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Tech-Giganten unter Druck Die Tech-Bäume wachsen nicht in den Himmel

Amazon, Facebook und Tesla kämpfen mit Problemen. Und der Handelsstreit mit China könnte Apple treffen. Anleger sind verunsichert.

Amazon-Verteilzentrale mit vielen Paketen und Fliessbändern.
Legende: Trump setzt Amazon – und vor allem dessen ungeliebter Chef Bezos – unter Druck. Reuters

Amazon-Aktien unter Druck: Die Wertpapiere des Online-Händlers Amazon haben am Mittwoch um 4,4 Prozent nachgegeben. Der Börsenwert des Internet-Riesen sank damit zeitweise um bis zu 53 Milliarden Dollar. Auslöser der Verkäufe waren Medienberichte über Trumps Steuerpläne für den Online-Händler.

Eine Racheaktion Trumps? Laut dem Online-Portal Axios will der US-Präsident die steuerliche Behandlung von Amazon ändern. Er sorge sich, dass Tante-Emma-Läden aus dem Geschäft gedrängt würden, hiess es bei Axios. In Wahrheit dürfte es Trump wohl eher darum gehen, dem Amazon-CEO Jeff Bezos eins auszuwischen. Denn diesem persönlich gehört die liberale Tageszeitung «Washington Post», die mit immer neuen Recherche-Geschichten scharfe Kritik an Trump übt.

Trump, Nadella und Bezos sitzen nebeneinander.
Legende: Bezos (ganz rechts) beriet Trump zu Beginn von dessen Präsidentschaft in Tech-Fragen (hier mit Microsoft-Chef Satya Nadella). Doch die Zusammenarbeit war von kurzer Dauer. Reuters

Anleger sind verunsichert: «Zurzeit ist das Ganze wohl erst eine politische Drohung Trumps», sagt SRF-Wirtschaftsredaktorin Charlotte Jacquemart. Allerdings würden die Anleger diese ernst nehmen: «Wenn Anleger etwas hassen, dann ist es Unsicherheit.» Deshalb sei der Amazon-Aktienkurs unter Druck geraten.

Tech-Giganten in der Bredouille: Derzeit kämpft nicht nur Amazon mit Problemen. Seit der Datenschutz-Affäre ist der Aktienkurs von Facebook unter Druck, der Tech-Gigant hat in den letzten Tagen mehr als 100 Milliarden an Marktkapitalisierung verloren. Und seit Bekanntwerden einer behördlichen Untersuchung eines tödlichen Unfalls mit einem Elektroauto von Tesla sind auch diese Aktien um rund acht Prozent abgesackt.

Dunkle Wolken am Horizont: In allen drei Fällen gibt es eine Gemeinsamkeit: Es geht bei Amazon, Facebook und Tesla um neue und möglicherweise strengere Regulierungen, die auf die Firmen zukommen. «Das kreiert die Unsicherheit, welche die Anleger vertreibt», sagt die Wirtschaftsredaktorin. Hinzu kommen mögliche Auswirkungen des Handelsstreits mit China auf die Geschäfte, was vor allem Apple treffen könnte. Deshalb dürfte die Unsicherheit der Anleger, was Tech-Aktien angeht, weitergehen.

Von der Realität eingeholt? Die Aktien der Tech-Giganten sind in den letzten Jahren stetig gestiegen, in manchen Fällen fragen sich Marktbeobachter seit Längerem, ob nicht eine Überbewertung vorliegt. Deshalb könnten die Anleger jetzt auch merken, «dass die Bäume der Tech-Firmen nicht in den Himmel wachsen», wie Jacquemart sich ausdrückt. «In dem Sinn setzt nun etwas Realität ein.»

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2 Kommentare

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  • Kommentar von antigone kunz (antigonekunz)
    Mein ceterum censeo: Reichtum hat definitiv ein Geschlecht und ein paar wenige Namen: Bezos & Co.. Bedenken wir worauf diese Hochburgen kapitalistischer Aneignung gebaut sind, der Ausbeutung menschlicher, natürlicher und wissenschaftlicher Ressourcen. Unterstützt wird dieses unverschämte Feudalsystem, das im Gegensatz zum mittelalterlichen keine Gegenseitigkeit kennt, von einem Rechtssystem, dass die juristischen Personen mit Privilegien gegenüber den natürlichen Personen überhäuft.
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  • Kommentar von D. Schmidlin (Querenlife)
    Damit wir auch noch alle Solargüter auf höchstem Niveau produzieren können, hungern wir diese Erde aus. Der CO2 Wert steigt, er wird nicht sinken. Die Wissenschaft landet einen Selbstbetrug nach dem Andern.
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