Über 35 Millionen verkaufte iPhones lassen Apple-Kassen klingeln

Im vergangenen Quartal verkaufte Apple 13 Prozent mehr iPhones als vor einem Jahr – vor allem in Schwellenländern. Allein in China stiegen die iPhone-Verkäufe um 48 Prozent. Dafür ist die Nachfrage nach anderen Produkten eher enttäuschend.

iPhone 5 S

Bildlegende: Die hohe iPhone-Nachfrage wurde zu einem grossen Teil von Schwellenländern wie China, Brasilien und Indien getragen. Keystone

Apple bleibt dank starker Verkäufe seiner iPhones eine Geldmaschine. Im vergangenen Vierteljahr machte der Konzern 7,7 Milliarden Dollar Gewinn. Das waren 12,3 Prozent mehr als vor einem Jahr. Der Umsatz verbesserte sich in dem Ende Juni abgeschlossenen dritten Geschäftsquartal um sechs Prozent auf 37,4 Milliarden Dollar, wie Apple nach US-Börsenschluss mitteilte.

Die iPhone-Verkäufe verbesserten sich um 13 Prozent auf 35,2 Millionen Geräte. Dabei ist das Quartal oft von Zurückhaltung geprägt, denn es ist absehbar, dass im Herbst die neuen iPhone-Modelle kommen. Der Absatz der iPad-Tablets sank hingegen im Jahresvergleich um neun Prozent auf knapp 13,3 Millionen Geräte.

Erwartungen dennoch enttäuscht

Die grosse iPhone-Nachfrage wurde zu einem wesentlichen Teil von Ländern wie China, Brasilien, Russland und Indien getragen, wie Apple-Chef Tim Cook dem «Wall Street Journal» sagte. Allein in China seien die iPhone-Verkäufe um 48 Prozent gestiegen.

Mit einer Umsatzprognose von 37 bis 40 Milliarden Dollar für das angebrochene Quartal enttäuschte Apple jedoch die Erwartungen der Börsianer. Die Aktie gab nachbörslich zunächst um rund ein Prozent nach.

Die zurückhaltende Prognose könnte auf einen Start der neuen iPhone-Modelle eher Ende September hinweisen. Denn es wird eine sehr starke Nachfrage nach den neuen Geräten erwartet, die laut Medienberichten grössere Bildschirme mit Diagonalen von 4,7 und 5,5 Zoll bekommen sollen (knapp 12 und knapp 14 cm). Nach Informationen des «Wall Street Journal» bestellte Apple für die erste Produktionsrunde 70 bis 80 Millionen iPhones der neuen Generation.

Weniger iPads, mehr Macs

Dagegen bekommt Apple die iPad-Verkäufe trotz verbesserter Modelle nicht in Schwung. Der Absatz fiel im Vergleich zum zweiten Geschäftsquartal um fast ein Fünftel. Marktforscher rechnen zwar nach wie vor damit, dass die Geräteklasse im kommenden Jahr bei den Stückzahlen die traditionellen PCs überholt.

Allerdings lassen die Absatzrückgänge beim Marktführer die Frage aufkommen, ob der Tablet-Boom eine Pause einlegt oder die Geräteklasse ihren Höhepunkt überschritten hat. Die Verkäufe der Mac-Computer verbesserten sich im Jahresvergleich dagegen klar um 18 Prozent auf 4,4 Millionen Geräte.

Bald soll iWatch vorgestellt werden

Apple überzeugte Investoren jahrelang mit Erfindungen, die die gesamte Branche veränderten. Allerdings liegt die letzte Vorstellung eines tiefgreifend neuen Produktes vier Jahre zurück. Damals wurde das iPad auf den Markt gebracht.

Mit Spannung wird erwartet, welche Produkte der kalifornische Konzern vor dem Weihnachtsgeschäft im Herbst auf den Markt bringt. Als ausgemacht gilt, dass bald eine iWatch vorgestellt wird.