Tourismusbetriebe hoffen auf schneereichen Winter

Der Schweizer Tourismus hat eine schwierige Sommersaison hinter sich. Doch wie sieht es im kommenden Winter aus? Die Schweizer Hotellerie rechnet mit einer guten Wintersaison. Experten prognostizieren gar ein Wachstum.

Drei Skifahrer vor Bergkulisse stehend

Bildlegende: Der Schweizer Tourismus rechnet bei guten Schneeverhältnissen mit mehr Übernachtungen. Keystone

Die Sommersaison neigt sich dem Ende zu. Klar ist: Der Schweizer Tourismus hat auch schon bessere Zeiten erlebt. Das Wachstum für die Sommersaison war gering. Die Zahl der Hotelübernachtungen sei um lediglich 0,2 Prozent gestiegen. Dies teilt das Staatssekretariat für Wirtschaft Seco mit. Als Gründe werden die erlahmte europäische Konjunktur und die Wetterverhältnisse genannt.

Optimistische Konjunkturforscher

Werden die Hotel-Betten ausgelastet sein im kommenden Winter? Glaubt man den Experten von Bakbasel, steht der hiesigen Hotel-Branche jedenfalls eine gute Saison bevor. Sie gehen bei der Nachfrage nach Übernachtungen von einem Wachstum von zwei Prozent aus. Im vergangenen Winter lag das Wachstum noch bei 0,9 Prozent.

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Die Basler Konjunkturforscher sind auch für die Tourismusjahre 2015 und 2016 (November bis Oktober) optimistisch. Davon werden wohl auch die Bergbahnen profitieren. Allerdings rechnen die Experten für das laufende Tourismusjahr noch mit rückläufigen Gewinnen.

Auch die Seco-Konjunkturforscher sind optimistisch. Warum? Die Prognose für die Übernachtungen in der bevorstehenden Wintersaison basiere auf einem weltweit steigenden Wachstum insbesondere im Euro-Raum. Hinzu komme ein stabiler Euro-Franken-Wechselkurs. Voraussetzung für diese Prognose seien allerdings bessere Schneeverhältnisse.

Der nächste Sommer soll besser werden

Auch in der Sommersaison 2015 erwartet Bakbasel ein «ansprechendes» Nachfragewachstum von plus 2,3 Prozent. Dies wäre eine deutliche Verbesserung im Vergleich zur aktuell noch laufenden Saison 2014.

Für das gesamte Tourismusjahr 2015 wird damit ein Zuwachs an Hotellogiernächten von 2,2 Prozent erwartet. 2016 dürfte sich die hiesige Tourismuswirtschaft mit einem prognostiziertem Plus von 1,2 Prozent auf dem langfristigen Wachstumspfad bewegen, heisst es.

Bergbahnen noch im Tief

Die Zahl der Hotelübernachtungen ist zu einem grossen Teil für die Auslastung der Schweizer Bergbahnen entscheidend. Gemäss den neuesten Schätzungen von Bakbasel dürften die Gewinne im laufenden Tourismusjahr im Vergleich zum Vorjahr real um rund 4,3 Prozent abnehmen. Für 2015 rechnen die Experten hingegen mit einem Anstieg um 3,1 Prozent.

Mittelfristig seien die Aussichten für die Schweizer Bergbahnen erfreulich. Bakbasel jedenfalls geht für die Tourismusjahre 2016 und 2017 von einem Anstieg der realen Verkehrserträge um 2,3 bis 2,5 Prozent aus. Zum einen sollten sich bei den übernachtenden Gästen weiterhin eine steigende Nachfrage einstellen. Zum anderen dürfte es dank erwartet günstiger Binnenkonjunktur bei den Tagesgästen aus der Schweiz einen Aufwärtstrend geben, wie es heisst.

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  • Die russischen Touristen bleiben aus

    Aus Tagesschau vom 20.10.2014

    Im Zuge der Ukraine-Krise machen in diesem Jahr weniger russische Touristen Ferien in der Schweiz. Die Branche geht von einem Rückgang um bis zu zehn Prozent aus. Russlands Regierung motiviert die Landsleute, im eigenen Land Ferien zu machen.