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Wirtschaft Trotz Milliarden-Verlust: «Ziele übertroffen»

Die UBS schliesst das vergangene Jahr mit roten Zahlen ab. Trotzdem ist UBS-Chef Sergio Ermotti zufrieden: Die Bank sei sicherer und solider geworden.

Legende: Video 2,5 Mrd. Bonus trotz 2,5 Mrd. Verlust bei der UBS abspielen. Laufzeit 3:00 Minuten.
Aus 10vor10 vom 05.02.2013.

2,5 Milliarden Franken Verlust weist die UBS für 2012 aus. Es ist der grosse erste Milliarden-Verlust, den die Grossbank seit Ausbruch der Krise 2009 schreibt. UBS-Chef Sergio Ermotti nimmt das gelassen: «Wir haben unsere Ziele erreicht, gar übertroffen. Kosten und Risiken sind nun unter Kontrolle.»

Auch die Analysten sind nicht überrascht von den Verlusten. Sie hatten sogar mit einem Minus von 3 Milliarden Franken gerechnet. Zum Vergleich: Im 2011 hatte die UBS noch 4 Milliarden verdient.

Ermotti dazu: «Der Umbau der Bank kostet Geld.» Bis 2015 will die Grossbank die Reorganisation abgeschlossen haben. Sie will in Zukunft weniger riskante Geschäfte tätigen. Bei der Investmentbank baut die UBS bis zu 10'000 Stellen ab.

Busse wiegt schwer

Neben dem Umbau ist der Liborskandal für den Verlust verantwortlich. 1,4 Milliarden Franken Busse muss die UBS zahlen, weil einige Mitarbeiter den Zins manipulierten.Trotz der vielen Skandale konnte die Grossbank aber offenbar in diesem Jahr wieder mehr Kunden gewinnen. Die Vermögensverwalter erhielten 2012 über 47 Milliarden Franken Neugeld. Das sind 11 Milliarden mehr als noch 2011. Insgesamt stiegen die verwalteten Vermögen im Jahr 2012 auf  2230 Milliarden Franken.

Kapitalisierung positiv

Dank der Fortschritte kann die UBS nun eigene Anleihen im Umfang von bis zu 5 Milliarden Franken zurückkaufen. Die Eigenkapitalquote stieg auf 9,8 Prozent. Die Bank ist nahe daran, die ab 2019 geforderte Mindestquote von zehn Prozent frühzeitig zu erfüllen. Die Analysten der ZKB und der Bank Vontobel begrüssen diese Entwicklung.

Silberstreifen am Horizont

Die Dividende soll um 50 Prozent auf 0,15 Franken je Aktie erhöhte werden. Die UBS-Titel sanken um 12.07 Uhr um 0,11 Prozent.

Ermotti betont, die Bank wolle noch sicherer werden. Und: «Die Wahrscheinlichkeit, dass weitere grosse Überraschungen auf die Bank zukommen, ist gering. Wir haben Altlasten, aber wir sind auf gutem Wege, alle diese Probleme zu lösen.»

Mitarbeiter werden belohnt

Der Bonus-Topf wird dieses Jahr um 7 Prozent kleiner. Die Reduktion entspricht nicht den grossen Verlusten der Bank. Die Boni seien schon im letzten Jahr um 40 Prozent verringert worden, rechtfertigt sich Ermotti. «Der Umbau braucht Zeit.» Die UBS müsse ihre Leute weiterhin belohnen. «Die Mitarbeiter haben trotz Verlusten gut gearbeitet.»

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8 Kommentare

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  • Kommentar von R.käser, Zürich
    Die Herren haben noch nichts begriffen. Unser Bundesrat hat dieser selbst ernannten Elite aus der Patsche geholfen ohne dingfeste Vorderungen. Auch diese 7 Köpfe sind ein Teil vom Milieu. Diese Diletanten gehören abgewählt. Wir brauchen ein Reverendum damit wir Gesetze haben um unglaubwürdige Politiker zu degradieren.
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    1. Antwort von Walter Starnberger, Therwil
      Der Bundesrat hat vor allem der Schweizer Oekonomie geholfen. Auch heute noch haben zehntausende Hauseigentümer ihre Hypothek bei der UBS. Und zehntausende von KMU's haben ihre Kontokorrentkredite bei einer der beiden Grossbanken. Warum auch immer. Das wäre ja lustig geworden, wenn ein paar hunderttausend Arbeitnehmer keine Löhne mehr gekriegt hätten. Und ein paar zehntausend Familien ihre Wohnungen hätten liquidieren müssen.
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  • Kommentar von R.Gfeller, Bern
    Und weil Ermotti so zufrieden mit den 2.5 Milliarden Verlust ist, hat er gleich 2.5 Miliarden Boni ans Top-Kader verteilt!!! Diese Bank gibt es nur noch wegen dem Schweizer Steuerzahler, was glauben die wer sie sind? Aber angeblich kommt man ja nur mit solchen Abzockerlöhnen zu top Leuten. Haha, man hats 2008 gesehen, was die Wert sind. Die (momentan) einzige Lösung ist ein haushoches JA zur Abzockerinitiative Anfang März!
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  • Kommentar von D.Volk, Schweiz
    Wenn jemand auf eine Bank geht und einen Kredit von 1 Mio. beantragt, dann gibt ihm die Bank kein Geld von anderen Einlegern, sondern sie kreiert via Buchungssatz neues Giralgeld, das es vorher noch nicht gab! Diese Summe "verleiht" sie mit 10% Zinsen! Bei 10% provisorischem Eigenkapital kann sie von der 1 Mio. wiederum 900'000 "verleihen" und 10% Zins einsacken usw.usf.! So entsteht heute "Geld"! KEINE Arbeit und KEINE Leistung!
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