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Legende: Audio Die Banken haben noch nicht auf das Paris-Abkommen reagiert – im Gegenteil abspielen. Laufzeit 02:01 Minuten.
02:01 min, aus HeuteMorgen vom 20.03.2019.
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Trotz Pariser Klimaabkommen Banken stecken Milliarden in fossile Energien

Viele Banken bekannten sich zum Pariser Klimaabkommen. Dennoch setzen Grossbanken heute stärker auf fossile Energien als vor 2016.

Seit dem Klimabekenntnis von Paris 2016 stellten die grössten Banken der Welt fast 2000 Milliarden Dollar an Firmen zur Verfügung, die mit Kohle, Gas und Öl arbeiten. Diese Zahlen haben verschiedene NGO wie Rainforest Action Network und BankTrack zusammengetragen.

Laut der Studie gaben die US-Banken dem fossilen Sektor am meisten Kapital. Die Credit Suisse steht im Mittelfeld, die UBS am Schluss der Rangliste.

Katya Nikitenko ist Energiespezialistin bei Greenpeace. Sie gibt sich realistisch: Man verlange von den Banken keinen sofortigen Ausstieg. Denn die Welt brauche vorerst noch fossile Energieträger. Sie verlangt aber: «Finanziert keine neuen Kohlekraftwerke mehr, hört auf, die Erschliessung neuer Ölfelder zu zahlen! Die Welt kann sich das nicht mehr leisten.»

Die Welt kann sich das nicht mehr leisten.
Autor: Katya NikitenkoGreenpeace

Die Banken müssten ihre Geschäftsmodelle endlich den Zielen des Pariser Klimagipfels anpassen, fordert Nikitenko. Gemäss der Studie haben die Banken seit dem Pariser Abkommen aber zusätzliche 600 Milliarden Dollar in neue fossile Projekte gesteckt.

Banken verteidigen sich

Viele Banken seien daran, das zu ändern, entgegnet hingegen Christian Leitz. Er ist bei der UBS für Umwelt- und Sozialverantwortung zuständig. Leitz kritisiert, dass Studien wie die aktuelle nur immer von einem Geschäftsbereich, nämlich der Finanzierungsseite, reden würden. Dabei sei kein Hebel beim Umbau in Richtung umweltfreundlichere Banken so gross wie jener über die Anleger.

Und da laufe viel: Bereits werde bei der UBS ein Drittel aller Kundengelder nachhaltig angelegt. Die Frage sei, «was sind die Wege und Mittel – sprich von unserer Seite her Produkte, Dienstleistungen, Kundenengagements – die hier etwas bewegen werden», so Leitz.

«Die Diskussion wird sich fraglos in diese Richtung verlagern.» Die Studie selbst kommentieren beide Schweizer Grossbanken allerdings nicht.

So viel investierten Banken in fossile Energien

Quelle: Fossil Fuel Finance Report Card 2019
Bank
Summe 2016-2018
JPMorgan Chase (USA)
195,7 Mrd. Dollar
Wells Fargo (USA)
151,6 Mrd. Dollar
Citi (USA)
129,5 Mrd. Dollar
Bank of America (USA)
106,7 Mrd. Dollar
RBC (Kanada)
100,5 Mrd. Dollar
Barclays (Grossbritannien)
85,2 Mrd. Dollar
MUFG (Japan)
80 Mrd. Dollar
TD Bank (USA)
74,2 Mrd. Dollar
Scotiabank (Kanada)
69,6 Mrd. Dollar
Mizuho (Japan)
67,7 Mrd. Dollar
Credit Suisse (Schweiz)
57,4 Mrd. Dollar
UBS (Schweiz)
25,8 Mrd. Dollar

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26 Kommentare

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  • Kommentar von antigone kunz (antigonekunz)
    Es wird systematisch davon ausgegangen, dass juristische Personen und absichtlich komplex gehaltenen Firmenkonstrukte aus irgend einer göttliche Laune+Willen heraus mit Ethos, Moral und mit einem gesunden Sinn für Verantwortlichkeit ausgestattet zu sein hätten. Sind sie nicht. Das ganze Konstrukt ist ja so, dass wenn's gut läuft, niemand sich richtig und persönlich zu verantworten hat. Die Bussen sind Kinkerlitzchen und können ja erst noch von der Steuer abgezogen werden. Farcen noch und noch.
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  • Kommentar von antigone kunz (antigonekunz)
    "Klimaschutz" setzt Regluierungen voraus, die Banken an die Kandarre nehmen. Was eine substantielle Demokratien voraussetzt. Die Banken haben sich als juristische Personen, als nicht der demokratischen Kontrolle unterstehenden Finanzinstute, mit dem Kreditwesen, dermassen positioniert, dass sie alle systemrelevanten Intitutionen in der Hand haben. Nicht einmal als die UBS 2008 mit 70Mrd.US$, gespiesen aus Staatsbeiträgen+Geldschschöpfung wurde die Gelegenheit ergriffen, ihr Auflagen zu machen.
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  • Kommentar von Eva Werle (Eva Werle)
    Aus Bequemlichkeit und Geldgier hält man solange am Status quo fest, bis diese Welt unbewohnbar ist. Mir tun unsere Kinder und Enkel leid, deren Leben durch die Geldgeilheit und Dummheit vorhergehender Generationen aufs Spiel gesetzt wird. Um sie zu retten, was unser vordringlichstes Ziel sein sollte, müssten die Verantwortlichen, die den Hals nicht voll genug bekommen, an ihrer Gier ersticken. Auf Vernunft und Verantwortungsgefühl kann man offenbar nicht hoffen.
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    1. Antwort von antigone kunz (antigonekunz)
      Zordringlichstes Ziel scheint mir, Frau Werle, wollen wir enst mit dem Klimaschutz resp. dem Menschenschutz machen, dann muss das aktuelle Wirtschaftssystem auf allen Ebenen in demokratische Kontrolle gebracht werden. Denn ansonsten sind wir machtlos. Das setzt voraus, dass die Demokratie als solche subtantiell werden muss. Jede und Jeder von uns soll dort wirksam werden so sie ist und kann. Wichtige Elemente sind in diesem kapitalen Zirkus der Investitionen und Kredite: Anonymat + Tempo.
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