UBS soll sich in Deutschland freikaufen

Die UBS ist in Deutschland offenbar bereit, bis zu 200 Millionen Euro wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung zu zahlen – und sich damit von weiteren Ermittlungen frei zu kaufen. Kommentieren will die UBS den Vergleich nicht.

Der Haupteingang der UBS-Filiale am Paradeplatz in Zürich. (keystone)

Bildlegende: «Kein Kommentar» – meint die UBS zur angeblichen Einigung im Steuerstreit. Keystone

Bis zu 200 Millionen Euro soll sich die UBS ihre reine Weste in Deutschland kosten lassen. Die Bank ist offenbar bereit, wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung einen dreistelligen Millionenbetrag hinzublättern. Das berichtet die «Süddeutsche Zeitung».

Sollte die UBS den Betrag tatsächlich bezahlen, wäre es der höchste Betrag, den eine ausländische Bank wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung jemals an Deutschland gezahlt hat.

Die stattliche Summe relativiert sich allerdings im Vergleich zu den Gewinnen der Bank: Allein im vierten Quartal 2013 verbuchte die Bank einen Überschuss von 917 Millionen Franken.

Mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen

Was steckt hinter dem Vergleich? «Sollte sich die UBS auf einen Vergleich einlassen, dann geht es ihr schlicht darum, die Probleme mit Deutschland vom Tisch zu haben – und aus den Negativ-Schlagzeilen zu verschwinden», sagt Thomas Oberer, SRF-Wirtschaftsredaktor.

Ein Prozess hingegen könnte weiter am Image der UBS kratzen. Beispielsweise könnten unschöne Details über das frühere Geschäft mit Schwarzgeld auf den Tisch kommen. «Da zahlt die UBS natürlich lieber Geld. Und: Ein Vergleich wäre kein Schuldeingeständnis», so Oberer.

«Kein Kommentar»

Die deutschen Behörden sollen ursprünglich 300 Millionen Euro gefordert haben, schreibt die «Süddeutsche». Der Kompromiss könnte bei 180 bis 200 Millionen liegen. Darauf stelle sich die UBS ein – zitiert die «Süddeutsche» Finanzkreise in Zürich.

Kommentieren wollte die Bank den Angeblichen Vergleich nicht. UBS-Sprecher Dominique Gerster sagte lediglich, die UBS arbeite weiterhin eng mit den Behörden zusammen. «Spekulationen über einen möglichen Vergleich kommentieren wir nicht.»

Ermittlungen noch nicht eingestellt

Auslöser der Ermittlungen gegen die UBS war eine gestohlene Steuer-CD mit Informationen über UBS-Kunden. Diese hatte die nordrhein-westfälische Finanzverwaltung 2012 gekauft. Auf der CD waren laut Staatsanwaltschaft Angaben zu rund 750 Stiftungen und 550 Fällen sonstiger Kapitalanlagen mit einem Anlagevolumen von rund 3,5 Milliarden Franken.

«Die Ermittlungen gegen UBS laufen noch», sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Bochum. Den Bericht der Zeitung wollte sie nicht kommentieren.

Sie zahlten bereits

Wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung gerieten auch die Credit Suisse und die Bank Julius Bär von Deutschland unter Druck. Sie konnten sich mit Strafen von 150 Millionen und 50 Millionen Euro freikaufen.