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Nach Job-Abbau in Pfäffikon Unia kritisiert Entlassungen bei Charles Vögele

Die Modekette Charles Vögele will 100 Mitarbeitende am Hauptsitz im schwyzerischen Pfäffikon entlassen. Diese Ankündigung erzürnt die Gewerkschaft Unia. Die Gemeinde Freienbach ist über den Stellenabbau enttäuscht.

Hauptgebäude von Charles Vögele in Pfäffikon.
Legende: Am Hauptsitz von Charles Vögele in Pfäffikon SZ verlieren 100 Mitarbeitende ihre Stelle. Keystone
  • Der Bekleidungskonzern Charles Vögele entlässt 100 Mitarbeiter an seinem Hauptsitz in Pfäffikon (SZ). Betroffen ist primär der Bereich Verkauf und Design.
  • Der Entscheid ist eine Folge der Übernahme durch den italienischen Modekonzern OVS.
  • Die Gewerkschaft Unia fordert die Aufnahme von Verhandlungen zu den Entlassungen.
  • Die Gemeinde Freienbach ist vom Ausmass des Stellenabbaus überrascht.

Die Gewerkschaft Unia fordert die Respektierung der gesetzlichen Konsultationsrechte bei der angekündigten Massenentlassung. Man sei schockiert, dass die neue Eigentümerin, der italienische Modekonzern OVS, rund 100 Mitarbeitende entlasse, heisst es in einer Medienmitteilung.

Bereits Anfang 2016 habe Vögele nämlich 50 Vollzeitstellen in Pfäffikon gestrichen, die Hälfte davon durch Entlassungen. Man akzeptiere keine Scheinsozialpläne, sondern suche mit OVS echte Verhandlungen und Lösungen für die Beschäftigten.

«Weitere Kündigungen nicht ausgeschlossen»

Bei Charles Vögele heisst es auf Anfrage von Radio SRF: «Charles Vögele hat am 17. Januar 2017 die Konsultationsfrist abgeschlossen. Die Vorschläge der Mitarbeitenden wurden geprüft und dort wo möglich entsprechend berücksichtigt. Der Sozialplan ist etabliert und wird angewendet.»

Auf die Frage nach einem weiteren möglichen Stellenabbau schreibt Charles Vögele: «Es wird keine Massenentlassung mehr geben. Aber wir können vereinzelte Kündigungen im Rahmen des Transformationsprozesses auch nicht ausschliessen.»

Bei der Gemeinde Freienbach reagiert man mit Enttäuschung auf die Ankündigung des Stellenabbaus. Man habe damit gerechnet, dass Stellen gestrichen würden, aber das Ausmass sei doch überraschend, sagt Gemeindepräsident Daniel Landolt. «Der Name Charles Vögele ist sehr wichtig ist für unsere Gemeinde und das tut uns wirklich weh.»

Marke «Vögele» wird verschwinden

Vögele mit rund 6300 Mitarbeitern befinde sich derzeit in einem Transformationsprozess. Das Unternehmen wurde an Sempione Retail verkauft, zu dem auch das italienische Modehaus OVS gehört.

Dass es zu Entlassungen am Hauptsitz kommen wird, war absehbar. Bereits im September hatte der Verwaltungsrat einen Stellenabbau angekündigt.

Im Sommer 2017 wird ein Grossteil der Filialen von Charles Vögele umbenannt und umgestaltet sein. Der Name und die Marke Charles Vögele werden dann Anfang 2018 definitiv verschwunden sein.

Ausserdem hat der Schweizer Milliardär Hansjörg Wyss offenbar Immobilien von Charles Vögeles neuen Besitzern abgekauft. Wyss war ehemaliger Konzernchef und Gründer des Medizintechnik-Unternehmens Synthes.

Über sein Family Office Loreda soll er 15 Immobilien in Schweizer Zentrumslagen gekauft haben, schreibt die «Handelszeitung» vorab und bezieht sich auf entsprechende Grundbuch-Einträge. Der Transaktionspreis betrage 169 Millionen Franken.

12 Kommentare

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  • Kommentar von Heidy Rüegg (heidy70)
    Warum schweigt die Unia wenn die CS und ausländische Firmen hunderte Menschen entlassen? Warum schweigt sie wenn viele Firmen in den Billiglohnländer ihre Produkte herstellen lassen, und somit hiesige Arbeiter arbeitslos werden? Wenn 2 das gleiche tun, ists nicht daselbe,
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  • Kommentar von Manuela Fitzi (Mano)
    Warum braucht das Land über 50% ausländische Managers braucht? Weil die lokalen offensichtlich unfähig sind, ein seit längerem sterbendes Traditionsunternehmen wieder auf die Beine zu stellen. Übrigens, die Unia könnte ausländische Managers auch gut gebrauchen. Sie würden eine Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen nicht nur in gutschweizerischem Manier "fordern", sondern das fehlbare Unternehmen gleich anzeigen. Schliesslich sind die Gemeinderäte "enttäuscht" und "überrascht". Wie nett.
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  • Kommentar von Denise Casagrande (begulide)
    Es wird für eine "Steuerreform" zugunsten der schon reichen Oberschicht, mittels - einmal mehr - Angstmacherkammpagnen von genau denjenigen PolitikernInnen lanciert, welche sich durch zusätzliche Bereicherung mittels lukrativer VR-Mandate in Wirtschaft/Industrie, etc...auszeichnen, aber nicht durch ehrliche VOLKS-Politik (CH Bauernverbands-Präsident, von den Volks-Steuergeldern bezahlte, NationalräteInnen...) Ein klares NEIN für die "Steuerreform-Pharce" - NEIN!!
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