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Wirtschaft Unilever verlagert 100 Stellen von Schaffhausen nach Rotterdam

Der Konsumgüterkonzern streicht am Standort Schaffhausen jede dritte Stelle. Betroffen ist die Logistikabteilung.

Unilever-Standort in Rotterdam
Legende: Ein imposanter Bau: Der Unilever-Haupsitz in Rotterdam. Keystone

Der britisch-niederländische Konsumgüterkonzern Unilever greift in der Schweiz erneut zum Rotstift. In Schaffhausen werden 100 Arbeitsplätze abgebaut. Das entspricht jeder dritten Stelle dort, wie Unilever-Sprecher Konstantin Bark zu einer entsprechenden Meldung des Lokalradios Munot sagte.

Viele Expats unter den Mitarbeitenden

Betroffen ist der europäische Teil der Logistikabteilung, der nach Rotterdam verlegt wird. Die betroffenen Mitarbeiter seien am Donnerstag informiert worden. Der Abbau werde bis zum nächsten Sommer umgesetzt, erklärte Bark.

Hintergrund der Stellenverlagerung sei keine Sparmassnahme, sondern eine Reorganisation: Unilever wolle Führungskräfte zusammenziehen, was der bisherigen Strategie entspreche.

Man gehe jetzt in die Einzelgespräche mit den Mitarbeitern, unter denen viele Expats seien, die internationale Arbeitsverträge hätten. Dabei würden sozialverträgliche Lösungen gesucht. «Wir gehen davon aus, dass ein Teil der betroffenen Angestellten nach Rotterdam wechselt», sagte Bark.

Thayngen nicht betroffen

Der Standort Schaffhausen bleibt trotz der Stellenverlagerung erhalten. Dort sind künftig über 190 Personen beschäftigt. Nicht betroffen ist der Standort in Thayngen (SH), von dem aus das Schweizer Geschäft gesteuert wird.

Bereits im vergangenen Jahr hatte Unilever am Standort Schaffhausen 70 Stellen abgebaut. Diese wurden ins Ausland verlagert, unter anderem nach Asien und Amerika.

Weltweit beschäftigt das Unternehmen 169'000 Mitarbeiter. Davon arbeiten 5600 in Deutschland, der Schweiz und Österreich. Zu den bekanntesten Produkten des Konzerns zählen Marken wie Magnum-Glace, Lusso, Knorr, Lipton, Dove oder auch das Waschmittel Omo.

4 Kommentare

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  • Kommentar von W. Pip (W. Pip)
    Adieu! Nehmt die importierten Fachkräfte mit, die ihr in der Expansionsphase angeheuert habt. Ein weiterer Schritt zur Druckentlastung in diesem Land.
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  • Kommentar von Niklaus Bächler (SVP-Hinterfrager)
    Man darf sich zurecht fragen,weshalb auch Unilever der CH den Rücken kehrt.Wir sollten wieder freundlicher sein zu unseren ausländischen Mitarbeitern. Expats haben diesem Land grosse Impulse verliehen.Doch die Dauerkritiker & Schlechtmacher aus den rechten Ideologienestern vergraulen Unternehmen & Mitarbeiter. Produziert nur noch mehr solche dümmliche MEI und Schwarze-Schäfchen-Plakate.Schaffhausen als Randkanton wird dies hart treffen.Die meisten sind gut verdienende Expats,die werden fehlen!
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    1. Antwort von marc rist (mcrist)
      Ach was! Produziert Unilever etwa irgendwelche High Tech Produkte? Meines Wissens eher Suppenwürfel, Waschmittel und Glacé. Dazu braucht es keine einzige "Fachkraft" von ausserhalb der Schweiz.
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    2. Antwort von W. Pip (W. Pip)
      ...aber billige Arbeitskräfte aus dem grenznahen Ausland. Der Standort Schaffhausen hat grundsätzlich ebendiese "Vorteile"...
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