Zum Inhalt springen

Header

Audio
Energiegenossenschaften: Impulsgeber unter Druck
Aus HeuteMorgen vom 12.02.2019.
abspielen. Laufzeit 01:50 Minuten.
Inhalt

Trotz Innovation Energiegenossenschaften stehen unter Druck

In der Schweiz gibt es rund 300 Energiegenossenschaften. Die aktuell tiefen Strompreise machen ihnen zu schaffen.

Die Energiegenossenschaften füllen seit jeher Lücken. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts bauten Genossenschaften Stromleitungen in Regionen, in denen es noch keine gab. Heute produzieren sie Wärme und Strom aus Wasserkraft, Biomasse, Biogas, Wind, Abfall und vor allem Sonnenenergie.

Die reine Menge Strom, die Energiegenossenschaften in der Schweiz produzieren, ist gering. Beim Sonnenstrom sind es beispielsweise nur fünf Prozent, hat Benjamin Schmid, Doktorand an der Forschungsanstalt WSL, festgestellt, «aber sie schaffen Möglichkeiten – gerade in Gemeinden –, dass Leute auch in dieser Energiewende mitgenommen werden.»

Impulsgeber für erneuerbare Energien

Eine neue Studie der WSL zeigt, dass Energiegenossenschaften immer wieder neue Impulse für die Energiewende gäben, ergänzt Irmi Seidl, Ökonomin am WSL: «Oft sind dies Bürgerinnen und Bürger, die politisch schon irgendwie engagiert sind. Sie finden, eine Gemeinde müsse etwas machen, vorankommen mit erneuerbaren Energien.»

Die Bedingungen sind nicht sehr günstig für Energiegenossenschaften.
Autor: Irmi SeidlÖkonomin am WSL

Allerdings – und auch das zeigt die neue Studie – rechnen derzeit viele Energiegenossenschaften nicht damit, künftig wachsen zu können. «Die Bedingungen sind nicht sehr günstig für sie», so Seidl, «der Energiepreis ist niedrig und die Gestehungskosten für Genossenschaften von Photovoltaik sind einfach höher als der Marktpreis.»

Eine Photovoltaik-Anlage und ein Windrad
Legende: Oftmals gehen Impulse für erneuerbare Energien von Genossenschaften aus. Keystone

Die meisten Energiegenossenschaften speisen ihren Strom ins Netz und sind deshalb angewiesen auf Abnehmer, die ihnen einen Preis bezahlen, bei dem sich die Produktion rechnet, oder auf Fördergelder. Doch diese sind allgemein rückläufig. Aussterben werden die Energiegenossenschaften in der Schweiz nicht. Verbessert sich das Umfeld allerdings nicht, könnten sie ihre innovative Wirkung verlieren.

Schliessen

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

8 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Fritz Münz  (Fritz Münz)
    Der menschengemachte Klimawandel kostet schon jetzt ein Vielfaches, als der Durchschnittsbünzli hier moniert. Ich hoffe FDP/ SVP kommt voll für die Kosten sämtlicher Folgen des Klimawandels auf
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Dani Keller  (¯\_(ツ)_/¯ ____)
    So ist das mit Subventionen leider meistens: zu Beginn als kurzfristige Anschubfinanzierung gedacht und propagiert. Findet dann die erhoffte Innovation (Technologiedurchbruch, Markt, Kosten, Preise) nicht wie gewünscht statt, wird die kurzfristige Anschubfinanzierung dann dauerhaft installiert... und der Steuerzahler/Konsument hat auf ewig zu bezahlen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Daniel Schmidlin  (Queren life)
    Von grüner Energie träumen und gleichzeitig noch Geschäfte damit machen. So einfach geht das nicht. Der Einspeise Technologie sind sehr früh Grenzen gesetzt. Zudem müssten sich die Einspeisenden an der nötigen teuren Zwischenspeicherung beteiligen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von daniel luder  (daniel2seeluft)
      Auch Atomkraft muss zum Teil zwischengespeichert werden.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Beat Reuteler  (br)
      Da die Erzeugung sehr dezentral und deshalb meist auch in der Nähe der Verbraucher ist, und zumeist in der Zeit des hohen Bedarfes am meisten liefert, ist eine "Zwischenspeicherung" meist gar nicht nötig. Im Gegenteil, durch dezentrale Produktion und dezentralen Verbrauch ist die Netzbelastung geringer. Die EW's sollten also den Verbrauchern Rabatte bei der Netzgebühr geben können, und denen die Einspeisen bessere Preise zahlen.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen