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Thiam wortkarg Stellenabbau bei der CS: Die Grossbank schweigt

Thiam steht an Rednerpult.
Legende: Auf Kurs: Die CS und ihr Chef, Tidjane Thiam, geben sich zuversichlich, den Turnaround abzuschliesen. Keystone

Tidjane Thiam, Chef der Grossbank Credit Suisse, hat in London vor den Investoren gesprochen. Thiam zeigte ihnen auf, wie er seine Sanierungsziele bis Ende nächsten Jahres erreichen will. Die Bank sei auf Kurs, müsse den eingeschlagenen Sparkurs aber konsequent weiter führen. Sparen kann die Bank etwa durch Prozessoptimierungen und Automatisierungen, aber auch durch einen weiteren Stellenabbau. Wie viele Stellen bei der Bank nächstes Jahr wegfallen, sagte Thiam nicht.

Er hatte bereits bei seinem Amtsantritt vor zwei Jahren gesagt, dass die Credit Suisse zu hohe Fixkosten habe. Das Ziel wäre, die Kosten von damals 21 Milliarden Franken auf maximal 17 Milliarden zu senken – bis Ende 2018. Thiam wird bekannt geben, dass die Bank dieses Ziel erreicht.

Vor den Investoren sagte Thiam vor den Investoren, dass die Bank dieses Ziel erreichen werde. Das ist eine gute Nachricht für die CS, ihre Aktionäre und für Thiam selber, dessen Zukunft massgeblich davon abhängt.

Stellen streichen ist die einfachste Variante Kosten zu senken
Autor: Andreas LüscherSRF-Wirtschaftsredaktor

Weniger gut bekommt es den CS-Mitarbeitern. Sie müssen um ihren Arbeitsplatz fürchten, denn Stellen streichen ist die einfachste Variante Kosten zu senken. Eine Variante, auf welche die Bank unter Thiam stark setzt. Allein im letzten Jahr baute sie 7200 Stellen ab. Und es dürfte auch nach dem Sparprogramm so weiter gehen. Thiam kündigte an, die Kosten ab 2019 nochmals zu drücken. Von bis zu einer halben Milliarde Franken ist die Rede.

Die Entwicklung macht mir Sorgen. Man kann nicht sparen bis zum bitteren Ende.
Autor: Denise ChervetBankenpersonalverband

Ein Mittel, um die Kosten weiter zu senken, ist die Digitalisierung. Roboter und intelligente Computerprogramme sollen den Betrieb effizienter machen, hofft die CS. Sie ersetzen aber auch Angestellte. Eine Entwicklung, die dem Bankenpersonalverband Sorgen bereitet. «Betroffen sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im mittleren Sektor, mit solider Ausbildung, wie etwa Juristen oder Back Office-Angestellte», sagt Denise Chervet. Sie hofft, dass sich die Angestellten der CS in Zukunft mehr einbringen und aktiv an den Veränderungen mitarbeiten können.

Aktien steigen auf Höchststand seit zwei Jahren

Die zweitgrösste Schweizer Bank will mit weiteren Kostensenkungen die Rentabilität deutlich verbessern, wie sie anlässlich eines Investorentags
mitteilte. Die Eigenkapitalrendite des Instituts solle 2019 zehn bis elf Prozent und 2020 elf bis zwölf Prozent erreichen. In den ersten neun Monaten
2017 lag der Wert bei 4,1 Prozent. Die neuen Ziele entsprechen einem Nettogewinn von mindestens 4,2 Milliarden Franken in 2019 und mindestens fünf Milliarden Franken in 2020. Kräftige Einsparungen erhofft sich die CS etwa vom verstärkten Einsatz von Robotern. Zudem peilt die Bank Wachstum in der Vermögensverwaltung an.
Die Anleger reagierten erfreut, die Aktie legte am Morgen 2,7 Prozent zu und markierte mit 16,79 Franken den höchsten Stand seit knapp zwei Jahren.

Widersprüchliche Angaben über RBR-Capital-Beteiligung

Bezüglich der Beteiligung des Hedgefonds RBR Capital an der Grossbank Credit Suisse machen die beteiligten Parteien widersprüchliche Angaben. Credit-Suisse-Kommunikationschef Adam Gishen erklärte am Donnerstag im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters, RBR habe Anteile abgestossen. Ein RBR-Sprecher sagte dagegen, die Gesellschaft halte eine unveränderte Beteiligung. RBR Capital hatte im Oktober ein Aktienpaket im Wert von rund 100 Millionen Franken entsprechend rund 0,2 Prozent Kapitals an der zweitgrössten Schweizer Bank gemeldet.

(fren, Regionaljournal Zürich Schaffhausen, 12:03 Uhr)

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8 Kommentare

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  • Kommentar von Nicolas Dudle (Nicolas Dudle)
    Person A: "Wie viele Leute arbeiten bei den grossen Finanzdienstleistern?" Person B: "Die Hälfte." - Dumm nur, wenn man die erfahrenen und deshalb etwas teureren Leute des mittleren Kaders aussortiert, denn damit wirft man nicht nur Menschen, sondern auch Know-How weg. Hilft kurzfristig für gute Zahlen und Aktienkurse, dient mittel- und langfristig aber niemandem.
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  • Kommentar von Walter Mathys (wmathy)
    Wieso nennt sich die CS überhaupt noch "Schweizerbank"? Dieses Gebahren hat gar nichts mit Schweiz zu tun. Alles Amerikanisches Haudegen getue. Besitzer sind Ausländer und keine Schweizer. Es isch zum Ko---------en.
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  • Kommentar von Manuela Fitzi (Mano)
    Wir erfahren sehr vieles über Stellenabbau in diesem Land nicht. Ich habe keine Angst davor, wenn CS verschlankt wird und das weitere Hunderte von Stellen kostet. Diese MA sind gut qualifiziert, haben ein tolles CV (denkt man zumindest) und werden schnell was Neues finden. Ich habe jedoch Bedenken um die verhältnismässig schlecht qualifizierten älteren MA, meistens in der Produktion tätig, deren Arbeitgeber die ganze Firma ins Ausland verlagern. Diese Meldungen schaffen es nicht in die Zeitung.
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