einsparungen erwartet

Die Swisscom liefert Telefon, Internet und Fernsehen künftig also nur noch über eine Leitung. Sie rechnet mit Einsparungen von jährlich 100 Mio. Franken.

Doch die Umstellung ist teuer: Die Investitionen in die Technik und vor allem die Betreuung der Kunden dürfte sie 400 bis 600 Millionen Franken kosten, wie Swisscom-Medienchef Sepp Huber sagt. Sind diese Investitionen einmal amortisiert, könne sie dann aber ordentlich sparen.

Keine Kostensenkung für Kunden

Günstiger werde das Telefonieren übers Internet für die Kunden nicht, räumt Huber ein. Die Swisscom benötige das Ersparte dringend für weitere Projekte:

«Wir investieren natürlich laufend in neue Systeme, Netze und Plattformen. Im Mobilfunknetz haben wir momentan die zweite und dritte Generation am Laufen», sagt Huber

Laut Digital-Redaktor Buchmann ist das plausibel, den rund um die Welt müssten Telekomanbieter ihre mobilen Netze ausbauen. «Das sind grosse Beträge, die da jährlich investiert werden.»

Keine grosse Umstellung für Kunden

Während die Umstellung auf die Internettelefonie für die Swisscom ein Kraftakt ist, bedeutet sie für die meisten Kunden keine grösseren Veränderungen. Das Festnetz-Telefon an einen Router anschliessen oder anschliessen lassen. Fertig.

Welche Geräte sind von der Umstellung betroffen?

Welche Geräte sind von der Umstellung betroffen?
ISDN-Telefone
Können nicht mehr angeschlossen werden. Es gibt aber günstige Überbrückungslösungen. Doch die Swisscom bietet keinen Support dafür.
Wählscheiben-Telefone
Mit Adaptern, die es im Handel für unter 50 Franken gibt, kann man sie am analogen Anschluss der Internetbox einstecken.
Alle anderen analogen Telefone
Geräte mit Tonwahl, auch schnurlose, brauchen keine Adapter und müssen nur in den analogen Anschluss der Internetbox gesteckt werden.
Analoge Alarmanlagen
Funktionieren nicht mehr sicher. Für allfällige Stromausfälle müssen sie mit einer Notstromversorgung nachgerüstet werden.

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19 Kommentare

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  • Kommentar von Dani Queren (Queren)
    Die Umstellung auf Digitaltelefonie ist eine enorme Umweltbelastung. Also keine Leuthardsche Träume.
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  • Kommentar von Klaus Kreuter (Klaus Kreuter)
    Langsam kann man das ganze Gejammere nicht mehr lesen. In vielen anderen Ländern wird diese Umstellung genauso betrieben und alle Ländern telefonieren nach wie vor. Bei einer FRITZ-BOX kann man in der Nacht den Router ausschalten und notfalls mit dem Handy telefonieren. Allerdings will die SWISSCOM die Credentials=Zugangsdaten nicht herausgeben, man muss also einen (technisch veraltete) SWISSCOM - Router anschliessen, das ist Freiheit.
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  • Kommentar von Hans König (Hans König)
    Mit dem Ausstieg aus dem Festnetz würde die Schweiz ein grosses Sicherheitsrisiko eingehen. Da das Festnetz eine eigene Stromleitungsversorgung hat ist diese Verbindung auch heute noch die zuverlässigste. Schade, dass die Armee ihr eigenes Verbindungsnetz mit Kabeln im Boden aufgegeben hat.
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