Zum Inhalt springen

Header

Navigation

Legende: Audio DSV übernimmt Panalpina abspielen. Laufzeit 01:44 Minuten.
01:44 min, aus HeuteMorgen vom 01.04.2019.
Inhalt

Übernahme des Logistikkonzerns Die Panalpina-Mitarbeiter werden Opfer bringen müssen

Bereits im Januar hatte der Schweizer Logistikkonzern Panalpina ein Übernahmeangebot des dänischen Konkurrenten DSV erhalten. Dieses hatte die Hauptaktionärin von Panalpina, die Ernst-Göhner-Stiftung, bisher allerdings entschieden zurückgewiesen.

Das neuste Angebot war nun unwiderstehlich für die Ernst Göhner-Stiftung. Zwei Mal hat die dänische DSV ihren Vorschlag seit Januar aufgebessert – von ursprünglich 170 Franken pro Aktie auf nun knapp 196 Franken. Kommt hinzu, dass andere grosse Aktionäre von Panalpina – allen voran der aktivistische schwedische Investor Cevian, der 12 Prozent an Panalpina hält – von der Ernst Göhner-Stiftung ein Einlenken gefordert hatten.

Panalpina hat als mittelgrosses Unternehmen im hart umkämpften globalen Logistikmarkt immer einen schwereren Stand gehabt. Insbesondere in der Seefracht haben die Schweizer viel tiefere Margen erwirtschaftet als die Konkurrenz.

Kühne+Nagel ebenfalls interessiert

Neben DSV haben sich auch andere Logistikunternehmen für Panalpina interessiert. Der grosse Schweizer Mitbewerber, Kühne+Nagel, schloss Ende Februar ein Zusammengehen mit Panalpina nicht mehr kategorisch aus. Hoffnungen, dass Panalpina durch eine oder mehrere Übernahmen selbständig wachsen könnte, zerschlugen sich angesichts des eher mässigen Geschäftsgangs der letzten Jahre.

Durch die Übernahme wird die neue DSV Panalpina A/S zu den ganz Grossen der Branche aufrücken. Konkret soll das Unternehmen mit über 18 Milliarden Schweizer Franken Umsatz und 60'000 Mitarbeitern die Nummer vier weltweit werden. Zum Vergleich: Kühne+Nagel erwirtschaftet rund 20 Milliarden Franken Umsatz.

Übernahme bringe «Synergiepotenziale»

Viele Mitarbeiter werden wohl Opfer bringen müssen. Die beiden Unternehmen sehen in der Übernahme viele «Synergiepotenziale». Sprich: Jeder Job, der doppelt vorhanden ist, wird genau angeschaut.

So sind in verschiedenen Ländern heute sowohl DSV als auch Panalpina mit Vertretungen präsent. Auch in verschiedenen zentralen Funktionen wie zum Beispiel dem Personalmanagement werden wohl Doppelspurigkeiten abgebaut. Wie viele der gut 600 Jobs von Panalpina in der Schweiz wegfallen, ist noch offen.

Die Unternehmen versprechen zwar «eine gründliche Evaluation mit dem Ziel, relevante Funktionen und Kompetenzen in der Schweiz zu behalten.» Klar ist aber, dass Schweizer Aktionäre nicht mehr das Sagen haben werden. DSV Panalpina A/S wird an der Börse von Kopenhagen kotiert sein. Die bisherige Hauptaktionärin von Panalpina, die Ernst-Göhner-Stiftung, wird am neuen Unternehmen noch elf Prozent der Aktien halten.

Klaus Ammann

Klaus Ammann

Wirtschaftsredaktor, SRF

Personen-Box aufklappenPersonen-Box zuklappen

Der Historiker und Russist ist seit 2004 als Redaktor bei Radio SRF tätig. Seit 2011 arbeitet Klaus Ammann für die Wirtschaftsredaktion. Sein Schwerpunkt liegt dabei auf Energie- und Klimathemen.

Schliessen

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

13 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Patrik Müller  (P.Müller)
    Ein grosser wird noch grösser. Das ist die Chance der kleinen! Hat schon Spuhler bei der Stadler Rail gemerkt... Oder all die Kleinbrauereien die seit den Megafusionen der etablierten so gut laufen wie zuvor noch nie.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Adrian Flükiger  (Ädu)
    Nun, die meisten Angestellten werden gewerkschaftlich organisiert - und somit in der Lage sein, einen passenden Sozialplan durchzusetzen für den Fall, dass diese Übernahme einen Personalabbau grösseren Ausmasses mit sich bringt.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Beat Reuteler  (br)
      Von einem Sozialplan kann man nicht leben.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Roland Gadient  (Roland Gadient)
    Ich hoffe Hr. Ducrey, dass sie nie bei einer Firma sind die übernommen wird, dann werden sie einen ganz anderen Kommentar schreiben. Was hier bassiert ist grenzt schon an Nötigung, denn die schweizerische Besitzerschaft ist mehr oder gezwungen worden zu verkaufen. Die Nordländer sind bekannt mit ihren Übernahme-machenschaften.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Jean-Philippe Ducrey  (Jean-Philippe Ducrey)
      @Gadient: Wer pro-aktiv handelt, der kennt seine Firma, der kennt das Investoren-Umfeld und der hat immer die Möglichkeit, "ein sinkendes Schiff" rechtzeitig zu verlassen. Dasitzen und meinen, man könne 30 Jahre lang und brav bis zu Pension im gleichen Stil nine-to-five am vermeintlich sicheren Arbeitsplatz arbeiten, war schon immer falsch. Da braucht man nicht zu jammern. Man kennt die Diskussionen um Panalpina seit Januar, genug Zeit, um sich anderweitig umzusehen.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen