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Klassische Frauenberufe: Männer sollen Lücken füllen
Aus Echo der Zeit vom 11.07.2019.
abspielen. Laufzeit 02:30 Minuten.
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UBS zum Arbeitskräftemangel Es braucht mehr Männer in den Frauenberufen

Buben für klassische Frauenberufe begeistern: Eine neue Studie rät wegen der Verschiebung der Nachfrage zum Umdenken.

Jahrelang hat die Schweiz darauf fokussiert, Mädchen und Studentinnen technische Berufslehren und Studiengänge schmackhaft zu machen, in denen mehrheitlich Männer arbeiten. Künftig müsse die Schweiz genau das Gegenteil tun, prophezeit die Grossbank UBS: Man müsse Buben dazu bringen, sich für klassische Frauenberufe zu interessieren.

Grund dafür sei die Verschiebung des Jobangebots in den nächsten Jahren, erklärt UBS-Ökonomin Veronika Weisser. So werde es in traditionellen Männerdomänen wie Industrie und Handel eher weniger Arbeit geben und das Stellenangebot werde schrumpfen.

In traditionellen Männerdomänen wird es eher weniger Arbeit geben.
Autor: Veronika WeisserUBS, Ökonomin

In der Pflege und Ausbildung wird es besonders eng

Gut sieht es dagegen laut Weisser in jenen Branchen aus, die in den letzten Jahren stark gewachsen sind: Gesundheit und Pflege wegen der Alterung der Bevölkerung, aber auch Erziehung und Weiterbildung.

Die Nachfrage wird weit über das hinausgehen, was Frauen leisten können.
Autor: Veronika WeisserUBS, Ökonomin

Es sind also jene Branchen, in welchen in den letzten 20 Jahren vor allem die Frauen Fuss gefasst haben. Für Frauen sehe es am Arbeitsmarkt in Zukunft gut aus. Die klassischen Frauenberufe seien gefragt, so die Ökonomin.

Die Nachfrage werde weit über das hinausgehen, was Frauen leisten könnten, stellt Weisser fest. Nur mit Frauen könnten die neuen Jobs in Spitälern, Pflegeheimen, Universitäten und Schulen nicht ausgefüllt werden. Vielmehr müssten sich viele Männer neu orientieren und erhielten die Chance, sich in diesen Berufen zu profilieren.

Mit anderen Worten: Anstatt Mädchen in technologische Berufe zu drängen, wird man in Zukunft Buben für die Pflege oder das Unterrichten begeistern müssen.

Viele Männer müssen sich neu orientieren und erhalten die Chance, sich zu profilieren.
Autor: Veronika WeisserUBS, Ökonomin

Höhere Pensen für Frauen

Zusätzliches Arbeitsmarkt-Potenzial bei Frauen sieht die UBS nur noch darin, dass Frauen ihre Pensen erhöhen könnten. Denn fast die Hälfte arbeitet heute Teilzeit. Und mit 40 oder 50 Prozent sind die Pensen oft auch noch so tief wie sonst nirgendwo auf der Welt.

Damit Frauen ihre Pensen erhöhten, müsse sich arbeiten aber finanziell lohnen, rechnet Weisser vor: «Sobald ein Frau Mutter wird, sind die Kinderbetreuungskosten so hoch, dass sogar für gut ausbildete Frauen am Ende finanziell nichts übrigbleibt.»

Gesucht: Eine halbe Million Arbeitskräfte

Insgesamt fehlen der Schweiz in den nächsten zehn Jahren gegen eine halbe Million Arbeitskräfte, schreibt die UBS in ihrer heute veröffentlichten Studie. Natürlich nur dann, wenn die Schweizer Volkswirtschaft in Zukunft im Schnitt ähnlich stark wächst wie in den letzten 60 Jahren.

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26 Kommentare

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  • Kommentar von m. mitulla  (m.mitulla)
    "Insgesamt fehlen der Schweiz in den nächsten zehn Jahren gegen eine halbe Million Arbeitskräfte, schreibt die UBS in ihrer heute veröffentlichten Studie. Natürlich nur dann, wenn die Schweizer Volkswirtschaft in Zukunft im Schnitt ähnlich stark wächst wie in den letzten 60 Jahren." Glaubt denn einer das??? Nach 1950 herrschten doch in Europa absolute "Boomjahre" und heute steuern wir dauernd knapp an Rezessionen vorbei... Prognosen sind immer zu relativieren.
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  • Kommentar von Ruedi Hammer  (Ruedi Hammer)
    Mit Betonung auf Buben. Denn aber 35+ finden die meisten eh keinen Job mehr.
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  • Kommentar von Manuela Fitzi  (Mano)
    Die Schweiz hat ihre brachliegenden Talente jahrzehntelang einfach vernachlässigt. Was für Ressourcenverschwendung. Einwanderer mit fertiger Ausbildung in den jetzt gesuchten Berufen wurden "nicht anerkannt", was einem Berufsverbot gleich kam. Die Gleichwertigkeitsanerkennung kostete für viele das Vielfache einer normalen Ausbildung. Diese Leute haben sich neu orientiert und wollen nicht mehr im angestammten Beruf... Es braucht halt noch mehr Einwanderer. Toll gemacht, Schweiz, sehr weitsichtig.
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