Tessiner Elektrizitätswerk AET: Ehemaliger Direktor verurteilt

«ECO» hatte 2011 über die windigen Geschäfte der Staatsfirma berichtet. Nun hat das Strafgericht in Lugano eine teilbedingte Freiheitsstrafe über deren früheren Direktor verhängt. Dieser will das Urteil weiterziehen.

Reto Brunett vor dem Gerichtsgebäude in Lugano.

Bildlegende: Ungetreue Amtsführung: Das Gericht in Lugano hat das Urteil über Reto Brunett gesprochen. Keystone

Der ehemalige Direktor des Tessiner Elektrizitätswerks AET ist am Donnerstag zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von zwei Jahren und neun Monaten verurteilt worden. Das Strafgericht Lugano sprach ihn im Zusammenhang mit dem Kauf einer Firma der ungetreuen Amtsführung schuldig.

Der zuständige Richter betrachtete es als erwiesen, dass der ehemaliger AET-Direktor Reto Brunett seine Position ausnutzte, um den Preis der Aargauer Firma «Zimmerli Energie-Technik (ZET)» künstlich in die Höhe zu treiben.

Entschädigung von 2 Mio. Franken

Das sei umso verwerflicher, als dass es sich bei der AET um ein Unternehmen in öffentlicher Hand handele. Die Azienda Elettrica Ticinese befindet sich vollumfänglich im Besitz des Kantons.

Zudem angeklagt war der frühere Geschäftsführer der ZET AG. Dieser wurde zu einer bedingten Freiheitsstrafe von zwei Jahren verurteilt. Er muss eine Geldstrafe von 20'000 Franken zahlen, Brunett wurden 12'000 Franken auferlegt. Gemeinsam müssen sie der AET eine Entschädigung in der Höhe von rund 2 Mio. Franken leisten.

Reto Brunetts Anwälte kündigten an, das Urteil weiterzuziehen.

Vor 2 Jahren hatte Reto Brunett dem Wirtschaftsmagazin «ECO» ein Interview gegeben.

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AET – die windigen Geschäfte einer Staatsfirma

9:00 min, aus ECO vom 17.1.2011