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Schwerer Stand für neue Idee Swissmem schlägt Berufslehre für Erwachsene vor

Legende: Audio Berufslehre für Erwachsene als Chance? abspielen. Laufzeit 01:56 Minuten.
01:56 min, aus HeuteMorgen vom 31.08.2017.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Der Präsident des Industrieverbandes Swissmem, Hans Hess, will den Firmen eine Berufslehre für Erwachsene schmackhaft machen.
  • Wegen der Digitalisierung ändert sich die Berufswelt rasant. Viele Arbeitnehmer müssen sich neu orientieren.
  • Bei den Firmen wird es Swissmem-Präsident Hess schwer haben mit seiner Idee: Laut einer neuen Umfrage unter Arbeitgebern sind diese kaum an der Umschulung und Weiterbildung von Mitarbeitern interessiert.

Eine Berufslehre für Erwachsene: Mit dieser Idee will der Industrieverband Swissmem erreichen, dass Arbeitnehmer wegen des technologischen Wandels nicht aus dem Arbeitsmarkt fallen. Denn viele Berufe verändern sich rasant oder verschwinden.

Deshalb fordert Swissmem-Präsident Hans Hess: «Die klassische Welt, wo man gesagt hat, Grundbildung ist Aufgabe des Staates und Weiterbildung Aufgabe des Einzelnen und der Firmen, dieses Paradigma müssen wir hinterfragen und müssen neue Ideen finden.»

Endlich mal etwas Neues und Kreatives in dieser Diskussion
Autor: Pascal ScheiwillerChef Rundstedt Schweiz

Die neue Idee von Hess ist die Berufslehre für Erwachsene. Denn um Firmen für Neues zu gewinnen, müsse man bei einem bekannten System ansetzen. Er sagt: «Die duale Berufsbildung für die Jungen ist so ein System.»

Pascal Scheiwiller, Chef des Karriereberaters Rundstedt Schweiz, applaudiert Hess. «Endlich mal etwas Neues und Kreatives in dieser Diskussion», sagt er. Seine Firma ist darauf spezialisiert, Jobs für Arbeitnehmer zu finden, die sich neu orientieren müssen. Das Problem am Vorschlag von Hess sei leider, dass er bei Firmen kaum gut ankomme.

Arbeitgeber sind bei der Rekrutierung nicht mehr bereit, Abweichungen vom Zielprofil in Kauf zu nehmen.
Autor: Pascal ScheiwillerChef Rundstedt Schweiz

Rundstedt hat soeben eine Umfrage bei 250 Unternehmen zur Rekrutierung von Mitarbeitern gemacht. Demnach sind Arbeitgeber immer weniger daran interessiert, in bestehende Arbeitnehmer zu investieren.

Denn dank der Personenfreizügigkeit finden Firmen heute auf dem Arbeitsmarkt genau das, was sie suchen, sagt Scheiwiller und erklärt weiter: «Arbeitgeber sind bei der Rekrutierung nicht mehr bereit, Abweichungen vom Zielprofil in Kauf zu nehmen.» Doch das wäre die Voraussetzung, um Mitarbeiter in einer Lehre umzuschulen.

Wenn man ihnen gut erklärt, wie es funktioniert, dann glaube ich, werden die Firmen diese Herausforderung annehmen.
Autor: Hans HessPräsident Industrieverband Swissmem

Auf das Desinteresse der Firmen angesprochen, sagt Swissmem-Chef Hess: «Wenn man ihnen gut erklärt, wie es funktioniert, dann glaube ich, werden sie diese Herausforderung auch annehmen. Sicher nicht alle, aber wenn es nur die Hälfte sind, haben wir schon viel gewonnen.»

Hess hofft, bis Ende Jahr ein Konzept vorlegen zu können, wie eine Berufslehre für Erwachsene funktionieren könnte – und wie sie finanziert würde.

Legende:
Arbeitslosenanteile nach Dauer und Alter Verliert eine Person über 50 Jahre ihre Arbeitsstelle, fällt es ihr vergleichsweise schwer eine neue Anstellung zu finden. Der Anteil Langzeitarbeitsloser innerhalb der Gruppe der Älteren (50+) liegt deutlich höher als bei den 25- bis 49-Jährigen. (Quelle: Seco) Seco

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8 Kommentare

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  • Kommentar von Paul Soltermann (ps)
    Das Leben ist eine Univesität, sagt man. Umschulung, Weiterbildung ist ein Muss für jede(n) Bürger(in) und es dient nicht nur dem Bürger selbst, sondern auch dem Unternehmen bzw der ganzen Wirtschaft. Es gibt wohl viele KMU's u Bauern, welche noch mit veralteten Methoden arbeiten, zu Lasten der Wirtschaftlichkeit und zu Lasten der Umwelt. Jahrliche Widerholungskurse (WK) in Staats.- und Fachkunde für Alle von 17 bis 100 Jährige, damit jeder sich selbst besser helfen kann.(VPN DE)
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  • Kommentar von Jean-Philippe Ducrey (Jean-Philippe Ducrey)
    Bevor wir über Rentenerhöhung etc. diskutieren halt mal ganz kurz folgendes: Das RAV oder Sozialamt finanzieren vielleicht grad mal eine Gabelstapler-Fahrkurs und sonst nichts. Würden diese Institutionen für Schweizer Bürger nur halb soviel Geld für Weiterausbildungskurse zur Verfügung haben, wie Asylanten für Integrationskurse, dann hätten wir kaum ein Ü-50 Problem. Doch der verdiente Schweizer darf zuerst sein sauer erspartes Vermögen aufbrauchen, um dann vom Sozialamt zu leben.
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  • Kommentar von S. Zgraggen (NACHGEDACHT)
    Wir bräuchten dringend die berufsbegleitende Umschulung von Erwachsenen zu qualifizierten Pflegekräften! Das sollte dringend gefördert werden! Wir werden alle älter und pflegebedürftig und erwarten dann 24h Hingabe und individuelle Pflege auf höchstem Niveau und in unserer jeweiligen Landessprache! Jeder Erwachsene sollte eine Pflegeausbildung machen um Angehörige daheim pflegen zu können - statt Abschieben ins Heim.
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