UBS-Manager auch in Deutschland im Visier der Justiz

Die deutsche Justiz hat ihre Ermittlungen gegen die Deutschland-Tochter der Schweizer Bank UBS ausgeweitet. Bei vier Angestellten hat die Justiz Hausdurchsuchungen durchgeführt.

Nach der Verhaftung des früheren UBS-Konzernleitungsmitgliedes Raoul Weil im Steuerstreit mit den USA kommt noch mehr Ungemach auf die Grossbank zu. Die Staatsanwaltschaft in Mannheim hat ihre Ermittlungen gegen die deutsche Tochter der UBS konkretisiert.

Sie ermittelt nun gegen vier Mitarbeiter der UBS-Tochter wegen des Verdachts der Beihilfe zur Steuerhinterziehung. Bisher lief eine Untersuchung gegen unbekannt. Im Visier der Justiz seien auch Führungskräfte, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft und bestätigte einen Bericht der «Stuttgarter Nachrichten».

Fünf Wohnungen durchsucht

Es bestehe der Verdacht, dass die UBS Kunden hilft, Gelder am deutschen Fiskus vorbei in die Schweiz zu transferieren, sagte er. Die UBS sieht nach eigenen Angaben kein Fehlverhalten ihrer Mitarbeiter.

Laut der Staatsanwaltschaft wurden im Oktober die Wohnungen der vier Mitarbeiter in Baden-Württemberg und Hessen sowie die Deutschland-Zentrale der Bank in Frankfurt am Main durchsucht. Eine Hausdurchsuchung habe auch bei einem Kunden in München stattgefunden.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Raoul Weil

    Ehemaliger UBS-Mitarbeiter in Italien verhaftet

    Aus Rendez-vous vom 21.10.2013

    Italienische Polizisten haben Raoul Weil, den ehemaligen Chef der UBS- Vermögensverwaltung, in Bologna verhaftet - im Auftrag der USA. Er soll US-BankkundInnen geholfen haben, rund 20 Milliarden Dollar an den Steuerbehörden vorbeizuschmuggeln. Wie überraschend ist die Verhaftung?

    Thomas Oberer