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Legende: Video Schweizer Start-Up Fairtiq international tätig abspielen. Laufzeit 04:18 Minuten.
Aus 10vor10 vom 18.02.2019.
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Tests in Grossbritannien Schweizer Ticket-App auf Expansionskurs

Nach Österreich und Deutschland wird die Billett-App des Schweizer Start-ups Fairtiq auch in Grossbritannien getestet.

In London leben zehn Millionen Einwohner – und pro Jahr werden dort drei Milliarden Bus- und U-Bahn-Fahrkarten verkauft. In diesem Grossstadt-Dschungel will nun auch die Schweizer Ticket-App Fairtiq, Link öffnet in einem neuen Fenster mitmischen. «Die App-Variante für London ist noch etwas unübersichtlich, da müssen wir noch dran arbeiten», sagt Geschäftsführer Gian-Mattia Schucan.

Er steht mit einem seiner App-Entwickler an einer Busstation in London und bespricht mit ihm letzte Details. Denn die beiden nehmen mit ihrer Anwendung an einem Start-up-Wettbewerb teil, mit dem sie potenziell Milliarden an Fahrten pro Jahr abwickeln könnten.

Blick auf ein Handy mit der Fairtiq-App.
Legende: Vor dem Reiseantritt wird die Fairtiq-App auf dem Handy aktiviert. SRF

Billett-Abrechnung auf dem Handy

Das Prinzip der App ist denkbar einfach: Vor dem Einsteigen wird sie auf dem Smartphone aktiviert, beim Aussteigen wieder deaktiviert. Mit Hilfe von GPS-Daten wird die Strecke und der günstigste Fahrpreis berechnet. Wenn der Billett-Kontrolleur vorbeikommt, kann er die entsprechende Billett-Information auf dem Smartphone des Fahrgastes einsehen.

Die App funktioniert heute auf dem gesamten Netz des öffentlichen Verkehrs in der Schweiz. Und das gerade mal drei Jahre nach der Gründung der Firma. Pro Fahrt erhält das Start-up-Unternehmen zwei bis drei Prozent des Billettpreises. Bisher hat die Firma über 3 Millionen Fahrten gezählt.

Legende: Video Gian-Mattia Schucan zum Datenschutz bei der Fairtiq-App abspielen. Laufzeit 00:21 Minuten.
Aus News-Clip vom 18.02.2019.

Idee kam nach der Zeit bei der SBB

Geschäftsführer Gian-Mattia Schucan kennt die Welt der Fahrkarten: Er war Leiter Vertrieb und Services der SBB – sozusagen der oberste Billettverkäufer der Schweiz. Dann hat er sich selbstständig gemacht, und hat heute mit Fairtiq wieder viel mit seinem ehemaligen Arbeitgeber zu tun.

«Als ich noch bei der SBB war, gab es auch schon Ideen, das Ticketing einfacher zu machen», sagt Schucan. Aber diese Ideen hätten hunderte Millionen Franken gekostet. «Mit der heutigen Smartphone-Technologie geht das viel einfacher», sagt er. Als Start-up habe man mehr Freiheiten als eine grosse Firma wie die SBB – und «man kann mehr ausprobieren.»

Fairtiq ist nicht allein mit diesem Ticket-System. Auch die BLS Lötschbergbahn mischt mit Lezzgo mit und die Südostbahn (SOB) hat für ein ähnliches System mit Siemens zusammengespannt.

England wäre nicht die erste Expansion ins Ausland. Schon länger kann die App im österreichischen Vorarlberg genutzt werden und bald auch in der deutschen Stadt Göttingen. Tests laufen in mehreren weiteren deutschen Städten und auf dem Netz der niederländischen Bahngesellschaft (NS).

Ein Ziel der Expansion ins Ausland ist auch, möglichst viele Daten über die Nutzung der App zu sammeln, um sie so zu verbessern. Mit GPS, Bewegungs- und Konto-Daten gibt der Nutzer zwar viel von sich preis. Datenschutz werde aber gross geschrieben, versichert der Geschäftsführer.

Lösung für den Londoner Verkehrs-Dschungel?

In Grossbritannien konnte Fairtiq den Start-up-Wettbewerb für sich entscheiden. Ein Verantwortlicher sieht grosses Potenzial in der App aus der Schweiz: «Eine Lösung wie Fairtiq hätte hier im Vereinigten Königreich massive Vorteile», glaubt Ian McLaren.

«Das Bahn- und Bus-System ist unglaublich komplex, denn es gibt mehr als 20 private Anbieter. Fairtiq würde es ermöglichen, mit einer App alle Verkehrsmittel zu nutzen, was heute nicht geht.» Und McLaren schiebt nach: «Es ist sehr gut möglich, dass irgendwann Fairtiq national eingeführt wird.»

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Walter Matzler (Wma)
    Ich habe kein Smartphone-Abo, ich will nicht ständig online sei, ich will nicht auf Schritt und Tritt überwacht werden. Aber irgendwann wird man ohne Abo den öffentlichen Verkehr nicht mehr benützen können, Einkaufen und mehr geht nicht mehr und Big Brother weiß zu jeder Zeit wo ich mich befinde und was ich gerade mache. Warum nicht gerade jedem Menschen einen Chip einpflanzen der das alles erledigt und irgendwer hat dann auch den Knopf dazu, mit dem er unser Verhalten steuern kann. Horror!!!!
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    1. Antwort von Tobi Hartmann (Tobias Hartmann)
      Sehe ich auch so. Natürlich ist es bequem und irgendwann lassen sie einem keine Option mehr. Aber will ich jedesmal die Daten aller Mitreisenden eingeben müssen (wie in der SBB app)? Mühsam. Und dann sind die Tickets nicht übertragbar. Da ist mir das Papierticket aus dem Apparat lieber. Geht erst noch schneller. Und Datenschutz garantiert.
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    2. Antwort von Kari Raeschter (K. Raeschter)
      @Tobi Hartmann: Schneller geht es am Automaten garantiert nicht als mit der SBB-Billett-App. Die wurde extrem verbessert und vereinfacht, da ist Billett lösen ein Kinderspiel.
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  • Kommentar von Danny Kinda (Kinda)
    Wünsche viel Erfolg aber fpr mich war die Lösung nichts. Die ZVV hatte etwas ähnliches im Pilotprojekt, vielleicht war sogar Fairtiq dahinter. Die Ansage war dass man günstiger fährt aber tatsächlich ist das Gegenteil der Fall. Erstens vergisst man die ganze Zeit zurück zu stellen und zweitens ist man bei den 24h Tickets benachteiligt. Ich habe mein Konto wieder auflösen lassen.
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