Zum Inhalt springen
Inhalt

Kissingers Rat an Trump «Trump muss definieren, wo sich die USA engagieren wollen»

Betagt, aber nicht um Antworten verlegen: Der WEF-Gründer interviewt den einstigen US-Aussenminister.

Kurz vor Schluss des 47. WEF noch einmal ein Höhepunkt: Der WEF-Gründer Klaus Schwab befragt den ehemaligen US-Aussenminister Henry Kissinger zu den drängendsten politischen Problemen der Welt. Der bald 94-Jährige ist zwar nicht physisch am WEF, sondern via Screen aus New York zugeschaltet, geistig aber nah am Weltgeschehen.

Klaus Schwab: Welchen Rat würden Sie dem neuen US-Präsidenten Donald Trump erteilen?

Henry Kissinger: Präsident Trump muss die Bedenken von vielen Seiten zerstreuen, dass die USA ihre unverzichtbare Rolle aufgeben könnte. Er muss definieren, in welchem Ausmass und wo sich die USA engagieren wollen, um die internationale Ordnung zu bewahren.

Wie müsste Trump die russisch-amerikanischen Beziehungen ausgestalten?

Die Beziehungen sind jetzt an einem Punkt, an dem beide Seiten einander mit grossem Misstrauen begegnen. Die Hauptaufgabe der neuen Regierung wird sein, wieder in einen ernsthaften Dialog zu treten und zu einem gewissen gemeinsam Verständnis zu kommen.

Was müsste man Ihrer Meinung nach tun, um die Situation im Mittleren Osten, vor allem in Syrien, nachhaltig zu stabilisieren?

Der Waffenstillstand muss sichergestellt werden. Die fremden Mächte müssen sich aus der Region zurückziehen. Und die Kriegsparteien müssen das Resultat der kommenden Friedensverhandlungen in Kasachstan anerkennen. Was nicht passieren darf, ist, dass eine einzelne Macht zu grossen Einfluss gewinnt.

Ich denke nicht, dass rasch ein umfassender Frieden hergestellt werden kann, aber es muss gelingen, ein gewisses Gleichgewicht wiederherzustellen. Auch dazu ist es unabdingbar, dass Europa, die USA und Russland miteinander sprechen.

Henry Kissinger

Henry Kissinger

Der Deutschamerikaner war über 20 Jahre als republikanischer Politiker aktiv. 1969 bis 1979 war er Nationaler Sicherheitsberater, 1973 bis 1977 Aussenminister der USA. Kissinger trug massgeblich zur Entspannung im Kalten Krieg bei. Seine Rolle im Vietnamkrieg wurde 1973 mit dem Nobelpreis geadelt, von vielen aber auch scharf kritisiert.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

10 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von marlene Zelger (Marlene Zelger)
    Barak Obama hatte seinem Vorgänger G.W. Bush gedankt, dass dieser sich nicht in seine Regierungstätigkeit einmischte. Und was hat dieser Barack Obama vor? Er wird, wenn er die demokratischen Rechte in Gefahr sieht, sich in die Regierungstätigkeit seines Nachfolgers Trump einmischen. Merkwürdig!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Daniele Röthenmund (gerard.d@windowslive.com)
      Falls Sie es nicht Verstanden haben, erkläre ich Ihnen gerne was Er damit meinte,. Er wollte damit ausdrücken das Er die Tagespolitik und die Politik Allgemein von Trump nicht Kommentieren werde, ausser Er würde die Demokratie gefährden, dann würde Er sich wie jeder Demokratische Bürger gegen das auflehnen. Verstanden?
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Hans Haller (panasawan)
      Die Demokratie kann nicht von jenen gewährleistet werden, die eigentlich einen seriösen und korrekten demokratischen Entscheid nicht akzeptieren und respektieren können, Herr Roethenmund.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Bruno Vogt (bru.vogt)
    Wie wäre es wenn sich die USA vermehrt zuhause engagierte Hr Kissinger, statt fremde Länder zu überfallen? Sie selbst sollten sich für die Kriegsverbrechen ihrer Zeit verantworten (Kambodscha, Laos, Angola, Osttimor, Chile) die Liste ihres Amerikanischen 'Engagements' ist lange. Und Ihr Friedensnobelpreis noch unverdienter als der des soeben abgetrettenen Präsidenten.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Adrian Flükiger (Ädu)
    Unglaublich, wem SRF hier alles eine Plattform bietet. Die Rolle von Kissinger beim Putsch in Chile jedenfalls ist alles andere als ein Ruhmesblatt. Dafür hätte man den Mann einsperren müssen! Also, hört auf solchen Leuten weiterhin Plattformen für die Verbreitung ihrer Weisheiten zu bieten!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Henri Jendly (Henri Jendly)
      Im Gegensatz zu Ihnen hat SRF die Pflicht, alle relevanten Informationen zu verbreiten, ob sie Ihnen passen oder nicht. Andernfalls sollten die meisten z.T. rechtsextremen Ansichten in diesem Forum ebenfalls gekappt werden. Alles ok jetzt?
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Juha Stump (Juha Ilkka Stump)
      Der Putsch in Chile war notwendig und berechtigt - Punkt, Schluss. Natürlich wurde von aussen nachgeholfen, was auch von den USA nie bestritten worden ist. Die Gesamtlage war jedoch diese: Damals herrschte immer noch der Kalte Krieg und Chile war unter Allende ein Alliierter ausgerechnet der UdSSR geworden. Früher oder später wäre er von Radikalen hinter ihm gestürzt worden - und dann wäre es für den ganzen Kontinent gefährlich geworden. EIN Kuba hat wirklich genügt.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen