Umrüstung der VW-Diesler harzt

Vor einem Jahr hat VW zugegeben, während Jahren die Abgaswerte von Dieselmotoren manipuliert zu haben, um die Vorschriften zu erfüllen. 175'000 Autos sind in der Schweiz betroffen. Sie sollten inzwischen nachgerüstet sein – doch erst wenige sind es.

Symbolbild: Blick in den VW-Ausstellungsturm mit Autolift und ausgestellten Wagen.

Bildlegende: Noch lange sind nicht alle VW-Dieselfahrzeuge mit manipuliertem Abgassystem nachgerüstet. Getty

Meistens reicht ein Software-Update bei den manipulierten VW-Modellen, um die gesetzlichen Abgaswerte zu erfüllen. Seit Anfang Jahr hat VW rund 16'000 Wagen entsprechend nachgerüstet. Das sind allerdings erst knapp 10 Prozent der 175‘000 in der Schweiz betroffenen Fahrzeuge.

Für Sara Stalder von der Stiftung für Konsumentenschutz ist das ungenügend. Der Schweizer VW-Generalimporteurin Amag habe viel versprochen und wenig gehalten: «Eigentlich müsste sie jetzt in der letzten Phase der Umrüstungen stehen, doch davon ist sie weit entfernt.»

Viele verschiedene Modelle

Die Amag ihrerseits erklärt die geringe bisher umgerüstete Anzahl VW-Dieselautos mit der Komplexität der Nachrüstung: VW müsse insgesamt rund 1600 unterschiedliche Software-Updates programmieren, sagt Dino Graf, Amag-Mediensprecher.

Der VW-Konzern habe zunächst Lösungen für jene Modelle gesucht, von denen am meisten verkauft worden seien. Doch diese Modelle seien vor allem in Europa häufig verkauft worden, nicht in der Schweiz, so Graf weiter. Hierzulande würden vor allem teurere und PS-starke Fahrzeuge verkauft. Für diese Modelle würden die Software-Updates aber in den kommenden Wochen folgen, versichert der Amag-Mediensprecher.

Die Zahl der nachgerüsteten Fahrzeuge dürfte allerdings auch deshalb so gering sein, weil die betroffenen Fahrzeugbesitzer ihr Auto selber in die Garage bringen müssen. Viele Kunden würden wohl bis Herbst warten, und beim Wechsel auf die Winterpneus das Software-Update vornehmen lassen, mutmasst Graf.

Keine Entschädigung in der Schweiz

Ein anderes Thema im Zusammenhang mit den Abgasmanipulationen ist die Entschädigung für die Besitzer von betroffenen VW-Dieslern. Im Gegensatz zu jenen in den USA – dort erhält ein Kunde je nach Modell bis zu 10'000 Dollar – gehen die Schweizer VW-Kunden wegen einer anderen Rechtslage leer aus.

Das stört auch Stalder von der Stiftung für Konsumentenschutz. Immerhin: Betroffene Schweizer VW-Kunden haben die Möglichkeit, über eine niederländische Stiftung Schadenersatz bei VW einzufordern. Dort werden die Anfragen europäischer Kunden gebündelt.