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Wirtschaft Tamedia bittet User zur Kasse

Im vergangenen Jahr konnte der Medienkonzern den Umsatz im digitalen Geschäft ausbauen. Doch die Verluste des Printgeschäfts konnten damit nicht kompensiert werden. Am 31. März führt Tamedia nun das angekündigte Bezahlmodell für das digitale Angebot des «Tages-Anzeigers» ein.

Für den 31.März kündigt Tamedia ein neues Bezahlmodell für das digitale Angebot des «Tages-Anzeigers» an. Die Paywall wird am 31. März im Laufe des Nachmittags hochgezogen.

«Metered Model»

Der Verlag setzt dabei auf das sogenannte «Metered Model», bei dem eine gewisse Anzahl Artikel kostenlos bleibt. Im Falle des Newsnet-Verbunds, zu dem unter anderem die Online-Auftritte von «Tages-Anzeiger» und «Berner Zeitung» gehören, werden voraussichtlich 10 bis 15 Texte gratis zu lesen sein. Wer mehr lesen will, muss sich registrieren und zahlen. Damit entspricht die Tamedia-Paywall dem Modell der «Neuen Zürcher Zeitung».

Wie Tamedia-Chef Christoph Tonini erklärte, wird die Paywall bei den verschiedenen Redaktionen aber unterschiedlich ausgestaltet. So sei es beispielsweise möglich, dass eine Lokalzeitung alle ihre Eigenleistungen kostenpflichtig mache. Man werde das Modell zudem laufend anpassen – abhängig davon, wie Werbemarkt und Leser reagieren.

Fünf verschiedene Abonnemente

Die Leser können künftig zwischen fünf verschiedenen Abonnementen wählen, die zwischen 23 und 69 Franken pro Monat kosten. Tamedia investiert 3 Millionen Franken in die Paywall-Technologie. Gleichzeitig mit der Einführung der Bezahlschranke erhalten die Nachrichtenplattform und die App ein neues Layout. Bei den Westschweizer Titeln folgt die Paywall im zweiten Halbjahr.

Mit der Paywall setzt Tamedia auf eine neue Einnahmequelle. Auch sonst spart das Haus an allen Ecken und Enden. Denn im Printgeschäft sinken die Erlöse, vor allem wegen der rückläufigen Werbeeinnahmen.

Flaggschiffe leiden

Diese waren beim «Tages-Anzeiger» und der «Sonntagszeitung» rückläufig. Umsatz und Gewinn gehen bei beiden Publikationen zurück. Wirtschaftspublikationen konnten ihre Einnahmen knapp halten.

Auch die Rentabilität der gedruckten Zeitungen und Zeitschriften gingen zurück: Der Betriebsgewinn (Ebitda) lag 2013 im regionalen Printgeschäft 12,2 Prozent tiefer als im Vorjahr bei 80,9 Millionen Franken, im nationalen Printgeschäft waren es mit 59,5 Millionen Franken gar 38,5 Prozent weniger.

Die Zahlen von Jobs.ch flossen erstmals in die Tamedia-Rechnung ein, deshalb stiegen in der Digitalsparte Umsatz und Gewinn deutlich. Der operative Gewinn verfünffachte sich nahezu. Er liegt mit 56,7 Millionen Franken inzwischen fast so hoch wie im nationalen Printgeschäft.

Über den gesamten Konzern hinweg sank der Betriebsgewinn jedoch um 0,7 Prozent auf 197,1 Millionen Franken. Der Reingewinn ging um 14,4 Prozent auf 119,1 Millionen Franken zurück. Insgesamt steigerte der Konzern den Umsatz um 5 Prozent auf 1,07 Milliarden Franken.

Angestellte protestieren

Wegen schlechter Zahlen im Printgeschäft baut Tamedia bei den Regionalzeitungen Stellen ab. Die Entlassenen sprechen von einem «Asozialplan».

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Dieter Bachmann, Bubikon
    Als Gratiszeitung war tagi.ch noch interessant. Wenn's ans Bezahlen geht, würde ich mich eher wieder der NZZ zuwenden... Kein Wort zur technischen Umsetzung? Reicht einfaches Cookie-Löschen und das "metering" beginnt von vorne? Oder braucht's einen Browser-Wechsel?
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    1. Antwort von Gunnar Leinemann, Teuffenthal
      Bei der NZZ läuft das auch nicht über normale Cookies. Ich lasse keine Cookies zu und trotzdem ist nach ca. 10 Artikeln Schluss. Erst mit der Erweiterung "NoScript" geht es, aber dann stehen u.U. nicht alle Inhalte zu Verfügung. Die werden halt auch immer raffinierter. Wenn Sie dann mit Zombie-Cookies kommen, stehen wir erst mal doof da.
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  • Kommentar von daniela wyss, thun
    gesamtkosten aufzeigen. z.b. die neuen gewinne der post, die jetzt dem bund besteuernd zugutekommen.die erneuten a. d. strasse geschickten, zu hungerlohn teilzeitenden zu arbietslosenkassen-/ sozialbezüger gemachten,zu lasten der allgemeinheit. man würde feststellen, dass privaterwirtschaftetes kontra verluste an die allgemeinheit delgiert wird. der bund macht damit nicht ein gewinn sondern einen verlust! trotzdem will man an diesem system festhalten. mit welcher bregündung eigentlich?
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  • Kommentar von Ralph Schneck, Le Landeron
    Für guten Journalismus bezahle ich gerne... das schliesst die TA aber schon mal aus.
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