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Wirtschaft Überraschender Führungswechsel bei Volkswagen in den USA

Der Nordamerikachef des Autokonzerns VW ist überraschend zurückgetreten. Volkswagen droht wegen der Abgasaffäre in den USA möglicherweise neues Ungemach.

Michael Horn
Legende: Die US-Tochter von VW und ihr Chef, Michael Horn, gehen ab sofort getrennte Wege. Reuters

Er musste die Wogen glätten. Sechs Monate lang hat sich Michael Horn für den Abgasskandal entschuldigt: Bei den Kunden, Autohändlern und Abgeordneten des US-Kongresses. Nun verlässt der USA-Chef von Volkswagen seinen Posten.

Über den Grund ist nichts bekannt, Horn beteuerte stets, vom Betrug nichts zu wissen. Es ist der letzte einer Reihe von Topmanager-Abgängen, seitdem bekannt wurde, dass Volkswagen bei den Abgaswerten der Dieselfahrzeuge geschummelt hat.

VW kann Frist nicht einhalten

Die US-Behörden ermitteln gegen Volkswagen und der Konzern muss die rund 580'000 betroffenen Fahrzeuge aufrüsten. Dazu hat ihm ein Gericht eine Frist gesetzt, die in gut zwei Wochen abläuft. Laut Zeitungsberichten kann der Autokonzern kann diese Frist nicht einhalten. Volkswagen-Vertreter haben letzte Woche Gespräche mit dem Gericht geführt, um die Frist verlängern zu lassen. Ausserdem drohen dem Autokonzern weitere juristische Probleme, wie die Zeitung Wall Street Journal gestern berichtete.

Die US-Justiz ermittle auch wegen Verdachts auf Bankbetrug gegen den Konzern sowie wegen möglicher Verstösse gegen das Steuergesetz. Dies, weil die Banken bei der Vergabe von Auto-Krediten von einem höheren Wert des Autos ausgehen konnten und weil die Käuferinnen und Käufer emissionsarmer Autos in vielen US-Bundesstaaten Steuervorteile erhalten. Die Abgasaffäre ist für Volkswagen in den USA und anderswo noch lange nicht ausgestanden.

3 Kommentare

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  • Kommentar von Jean-Phillippe Ducrey (Jean-Phillippe Ducrey)
    Ein grosser Fehler der Deutschen Konzerne ist, dass Deutsche Manager die Niederlassungen im Ausland leiten. Horn, ohne dessen Fähigkeiten abzusprechen, spricht zudem englisch mit starkem Deutsch-Akzent und so wird VW als "ausländischer Betrüger" wahrgenommen. Dagegen sind die USA-Chefs von Toyota, Honda, etc. Amerikaner und vertreten somit "einheimisches Gewerbe". Schon gemerkt? Lidl Schweiz wird zwar von Deutschen geführt, doch Interviews geben ganz gezielt nur Schweizer.
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  • Kommentar von Christian Szabo (C. Szabo)
    Selbst Horn wird es jetzt zu bunt. Die VW-Führung hat sich bei ihrer US-Markt-Eroberung ganz schön naiv angestellt. Vor lauter Euphorie nach mehr Verkäufen haben sie bewusst betrogen. Für die US-Behörden ist dies ein gefundenes, fettes Fressen. Jetzt beginnt das Ausschlachten der VW-Kassen. Um sich vor persönlicher Strafverfolgung zu schützen, werden verschiedene Manager Einiges anbieten.
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    1. Antwort von Jean-Phillippe Ducrey (Jean-Phillippe Ducrey)
      Auch Deutschland bestraft Betrüger hart. Zudem: der Markt an Europäischen Oberklasselimousinen in den USA ist relativ beschränkt und wird von Mercedes und BMW beherrscht. Das Vorpreschen von Audi war diesen ein Dorn im Auge, vor allem weil Audi zu massiv besseren Konditionen verkaufen konnte (keine CO2-Strafabgaben etc.). Da man in Deutschland bestens weiss, was die (eher veralteten) VW-Motoren können und was nicht, dürfte der Fingerzeig wohl von der Deutschen Konkurrenz selbst gekommen sein.
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