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Kritik an Arbeitsbedingungen Tesla-Monteure leiden weiter

Arbeiten bis zum Umfallen: Der Druck auf die Angestellten bleibt enorm. Elon Musk erhält zu den Quartalszahlen wieder Post.

Legende: Video Tesla wächst weiter abspielen. Laufzeit 01:05 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 03.08.2017.

Das Wichtigste in Kürze

  • Seit Jahren glänzt der weltgrösste Elektroauto-Hersteller mit Wachstum. Allein in den letzten drei Monaten stieg der Umsatz im Vorjahresvergleich um 120 Prozent auf 2,79 Mrd. Dollar.
  • Geld verdient der Tesla-Konzern weiterhin nicht. Wegen enormer Investitionen und dem Bau einer riesigen Batteriefabrik klettert der Verlust gar auf Rekordhöhe.
  • Die Aktionäre stört das alles nicht. Sie freuen sich über die steigende Nachfrage nach Tesla-Autos und den entsprechenden Aktienkurs.
  • Einen etwas anderen Blick haben die Arbeiter bei Tesla. In einem offenen Brief beklagen sie sich über die haarsträubenden Arbeitsbedingungen bei Tesla.

Tesla bestätigte am Mittwochabend die Produktionsziele für die kommenden Monate. Bis Ende des Jahres will Tesla eine Produktionsquote von rund 5'000 Fahrzeugen pro Woche erreichen. Im kommenden Jahr soll auf 10'000 Autos pro Woche ausgebaut werden.

Beim neuen Model 3 werden zunächst die Bestellungen der Mitarbeiter erfüllt. Ab dem vierten Quartal sollen dann auch die ersten Nicht-Mitarbeiter ihre Fahrzeuge erhalten. Im Ausland müssen sich die Kunden laut Tesla voraussichtlich noch bis spät in die zweite Jahreshälfte 2018 gedulden.

Alles scheint zu glänzen bei Tesla: Wachstumsaussichten und Werkhallen. Doch der Schein trügt: Auch die Elektroautos von Tesla werden teilweise von Hand montiert. Weil die Nachfrage so hoch ist, ist der Druck auf die Angestellten enorm.

«Wie ein Pfannkuchen zusammengebrochen»

Im Frühling machte der britische «Guardian» bekannt, dass mancher Monteur bis zu zwölf Stunden täglich mit ausgestreckten Armen unter den Autos Teile montieren muss. Mancher breche vor Erschöpfung «wie ein Pfannkuchen» zusammen.

Seit dem Start der Tesla-Produktion vor drei Jahren übe das Management enormen Druck auf die Angestellten aus, so der «Guardian» weiter. Rettungssanitäter seien bereits 100 Mal angerückt, um Verletzte oder kollabierte Angestellte wegzubringen.

Offener Brief der Arbeiter

Der legendäre Tesla-Mitgründer Elon Musk versprach nach den Negativberichten Besserung. Doch die ist offenbar nicht eingetreten. Rechtzeitig zur Veröffentlichung der Halbjahreszahlen wollen Angestellte in einem offenen Brief von Musk nun wissen, wann der Druck und Stress endlich nachlassen und wann auch Tesla branchenübliche Löhne zahlt.

Ob die Arbeiter von Musk erhört werden, ist offen. Zwar lässt sich Musk jetzt über jeden Arbeitsunfall unterrichten. Doch die enormen Erwartungen der Investoren und Autokäufer hat er selber geschürt und nichts weist darauf hin, dass er die nach unten korrigieren will.

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62 Kommentare

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  • Kommentar von Jean-Philippe Ducrey (Jean-Philippe Ducrey)
    Vielleicht sollte man noch anmerken, dass Elon Musk heute mitgeteilt hat, dass viele Kunden die Vorbestellung stornierten. Weil "das sei wie wenn man 1.5 Stunden auf einen Hamburger warten muss"..... der geniale Verkäufer Musk weiss sich auch genial rauszureden, wenn er sich verkalkuliert hat... Man darf nie vergessen: die andern (und sehr grossen) Autokonzerne sind nicht dumm. Würde das System Tesla wirklich derart gewinnversprechend sein, hätten es andere schon längst gemacht.
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    1. Antwort von Jean-Philippe Ducrey (Jean-Philippe Ducrey)
      Letzte Woche haben 63'000 Kunden ihre Vorbestellung des Tesla Model 3 storniert (laut Elon Musk; heute in der Pressekonferenz).
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    2. Antwort von Jonas Baumgartner (J. Baumgartner)
      Richtig, die anderen Autokonzerne sind gewinnorientiert. Das ist auch der Grund, weshalb sie sich (zu lange?) an den Benzin- und Dieselmotor geklammert haben. Mitunter auch mit Zuhilfenahme unlauterer Mittel und der Gefährdung der allgemeinen Gesundheit. Dass Konzerne wie VW oder Mercedes nicht schon weiter im Elektroautobereich sind, liegt weniger daran, dass es kein erfolgreiches Geschäftsmodel sein kann sondern einfach nur daran, dass Sie die Zeichen der Zeit zu spät wahrgenommen haben.
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  • Kommentar von Patric Huber (Patric Huber)
    Die teils Minderjährigen Billigstlohnarbeiter welche unter katastrophalen Bedingungen das Lithium für die ökologisch schöngeschwätzten Teslas abbauen würden sich über einen 12 Stunden Tag freuen. Auch ein E-Auto braucht Energie! Und die kommt nicht nur vom Solarpanel wenn alle mal ein E-Auto fahren. Weniger Verschwendungskonsum und Gadgets für den Mann in der Midlifecrisis wie der Tesla würden helfen.
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  • Kommentar von Severin Heck (Selber denken und prüfen)
    Ihr Handy, Computer usw. Ist nicht von Staat oder Militär entwickelt worden. Die ganzen Fortschritte wurde durch den Privaten Konsumenten Markt, den Fans, finanziert und mit-Unterstützt. (vornehmlich den Gamern). Der Staat hat den 'Auto' und Motoristas mit Rabiaten Methoden den Kampf angesagt.... Mit den treibendsten Communities, den Fans, haben es sich die E-Mobilitäts befürworter Grundsätzlich versaut... E-Mobilität ist keine technische Überzeugung sondern eine Politische/Lifestyle Sache.
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