Zum Inhalt springen

Header

Video
Boeing-737-Max bleibt Sorgenkind
Aus Tagesschau vom 19.07.2019.
abspielen
Inhalt

Umstrittener «737 Max»-Jet Boeing rutscht immer tiefer in die Krise

Dem Flugzeugbauer entstehen durch die Abstürze milliardenschwere Sonderkosten. Und es bleibt nicht bei dieser Rückstellung.

4.9 Milliarden Dollar: So viel legt Boeing zur Seite, um Fluggesellschaften für Betriebsstörungen oder die verzögerte Auslieferung von bestellten 737-Max-Maschinen zu entschädigen. Das teilte der amerikanische Flugzeugbauer in der Nacht auf Freitag mit.

Unglücksmaschine «737 Max»

Box aufklappenBox zuklappen
  • Die Boeing 737 galt als eines der meistverkauften und auch zuverlässigsten Flugzeuge der Welt.
  • Im Oktober 2018 stürzte ein Flugzeug der indonesischen Gesellschaft Lion Air mit 189 Menschen an Bord.
  • Im März 2019 stürzte eine weitere Boeing 737 Max der Fluggesellschaft Ethiopian Airlines mit 157 Menschen ab.
  • Untersuchungsberichte deuteten auf eine fehlerhafte Steuerungssoftware als Absturzursache hin.

Nach den Flugzeugabstürzen in Indonesien und Äthiopien wurden weltweit Startverbote für die 737-Max-Maschinen verhängt. Deshalb fallen täglich Hunderte Flüge aus, und den Airlines entstehen zusätzliche Kosten. Allein die US-Billig-Fluggesellschaft Southwest Airlines muss täglich rund 180 Flüge streichen.

Hinzu kommt, dass die bestellten 737 Max wegen des Flugverbots nicht ausgeliefert werden können. Der irische Billigflieger Ryanair dünnt deshalb seine Flugpläne aus.

Gegroundete Boeing-Maschinen
Legende: Ein weiteres Problem für Boeing sind Bestellungen für die 737 Max, die wegen des Flugverbots nicht ausgeliefert werden dürfen. Reuters

Wann die 737-Max-Maschinen wieder in die Luft dürfen, ist offen. Boeing hofft, dass dies im Herbst der Fall sein dürfte. Dem Konzern wird vorgeworfen, er habe die Flugzeuge überstürzt auf den Markt gebracht und dabei die Sicherheit vernachlässigt.

Boeing bestreitet dies zwar, hat aber Pannen eingeräumt. Untersuchungsberichte legen nahe, dass eine fehlerhafte Steuerungssoftware zu den Abstürzen geführt hat.

Ausgestanden ist die Sache mit dieser 5-Milliarden-Dollar-Rückstellung aber nicht, denn es springen auch Kunden ab. So hat die saudi-arabische Billigairline Flyadeal eine Vorbestellung von bis zu fünfzig 737-Max-Jets storniert – ein Milliarden-Auftrag. Stattdessen kauft die Gesellschaft nun beim europäischen Boeing-Konkurrenten Airbus ein.

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

19 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von M. Kaiser  (Klarsicht)
    Eine Firma die Absturzflugzeuge für die Kunden frei gibt -spielt Russisches Roulette und hat nichts auf dem Flugzeugmarkt verloren .
    1. Antwort von Jean-Philippe Ducrey  (Jean-Philippe Ducrey)
      Einfach mal drauflos wäffelen auch wenn man keine Ahnung vom Thema hat, nennt Internet-Troll.
  • Kommentar von Karl Kirchhoff  (Charly)
    Als Europäer freut es mich, dass Airbus von der Dummheit von Boeing profitieren kann.;)
    1. Antwort von Charles Morgenthaler  (ChM)
      Bin ganz ihrer Meinung! Sooo schlecht, wie manche meinen, funktioniert die Zusammenarbeit in der EU halt eben doch nicht.
    2. Antwort von Jürg Brauchli  (Rondra)
      Sie meinen die mit Steuergeldern hoch subventionierte Firma Airbus?
    3. Antwort von S. Borel  (Vidocq)
      Und die mit Steuergeldern gar geretteten CH Banken... es kehre ein jeder vor der eigenen Tür Herr Brauchli.
    4. Antwort von Karl Kirchhoff  (Charly)
      @rondra. "Die WTO hat bereits im Jahr 2011 festgestellt, dass allein zwischen 1989 und 2006 illegale Subventionen im Umfang von 5,3 Mrd. $ an Boeing geflossen seien – zum Beispiel in Form von Geldern der Weltraumbehörde Nasa und des Verteidigungsministeriums oder in Form von Steuervergünstigungen." (nzz)
    5. Antwort von Jean-Philippe Ducrey  (Jean-Philippe Ducrey)
      @Charly: Airbus ist ein Staatsbetrieb (Deutschland, Frankreich und Spanien verfügen über eine Sperrminorität), während Boeing eine dem freien Handel ausgesetzte Firma ist. Insofern ist es eben so, dass dieselben Finanzflüsse bei Airbus legal sind, während sie bei Boeing illegal sind. Nun, Airbus wäre pleite, hätten die Staaten die Defizite und Investitionen nicht getragen (A400M, A380, A320). Boeing ist übrigens massiv besser kapitalisiert als Airbus.
    6. Antwort von Jürg Brauchli  (Rondra)
      @Borel : Die Gelder wurden inkl. Zins zurück gezahlt. Somit ein Geschäft für den Steuerzahler. Bei den Subventionen, pardon, staatlichen Beihilfen für Airbus siehts etwas anders aus. Nun dürfen Sie kehren...
    7. Antwort von Jürg Brauchli  (Rondra)
      @Kirchhoff: Lesen Sie den Kommentar von Ducrey. Ich könnts nicht besser formulieren. Aber für Einige ist eben automatisch alles gut, was von der EU kommt.
  • Kommentar von Jean-Philippe Ducrey  (Jean-Philippe Ducrey)
    Mit Verlaub: Boeing hat keine Krise. Sicher, das 737MAX Debakel ist unangenehm, aber die 4.9Milliarden, die dies die Bilanz von Boeing belastet, verträgt Boeing gut (die Firma ist mit 200 Milliarden kapitalisiert, verzeichnete 2018 einen Umsatz von 92 Milliarden und rund 5.4 Milliarden Gewinn). Vergleichsweise belastete der Dieselskandal VW massiv stärker.
    1. Antwort von Oskar Schneider  (Oski2)
      """"Mit Verlaub: Boeing hat keine Krise."""". Nein hat sie nicht, wundere mich was die Passagiere/Crew die darin waren davon halten würden. Oder anders gesagt, mit Verlusten muss man rechnen, Passagiere gibt es viele und Crews? Wohl auch. Danke
    2. Antwort von Jean-Philippe Ducrey  (Jean-Philippe Ducrey)
      @Schneider: Nun Geschehenes kann man nicht rückgängig machen. Polemisch über eine Firma herzuziehen hilft wohl kaum weiter, drn Hinterbliebenen erst recht nicht. Anders als Airbus, wo Akten kurzerhand zur Geheimsache von Staateswegen erklärt werden (Air France 296) und der Fehler weitere über Jahrzehnte hinweg Opfer fordert (Air France 447, German Wings 9525, Quantas 72), macht Boeing hier einen sehr guten Job.