Syngenta: «Die Aktionäre verstehen nun, was wir tun»

Der Agrarchemiehersteller Syngenta ist zuversichtlich, die Aktionäre nach der gescheiterten Fusion mit Monsanto mit Teilverkäufen und einem Aktienrückkaufprogramm beruhigen zu können. Trotz einem deutlichen Umsatzrückgang im dritten Quartal 2015.

Der Schweizer Agrarchemie-Konzern Syngenta hat im dritten Quartal weniger Umsatz erzielt als noch vor einem Jahr. Er sank laut einer Mitteilung des Unternehmens um 12 Prozent auf 2,6 Milliarden Dollar. Grund dafür sei vor allem der starke Dollar, der zu einer Abwertung der meisten anderen Währungen führte. Hinzu kommen schwierige Bedingungen in Lateinamerika und weniger Verkäufe des Unkrautmittels Glyphosat, so Syngenta.

Aktien auf Talfahrt

Angesichts dieser Zahlen setzen die Syngenta-Aktien ihre Talfahrt der letzten Tage fort. In Erwartung enttäuschter Umsatzerwartungen des Marktes hatten die Papiere bereits am Dienstag und Mittwoch gut 5 Prozent an Kurswert eingebüsst. Vorbörslich verloren sie heute bereits nochmals 0.8 Prozent, im Verlauf des Morgens fielen sie dann noch deutlicher.

Nicht zum ersten Mal sei der Umsatz schwächer als erwartet ausgefallen, lautet der Tenor unter Analysten. Überrascht zeigt man sich in Expertenkreisen vom schwachen Abschneiden im Saatgutgeschäft sowie vom Absatzeinbruch in Nordamerika.

«Diverse Interessenten» für Teilverkäufe

Dessen ungeachtet sieht der Konzern dem Verkaufsprozess für die zur Devestition stehenden Geschäftsbereiche optimistisch entgegen. «Es gibt diverse Interessenten», sagte CFO John Ramsay der Nachrichtenagentur AWP. Für den Bereich Blumensaatgut rechnet er damit, in den nächsten Wochen voranzukommen, beim Gemüsesaatgut sei allerdings mit einem Abschluss erst im nächsten Jahr zu rechnen.

Ramsay.

Bildlegende: «Die Aktionäre verstehen nun, was wir tun»: Syngenta-Finanzchef Ramsay. Reuters

Ramsay gab sich ausserdem überzeugt, mit den Teilverkäufen und dem am Freitag startenden Aktienrückkaufprogramm die Aktionäre nach dem Scheitern der Fusion mit Monsanto zu beruhigen. Diverse Investoren hatten sich dem Vernehmen nach nämlich über die Abwehrhaltung von Syngenta sehr geärgert. «Die Aktionäre verstehen nun, was wir tun», meinte Ramsay.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Monsanto

    Aus Tagesschau vom 27.8.2015

    Der US-Saatgutproduzent Monsanto will den Basler Agrarkonzern Syngenta doch nicht übernehmen. Einschätzungen von SRF-Wirtschaftsredaktorin Marianne Fassbind.

  • Übernahmeangebot Syngenta

    Aus Tagesschau vom 25.8.2015

    Der amerikanische Saatgutkonzern Monsanto möchte die Basler Agrarfirma Syngenta aufkaufen und erhöht sein Angebot auf 470 Franken pro Aktie.

  • Starker Dollar schwächt Syngenta

    Aus Tagesschau vom 23.7.2015

    Der Basler Agrochemie-Konzern Syngenta weist fürs erste Halbjahr deutlich weniger Umsatz und Gewinn aus. Noch mehr interessierte aber, ob sich die Syngenta-Führung zum amerikanischen Konkurrenten Monsanto äussern würde, der seit Monaten vergeblich versucht, Syngenta zu Übernahmeverhandlungen zu bewegen.

  • Syngenta will nicht zu Monsanto

    Aus Tagesschau vom 23.6.2015

    Der Verwaltungsratspräsident des Agrochemiekonzerns Syngenta, Michel Demaré, hat heute das Angebot des US-Saatgutherstellers Monsanto erneut abgelehnt. In einem Interview sagte er, es sei unzureichend und nicht im Interesse von Syngenta.