Zum Inhalt springen

Wirtschaft Trotz guter Zahlen herrscht schlechte Stimmung

Die europäischen Börsen sind seit über einer Woche mehr oder weniger auf Talfahrt. Und dies, obwohl die Berichtssaison beginnt und viele Unternehmen voraussichtlich solide Quartalsergebnisse liefern werden. Was können diese Resultate an den Börsen bewirken?

Zwei New Yorker Börsenhändler neben einem Bildschirm, der eine absteigende Kurve zeigt.
Legende: Syrien, Ukraine, Ebola: Pessimismus herrscht trotz an sich guter Aussichten. Keystone

Erste Unternehmen haben ihre Geschäftszahlen für das dritte Quartal bereits publiziert. Sie waren besser als erwartet. Für den Chefökonomen der Zürcher Kantonalbank Anastassios Frangulidis ist klar: «Alles in allem erwarten wir eine moderat gute Entwicklung bei den Gewinnen, welche in nächster Zeit bekannt gegeben werden.»

Dafür gebe es drei Gründe: Erstens seien die schlechteren Wachstumsprognosen und die abschwächende Konjunktur in Europa erst in den letzten Wochen aufgekommen. Diese zeigten sich noch nicht in den Zahlen, so Frangulidis. Zweitens profitierten die Unternehmen von günstigeren Währungseinflüssen, denn der Dollar wurde stärker.

Das hilft Schweizer Exporteuren. Und drittens komme hinzu: «Die konjunkturelle Lage der übrigen Welt, und insbesondere der USA – und die USA sind ein wichtiger Handelspartner – ist immer noch recht gut.» Das alles ergebe solide, aber nicht wirklich dynamisch Resultate, sagt der ZKB-Ökonom.

Das Problem sei, dass die Aufträge und Umsätze nur langsam zulegen könnten. Zu schlimm war die Finanzkrise, zu hoch die Verschuldung, so Frangulidis. «Wir sind in einer Phase des Abbaus der Verschuldung im privaten Sektor. Und meistens in diesen Phasen ist die Konjunktur nicht so stark. Die konjunkturellen Kräfte werden dadurch etwas abgeschwächt.» Er erwartet, dass vor allem der Gesundheits- und Pharmabereich sowie in der Informationstechnologie gute Ergebnisse liefern werden.

Trotzdem dürfte die Stimmung der Anleger an den Börsen wohl noch nicht wieder drehen. Zu gross sind die Sorgen um die Zukunft; nicht nur die wirtschaftliche, sondern auch die geo- und gesundheitspolitische, Stichwort Ukraine, Syrien oder Ebola.

SMI auf Talfahrt

Der Swiss Market Index (SMI) ist heute Donnerstag wiederholt unter die Marke von 8000 Punkten gefallen. Zeitweise notierte er gar unter 7900 Punkten. Dies entspricht dem Stand vom Dezember 2013. Von den 30 wichtigsten Aktien notierten um 12 Uhr mittags alle im Minus. Bis Börsenschluss überschritt der SMI die 8000er-Marke wieder leicht.

3 Kommentare

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Margrit Kurmann, 6004 Luzern
    Für meine jetzige Situation ist es wichtig zu wissen, kann die Talfahrt so lane weiter gehen, wie bei der letzen grossen Krise oder gibt es wo möglich bald wieder leicht positive Werte? Vielen Dank Freundliche Grüsse. Margrit Kurmann
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Daniel von Trub, 4500 Solothurn
      Das weiss niemand wie sich die Börse entwickeln wird. Ich weiss nur, die Finanzmärkte werden mit Liqiudität ertränkt. Es gibt ein altes Sprichwort an der Wall Street. Never fight the Fed. Im Moment gibt es viele Experten die beschwichtigen wollen und sagen ja nicht Verkaufen etc. Das sind alles Long- Only Anleger die komplett auf dem falschen Fuss erwischt wurden.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Peter Jürg Oberli, 6613 Porto Ronco
      ... zinsloses (Ertränken), haben Sie vergessen, und jeder weiss, wohin das führt: Crash. Die besten Anzeichen dafür sind immer die Medien, in dem plötzlich der Kleinsparer darauf aufmerksam gemacht wird, wie toll Aktienrenditen sind, um den überteuerten Schrott abzustossen. Diesmal gibts einen Hochfrequenzcrash und die Kleinsparer gehen in Zusatzrente.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen