UBS kauft Schrottpapiere zurück

In der Not kaufte die Nationalbank der Grossbank riskante Wertpapiere ab. Fünf Jahre später holt sich die UBS die restlichen Papiere zurück. Kaufpreis: 3,76 Milliarden Dollar.

Im Herbst 2008 waren die sogenannten Schrottpapiere für die UBS zu einem Risiko in der Bilanz geworden. Am Markt liessen sie sich nur mit Verlust verkaufen. Die Bank brauchte aber dringend Geld.

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«Erleichterung bei der SNB ist gross»

1:52 min, aus Tagesschau am Mittag vom 8.11.2013

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) half ihr in der Not: Sie übernahm die riskanten Papiere für fast 39 Milliarden Dollar.

Die Schrottpapiere – damals praktisch wertlose Kredite und Wertpapiere im Immobilienbereich sowie entsprechende Derivate – wurden in einen sogenannten Stabilisierungsfonds eingelagert. Die SNB gewährte diesem Fonds ein Darlehen. Im August 2013 beglich die UBS die letzte Rate dieses Kredits.

SNB-Gewinn: 5,36 Milliarden Dollar

Die SNB ihrerseits verkaufte bis im Sommer 2013 Bestände aus diesem Stabilisierungsfonds. Die übrigen Papiere hat sie nun für 3,76 Milliarden Dollar an die UBS zurückverkauft. Der Betrag fliesst mit Zinseinahmen von 1,6 Milliarden Dollar als Gewinn in die Kasse der SNB.

Der Gewinn aus der UBS-Rettung sollte nach Ansicht von SNB-Präsident Jordan aber nicht zu weiteren Bankenrettungen verleiten: «Liquiditätshilfen der Nationalbank müssen immer die absolute Ausnahme bleiben», sagte Jordan. Damit das in Zukunft möglichst wenig vorkomme, müsse man die Too-big-to-fail-Gesetzgebung konsequent durchsetzen. «Wir müssen schauen, dass wir möglichst ohne Eingriffe der Nationalbank ein stabiles Finanzsystem haben.»

Nicht nur die Nationalbank, auch die UBS profitiert vom Rückkauf der übrigen Papiere. Wie die Bank schon vor einer Woche mitteilte, stärkt der Rückkauf ihre Eigenkapitalbasis um etwa 2,5 Milliarden Franken.

Lukrative US-Papiere

Beim Stabilisierungsfonds haben sich laut SNB vor allem US-Wertpapiere als lukrativ erwiesen. Sie erzielten einen höheren Erlös, als ursprünglich dafür an die UBS bezahlt worden war. Dagegen zeigte sich bei den europäischen Aktiva ein negativeres Bild. Schuld sei die europäische Schuldenkrise, die ab 2010 auf den Wert der Positionen gedrückt habe.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • UBS-Rettung beschert SNB Gewinn von über 5 Milliarden Dollar

    Aus Tagesschau vom 8.11.2013

    Mit dem Verkauf des Stabilitätsfonds, der die Schrottpapiere der UBS enthielt, kann die Schweizerische Nationalbank SNB nun einen Schlussstrich unter die Finanzkrise ziehen.

  • Thomas Jordan, Präsident der Schweizerischen Nationalbank (SNB) an einer Medienkonferenz in Zürich am 8. November 2013. Die UBS kaufte den Stabilisierungsfonds von der SNB zurück. Ein lukratives Geschäft für die SNB.

    Rentable Rettung der UBS

    Aus Echo der Zeit vom 8.11.2013

    Die Schweizerische Nationalbank zieht einen Schlussstrich unter die Rettung der Grossbank UBS. Fünf Jahre, nachdem sie der Bank faule Kredite im Umfang von fast 40 Milliarden Franken abgenommen hatte, hat sie der UBS die restlichen Bestände zurückverkauft.

    Für die Nationalbank hat sich das Rettungsmanöver finanziell ausbezahlt. Gespräch mit Kurt Schiltknecht, Banker und ehemaliger Chef-Oekonom der Nationalbank.

    Tobias Fässler und Ursula Hürzeler

  • Die Banken sollten die Sicherheitspolster in Form von Eigenkapital aufstocken.

    SNB zieht Schlussstrich unter milliardenschwere UBS-Rettung

    Aus Rendez-vous vom 8.11.2013

    Im Jahr 2008 hat die Schweizerische Nationalbank einen Haufen Ramschpapiere der UBS gekauft und die schlingernde Grossbank so vor dem Untergang bewahrt. Jetzt hat die UBS die Restbestände zurückgekauft.

    Für die Nationalbank war das ein rentables Geschäft: Es resultierte insgesamt ein Gewinn von gegen 5.4 Milliarden Dollar. Ende gut, alles gut?

    Tobias Fässler